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Nachrichten Nabu warnt: Libellen sind ohne Hilfe in Gefahr
Region Langenhagen Nachrichten Nabu warnt: Libellen sind ohne Hilfe in Gefahr
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08:17 24.08.2019
Libellen umkreisen auf einer Wiese bei Krähenwinkel die Pferde, um lästige Bremsen oder Fliegen zu erbeuten. Quelle: Foto: Ricky Stankewitz (Nabu Langenhagen)
Langenhagen

Libellen gelten als schillernde Flugkünstler. Doch die Frage ist, wie lange diese Insekten noch in der Natur zu bewundern sind. Denn viele Arten gelten wegen des zunehmenden Verlustes an geeignetem Lebensraum als gefährdet oder sind bereits vom Aussterben bedroht, warnen Naturschützer und fordern Hilfe ein.

„Saphirauge, Großer Blaupfeil, Blutrote Heidelibelle, Speer-Azurjungfer – die Namen verraten bereits eine Menge über die Farbenpracht und ungewöhnlichen Flugfähigkeiten einer Tiergruppe, die seit 150 Millionen Jahren in nahezu unveränderter Gestalt und Lebensweise auf der Erde existiert“, berichtet der Vorsitzende des Langenhagener Naturschutzbundes (Nabu), Ricky Stankewitz. Er meint damit Libellen. 73 von 80 in Deutschland vorkommenden Arten finden sich in Niedersachsen und Bremen.

Hochsaison ist der Sommer

„Jetzt im Hochsommer lässt sich an vielen Gewässern der faszinierende und spielerisch leichte Flug der Libellen beobachten. Denn hauptsächlich im Sommer und für wenige Wochen sind die Tiere als flugfähige Insekten unterwegs“, sagt Stankewitz weiter. „In dieser Form des Imago, also des ausgewachsenen, flugfähigen Tieres, prächtig schillernd, kennen die meisten Menschen die Libelle. Weniger bekannt ist, dass die Tiere davor, je nach Art, bis zu fünf Jahre verborgen im Wasser gelebt haben“, führt er weiter aus.

„Aufgrund von Lebensraumverlusten sind viele Libellenarten aber gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht“, heißt es von dem Nabu-Chef weiter. Dazu zählen etwa die Zwerglibelle und die Vogel-Azurjungfer. „Hauptursache dafür ist der Verlust an Lebensräumen“, erläutert Stankewitz. Libellen seien an Wasser gebunden, da ihre Larven nur dort existieren können. Die meisten Arten brauchen seinen Angaben zufolge stehende Gewässer, einige sind aber auch an das Leben an Fließgewässern angepasst.

Eine Heidelibelle ruht sich nach einem Flug ein wenig auf einem Drahtzaun aus. Quelle: Ricky Stankewitz (Nabu Langenhagen)

Einzelne Arten wie die Torf-Mosaikjungfer oder die Speer-Azurjungfer sind auf saure, extrem nährstoffarme Moorgewässer angewiesen. „Wenn also Moore und andere Feuchtbiotope trockengelegt, Flüsse begradigt oder Uferbereiche umstrukturiert werden, steht oft die Existenz der lokalen Libellenpopulationen auf dem Spiel“, schildert Stankewitz die Problematik. Auch die zunehmend ausgeprägten Dürrephasen können zum Schwund der Lebensräume und damit der Libellen beitragen.

Um Libellen zu schützen, hilft nach Meinung des Nabu-Vorsitzenden der Erhalt, die Renaturierung oder Neuanlage natürlicher und vor allem strukturreicher Gewässer. Zudem sollte auf den Einsatz von Pestiziden und Dünger besonders in Gewässernähe verzichtet werden. „Sogar Besitzer eines Gartenteiches können etwas für die Libellen tun, indem sie beispielsweise auf den Besatz mit Goldfischen verzichten. Diese fressen nämlich gern Libellenlarven, und ihr Kot überdüngt das Wasser“, erklärt Stankewitz.

Libellen schützen Pferde

Die Larven (auf dem Bild die einer Großlibelle) unterscheiden sich im Aussehen und der Lebensweise grundlegend von den ausgewachsenen Tieren. Quelle: Ricky Stankewitz (Nabu Langenhagen)

Anders als vielfach angenommen, haben Libellen keinen Stachel und können deshalb nicht stechen. Sie beißen auch nicht und besitzen kein Gift. „Für Menschen sind die schillernden Flugkünstler daher völlig harmlos“, heißt es von Stankewitz weiter. Wer als Weidebesitzer Interesse hat, ein Kleingewässer auf seinen Flächen anzulegen, kann sich beim Nabu unverbindlich per E-Mail an kontakt@nabu-langenhagen.de melden und einen Beratungstermin vereinbaren.

Und von einem derartigen Refugium haben nicht nur die Libellen etwas. „Als Räuber jagen und fressen sie andere Insekten wie zum Beispiel Mücken oder Bremsen“, erläutert Stankewitz und spricht deshalb von einem exemplarischen Beispiel einer „win-win-Situation im Naturschutz“. Denn diese Eigenschaft macht es seinen Angaben zufolge besonders für Pferdebesitzer interessant, besonnte Kleingewässer auf ihren Weideflächen der Tiere anzulegen. „Erst in der vergangenen Woche konnte ich beobachten, wie die zur Beweidung auf unserer Fläche ,Kreyen Wisch’ in Krähenwinkel eingesetzten Pferde von Libellen geradezu beschützt wurden.“

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