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Region Langenhagen Nachrichten Der Ortsrat zürnt mit der Stadtverwaltung
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13:32 02.09.2018
Um diese Fläche links dreht sich die ganze Diskussion in Kaltenweide Quelle: Sven Warnecke
Kaltenweide

Die Emotionen tobten. Nicht nur bei den vielen anwesenden Feuerwehrleuten, sondern auch bei den politischen Vertretern des Kaltenweider Ortsrates. Was war passiert? Sowohl die Ortsratsmitglieder als auch die Vertreter der Feuerwehr mussten aus dieser Zeitung erfahren, dass der vom Rat der Stadt beschlossene Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf dem Areal des ehemaligen NP-Marktes und der benachbarten Fläche von der Region wohl so nicht genehmigt werden würde.

Unstrittig ist letztlich, dass die Feuerwehr nach Möglichkeit von dem engen Zelleriegelände runter soll. Der nunmehr favorisierte Standort auf dem Gelände des ehemaligen NP-Marktes an der Kananoher Straße samt noch zu kaufender benachbarter Grünfläche wurde sowohl vom Ortsrat wie auch vom Rat der Stadt abgesegnet. Ungeachtet der zwischenzeitlich von der Stadt zusätzlich erworbenen Fläche und ebenfalls als Feuerwehrstandort ins Auge gefassten Areals nördlich der Altenhorster Straße.

Überschwemmungsgebiet darf nicht bebaut werden

Um nun aber nach dem politischen Beschluss das NP-Markt-Areal samt der danebenliegenden Fläche – die noch erst erworben werden muss -, gewinnbringend entwickeln zu können, plante die Stadt auf einen Teil Wohnbebauung. Allerdings handelt es sich dabei um gut 6000 Quadratmeter ausgewiesenem Überschwemmungsgebietes.

Wegen dieser Wohnbauplanung, aber auch wegen eben des dort vorgesehenen Übungsplatzes für die Feuerwehr – beides würde eigentlich eine Aufschüttung nach sich ziehen – versagte die zuständige Region Hannover die Zustimmung. Nun streiten sich die Geister. Die Politik wollte dort ausschließlich die Feuerwehr samt Übungsplatz, der eigentlich aufgeschüttet werden muss. Die Verwaltung, des lieben Geldes wegen, favorisiert indes zusätzlich zur Investitionssumme für das Gerätehaus auch die Vermarktung von lukrativem Wohnraum. Und die Verhandlungen mit dem bisherigen Grundstückseigentümer sollen dem Vernehmen nach schon sehr weit voran geschritten sein.

Doch beides geht auf keinen Fall, sagt die Region Hannover. Eigentlich auch keine Feuerwehr mit aufgeschüttetem Übungsplatz südlich des ehemaligen NP-Marktes. Das verbietet angesichts des dortigen, gesetzlich ausgewiesenen Überschwemmungsgebietes des Mühlengrabens das Wasserhaushaltsgesetz (WHG).

Was ist die Arbeit der Feuerwehr wert?

Bereits in der Bürgerfragestunde des Ortsrates Kaltenweide stellte der ehemalige Ortsbrandmeister Ralf Dankenbring die provokative Frage, was die doch von allen Seiten so hochgelobte Feuerwehrarbeit letztlich wert sei. Sein Nachfolger im Amt, Uwe Glaser, sprach angesichts der neuesten Nachrichten von einer „gähnenden Leere“, die sich nach der Absage von Seiten der Region bei den Feuerwehrleuten breitmachen würde. Denn die Aktiven hätten nach den zähen, Jahre andauernden Diskussionen um einen neuen Standort nun damit gerechnet, dass es endlich losgehen könne. Dass die Feuerwehr nun die jüngste Entwicklung aus der Zeitung und nicht von der Stadtverwaltung erfahren hätten, kritisierte er zudem.

Ungeachtet der nun von der Region erteilten Absage beschloss der Ortsrat Kaltenweide in jüngster Sitzung – und zwar in seltener Einmütigkeit – die Drucksache 2918/292 erneut auf das politische Tableau zu heben. Zugleich warfen verschiedene Vertreter der Stadtverwaltung „Kalkül“ vor, dass sie zunächst die Planungen für die Feuerwehr und dann ohne Abstimmung mit der Politik für die Wohnbebauung auf dieser sensiblen Fläche vorangetrieben hätten. Der neuerliche Antrag des Ortsrates enthält nun entgegen des kommunalen Beschlussvorschlags einige Veränderungen: So soll künftig dort keine Wohnbebauung mehr geplant werden – ungeachtet der Kosten für den Erwerb der zusätzlichen Fläche – und eine Einlassung wegen eben dieser Bebauung in Sachen Denkmalschutz revidiert werden. Auch soll die Option geprüft werden, ob eben diese Fläche aus dem bislang festgeschriebenen Überschwemmungsgebiet entlassen werden könne. Diese Option hatte die Region jedoch bereits in ihrer jetzigen Stellungnahme ausgeschlossen. Der Verwaltung schrieb der Ortsrat letztlich ins Aufgabenheft, dass sie der entsprechende Planung der Region vorzulegen habe, die zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses führen.

Diese nun modifizierte Beschlussdrucksache 2018/292 wird am Dienstag, 4. September, zunächst in der Sitzung des Verkehrs- und Feuerschutzausschusses der Stadt Langenhagen beraten. Das Gremium tagt ab 17.45 Uhr öffentlich im Ratssaal des Rathauses, Marktplatz 1. Weitere Themen sind etwa die Widmung von Straßen, Wegen und Plätzen sowie die Ernennung des Schulenburger Ortsbrandmeisters und seines Stellvertreters. Vor und nach dem öffentlichen Teil können Langenhagener Bürger Fragen stellen.

Von Sven Warnecke

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