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Nachrichten Silbersee: Schilder sollen Besucher warnen
Region Langenhagen Nachrichten Silbersee: Schilder sollen Besucher warnen
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00:17 24.08.2018
Mit einer Menschenkette waren Ende Juli Mitglieder der DLRG den südöstlichen Uferabschnitt abgeschritten, um die Abbruchkante unter Wasser zu ergründen. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Wie können Badeunfälle am Silbersee verhindert werden? Antworten auf diese Frage haben jetzt Vertreter von DLRG, Feuerwehr, Johanniter Unfallhilfe, Langenhagener Stadtverwaltung und Politik an einem ersten Runden Tisch zu finden versucht. Die Ergebnisse dieses ersten Treffens geben Hinweise, eine konkrete Umsetzung ist jedoch noch nicht terminiert. Als erstes könnten nun Schilder am Ostufer auf die gefährdende Abbruchkante unter Wasser hinweisen.

Innerhalb einer Woche waren im Juli zunächst ein 7-jähriger und danach ein 15-jähriger Junge in der südöstlichen Ecke des Sees untergegangen. Beide konnten dank schnell einsetzender Hilfe auch durch andere Badegäste gerettet werden. Während der 15-jährige Junge den Unfall nicht überlebt hat, konnte der 7-Jährige inzwischen ohne anhaltende Schädigung das Krankenhaus verlassen. Obwohl keiner der Jungs ein sicherer Schwimmer war, waren sie am Ostufer ins Wasser gelangt. Dieser Strandabschnitt ist erst seit zwei Jahren nach der umfänglichen Sanierung des Untergrundes freigegeben. Nach Ansicht der Fachleute ist der Abschnitt nur etwas für sichere Schwimmer, ausgewiesene Hinweise darauf gibt es – wie am gesamten See – nicht. Einzig am Westufer ist eine spezielle Nichtschwimmer-Zone als solche ausgewiesen.

DLRG-Mitglieder ergründen mit Menschenkette Uferkante

Nach den beiden Unglücken hatte die mit einer nicht durchgängig besetzten Wache am See ansässige DLRG zu einer Begehung des Ostufers eingeladen. Dabei hatten Mitglieder mit einer Menschenkette den gesamten Einstiegsbereich der südöstlichen Bucht abgeschritten. Zusätzlich waren Taucher unterwegs, die den Bereich untersuchten. Dabei bestätigten sich nicht nur die bereits vorliegenden Erkenntnisse über eine steile und nicht geradlinig verlaufene Abbruchkante nahe des Ufers. Überdies offenbarte sich ein starker Pflanzenbewuchs, in dem selbst Erwachsene ins Straucheln gerieten.

„In unserer Analyse der Ereignisse können wir erst einmal feststellen, dass unsere Alarmkette gut funktioniert hat“, hält Torsten Semmler, Vorsitzender der Langenhagener DRLG-Ortsgruppe, auf Nachfrage fest. „Wir werden in einer zweiten Begehung mit der Grünflächenabteilung der Stadt allerdings prüfen, wo Rettungswege besser freigeschnitten werden müssen.“ Auch müsse sichergestellt sein, dass die Rettungszufahrten nicht durch parkende Autos blockiert werden können. Ein Umstand, der bei den jüngsten Unglücken jedoch nicht bemängelt werden musste. „Klar geworden ist aber auch: Der See selbst ist nicht böse“, betont Semmler. „Es war in beiden Fällen klares Fehlverhalten der Badegäste.“ Der Silbersee müsse behandelt werden wie ein Natursee und damit als „unbekanntes Gewässer“. Und dieses sei für unsichere Schwimmer nicht geeignet.

Zeitplan für den Aufbau von Warnschildern ist offen

Welche Schilder jetzt wo genau aufgestellt werden sollen, wollen DLRG und Stadt zwar bald beraten. „Aber wir werden das in dieser Saison nicht mehr schaffen“, stellt Semmler klar und bestätigt damit, was Langenhagens Baudezernent Carsten Hettwer bereits während der Begehung angekündigt hatte. Mit den Schildern sei das Thema jedoch nicht vom Tisch, so Semmler. „Wir müssen uns darüber klar werden, wie sich der See langfristig entwickeln soll.“ Dies sei allerdings eher eine Frage der Langenhagener Politik.

Leinen „gaukeln falsche Sicherheit vor“

Für die Politik saß Bernhard Döhner (CDU) am Runden Tisch. Döhner leitet sowohl den städtischen Planungs- und Umweltausschuss als auch den Betriebsausschuss für die Wasserwelt. „Nach meiner persönlichen Auffassung benötigen wir viel mehr Aufklärung über die Beschaffenheit des Ufers“, betont Döhner auf Nachfrage. Er lehnt jedoch kategorisch alles ab, „was Sicherheit vorgaukeln könnte“. Dazu zählt der ehemalige Sportlehrer auch das Ziehen von Leinen am Ostufer. „Der einzige ausgewiesene Nichtschwimmerbereich verbleibt am Westufer.“ Döhner beklagt grundsätzlich die zurückgehende Bereitschaft und Fähigkeit von Kitas und Schulen, Schwimmunterricht anzubieten. „Früher hatten viel mehr Einrichtungen genügend Lehrkräfte, die Schwimmunterricht erteilen durften.“ Ein Leistungskurs in der Oberstufe komme da viel zu spät. Eltern gibt Döhner, selbst mehrfacher Großvater, noch eine Mahnung mit auf den Weg. „Das Seepferdchen als Schwimmabzeichen ist kein Garant, dass das Kind schwimmen kann.“ 25 Meter in einem Becken direkt am Rand zu meistern, habe nicht viel mit „schwimmen können“ zu tun.

Von Rebekka Neander

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