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Nachrichten Markthalle verwandelt sich in Großbaustelle
Region Langenhagen Nachrichten Markthalle verwandelt sich in Großbaustelle
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00:15 05.05.2015
Von Rebekka Neander
So sehen die Visionen der neuen Eigentümer der Markthalle aus. Quelle: Wilfried Feise
Langenhagen

Das Obergeschoss: weitgehend leer. Dichtes Gedränge am langen Donnerstagabend: längst vergessen. Die Markthalle zwischen CCL und Ostpassage hat ihre besten Tage hinter sich. Die „Markthalle Langenhagen GmbH & Co. KG“ will das jetzt ändern; eine Gruppe von heimischen Unternehmern und Privatpersonen hat das Gebäude von einer in München ansässigen Immobilien-Gruppe gekauft und will das einstige Prestigeobjekt komplett überarbeiten. Wie viel Geld sie dafür investieren, will der beauftragte Architekt Wilfried Feise aus Hildesheim nicht näher als „mehrere Millionen“ präzisieren. Einzig ein Vergleich darf noch sein: „Es wird mehr Geld in den Umbau als in den Kauf gesteckt.“ Und vielleicht noch dies: „Würde jetzt nichts passieren, wäre die Markthalle zum Tode verurteilt.“

Neben Feise und Stadtbaurat Carsten Hettwer sitzt an diesem Morgen Bernd Ebeling, Geschäftsführer der Alpha Immobilien, ebenfalls aus Hildesheim. Ebeling hat dort bereits einige größere Geschäftshäuser mit Feise auf neue ökonomische Füße gestellt. Und doch hinterlässt ihn die Analyse der Markthalle hörbar perplex: „Die Mieter zahlen exorbitante Nebenkosten; und wir müssen herausfinden, warum.“ Ein paar Gründe liegen schon auf der Hand: Die Rolltreppe ins weitgehend verwaiste Obergeschoss läuft unermüdlich. „Gleichzeitig ist der energetische Zustand grausam: große Hitze im Sommer und viel Kältefluss übers Dach im Winter.“

All dies soll sich ändern. Baulich, wie Feise sagt. Aber auch wirtschaftlich. Während Feise mit der von ihm hochgelobten Bauverwaltung der Stadt die Details für die Baugenehmigung erarbeitet, ist Ebeling dabei, mit den Mietern ergänzende Verträge auszuhandeln. Darin sollen vor allem die Nebenkosten präzise auf die wirkliche Nutzung ausgerichtet werden. „Eine Praxis für Fußpflege muss wohl kaum für den Fettabscheider der Gastronomie zahlen“, sagt Ebeling.

Ins Obergeschoss ziehen im Laufe des nächsten Jahres mehrere Arztpraxen. Genauer wollen Feise und Ebeling an dieser Stelle nicht werden. Dass es sich dabei auch um bereits ansässige Praxen handelt, wollen die zwei aber keinesfalls ausschließen.

Vorausgehen wird jedoch ein grundlegender Umbau, der auch die Versorgungstechnik des Hauses betreffen wird. „Die Belüftung ist - sagen wir: schwierig“, umschreibt es Feise. Weil dies für die Mieter eine enorme Belastung werde, soll die Miete für diese Bauphase auf die Hälfte reduziert werden. Und damit auch jeder der Kunden mitbekommt, dass sich an der Markthalle (wieder) etwas tut, planen die Verantwortlichen laut Feise ein großes Fest zum Beginn der Bauarbeiten. „Voraussichtlich im August.“

Mieter sind „unruhig wie nie“

Viele Informationen haben die derzeitigen Mieter der Markthalle offenbar noch nicht. Eine Umfrage unter den Gastronomen zeigt: An der Notwendigkeit eines Neustarts zweifelt keiner. Doch welche Folgen der Großumbau hat, wagt derzeit niemand zu sagen.

Ja, einen Umbau möchte jeder. Und nein, seinen Namen in der Zeitung dazu lesen möchte keiner. Die Stimmung unter den Mietern der Europa-Markthalle, wie sie offiziell heißt, schwankt zwischen Vorfreude und Grauen. „Ich habe von ganz unterschiedlichen Plänen gehört“, sagt einer der Gastronomen. Und: „Ich war noch nie so beunruhigt wie jetzt.“ Das will nach mehr als 20 Jahren an dieser Stelle etwas heißen. Mehr als einen Brief, so scheint es, haben die Mieter bislang nicht bekommen. Darin ist vom Verkauf der Halle zu lesen, einem Vorgang, über den eigentlich grundsätzlich Freude herrscht. Was aber genau geplant ist, wie lange die Bauphase dauern wird, die die Initiatoren selbst als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnen, all diese Details werden offenkundig erst jetzt fließen. Dabei verrät die jetzt vom Architekturbüro Feise veröffentlichte Skizze der künftigen Südfront bereits, dass nach dem Eingriff von der bisherigen Innenarchitektur nicht viel übrigbleiben wird. Auch die Zuwegung wird sich verändern: Der Zugang für die neuen Arztpraxen im Obergeschoss werde von außen erfolgen, sagt Wilfried Feise. Dem Vernehmen nach ist dafür die östliche Seite des Gebäudes vorgesehen. Der bisherige Wendehammer vor der Südfassade muss von der Stadt zurückgebaut werden. Stadtbaurat Carsten Hettwer spricht gar von einer Fläche mit „Qualität eines Platzes“. Stichwörter wie Brunnen und Grünfläche fallen für das Areal, wo derzeit noch das alte Gebäude der Firma Grünwald steht. Das Grundstück hatte die Stadt vor einiger Zeit erworben. Auch, um an der künftigen Gestaltung dieses zentralen Bereiches mitwirken zu können.

Kommentar: Die eigene Stadt wird entdeckt

Seit einigen Monaten ist zu erkennen, dass Langenhagener in zentrale Orte ihrer Heimat investieren: Eishalle, Markthalle, Wohnungsbau. Diese neu entdeckte Identifikation ist gut. Sie steht für Verantwortung.

An der Neuen Bult wohnt der Rennverein – Hannover. In der Eishalle an der Brüsseler Straße spielen die – Hannover – Scorpions. TNT? UPS? Haben anscheinend eine Niederlassung in Hannover. Haben sie nicht. Die wenigsten namhaften Firmen tragen Langenhagen in ihrem Titel. Das ist nicht weiter tragisch – könnte man meinen, wenn sie denn brav ihre Gewerbesteuer zahlen und den Menschen Arbeit bieten. Aber ein Blick ins nahe Burgdorf zeigt, dass es gerade für die kleinen Kommunen um Hannover immens wichtig ist, so etwas wie Identifikation zu schaffen. Vor diesem Hintergrund gewinnt manche Nachricht der jüngsten Zeit einen reizvollen Kontext. Denn gleich in mehrere seit Jahren bekannte Sorgenkinder stecken einheimische Unternehmer Geld: Kay Uplegger in die Eishalle, Antonino Saccullo in den öffentlich geförderten Wohnungsbau im Stadtzentrum sowie nun regional ansässige Geldgeber in die Markthalle. Und hier lohnt der Blick nach Burgdorf: Dass dort seit Jahren ein boomendes Stadtmarketing von sich reden macht, hat vor allem mit der Heimatverbundenheit dort ansässiger Unternehmer zu tun. Bernd Gessert, der als Mäzen nicht nur die Handballer aus Burgdorf in die Bundesliga geführt hat und gleich noch ein Stadtmuseum dazu spendiert, ist dabei nur der bekannteste. Die Liste ist länger. Sie alle geben sich und der Stadt gute Gründe, sich mit ihr zu identifizieren. Ein Motiv, dass in Langenhagen lange fehlte. Wer eine Europa-Zentrale seiner Firma in Flughafennähe führt, dem ist im Zweifel egal, welche Postleitzahl im Stempel steht. Dass sich daran nun etwas ändert, dass auch ein stetig wachsender Wirtschaftsklub samt Stiftung offenkundig seine turbulenten Jahre weit hinter sich gelassen hat, tut der Stadt sehr gut. Auch und gerade vor dem angekündigten und jetzt im neuen Haushalt verankerten Neustart eines Stadtmarketings. Langenhagen mag nicht (überall) schön sein. Aber die Stadt hat gute Gründe, sich mit gewissem Stolz auf sich zu beziehen. Die Unternehmer haben das erkannt. Die Bürger sollten ihnen folgen.

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