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Langenhagen: Wasser ist weiter verschmutzt - Wasserwelt bleibt geschlossen

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09:00 30.10.2020
Zu den frischen Brötchen auch gleich frisches Kaffeewasser: Ein THW-Mitglied reicht einem Anwohner dessen gefüllte Wasserkanne. Quelle: Frank Walter
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Langenhagen

Die Verunreinigung des Trinkwassers in Teilen Langenhagens beschäftigt auch aktuell noch Tausende Anwohner in den Straßen rund um den Reuterdamm im Norden der Kernstadt. Und: Die Einschränkungen können noch Tage, wenn nicht gar Wochen anhalten.

Enercity spült die Leitungen

Der Wasserversorger Enercity hatte das Problem des schäumenden und nach Reinigungsmittel riechenden Wassers im Laufe des Mittwochs eingegrenzt und eine Ausbreitung in weitere Abschnitte des Versorgungsgebietes verhindert. Wegen der Fließrichtung Süden hätte sich die Verunreinigung sonst weiter in Richtung Stadtpark und darüber hinaus ausbreiten können. Zusätzlich spülten die Mitarbeiter der Nachtschicht das Wassernetz umfassend durch. Dort ist somit nur noch reines Frischwasser enthalten.

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Als Nächstes steht die Spülung der Anlagen in den Häusern der Kunden an. Mit ersten Mehrfamilienhäusern hat Enercity am Donnerstagvormittag begonnen. Der Energieversorger will informieren, wie die einzelnen Haushalte am besten bei der Spülung ihrer Hausleitungen vorgehen können – „zeitnah“, wie es hieß.

Einschränkungen können noch zwei bis drei Wochen andauern

Währenddessen geht die Suche nach der Ursache der Verschmutzung weiter. Vermutlich hatte ein Reinigungsprodukt die Schaumbildung verursacht. Dieses ist aus bislang ungeklärter Ursache von außen ins Wassernetz gelangt, die Herkunft ist weiter nicht bekannt. Zur genauen Zusammensetzung des Stoffes gibt es bislang keine eindeutigen Erkenntnisse.

Noch am Donnerstagmittag hatte Enercity informiert, dass man frühestens für Donnerstagnachmittag mit ersten Laboranalysen rechne. Gegen 17 Uhr kam dann die Schock-Nachricht: Es dauert noch deutlich länger, bis die Betroffenen das Trinkwasser wieder normal nutzen dürfen.

„Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt davon aus, dass die Einschränkungen noch für einige Tage, längstens sogar zwei bis drei Wochen andauern werden“, teilte Enercity-Sprecher Dirk Haushalter mit. Dies liege an der aufwendigen Analytik der Wasserproben, die in verschiedenen Laboren deutschlandweit untersucht werden müssten. „Ziel ist es, so schnell wie möglich die Verwendung des Wassers zumindest für Waschzwecke wieder zu ermöglichen. In einem nächsten Schritt würde dann die Freigabe auch für den Verzehr erfolgen“, so Haushalter.

5000 Liter fasst diese auf einem THW-Lastwagen verzurrte Wasserblase. Quelle: Pierre Graser/THW

Bis auf Weiteres gilt daher die Aufforderung des Gesundheitsamtes der Region Hannover, das Wasser aus den Leitungen nicht zu trinken oder für Waschzwecke zu nutzen. Nur für die Toilettenspülung darf es verwendet werden.

THW unterstützt Enercity bei der Wasserversorgung

Für die Wasserversorgung der rund 2000 betroffenen Haushalte sorgt Enercity mit Wasserwagen. Die Behälter standen auch während der Nacht an vier Stellen bereit:

  • Virchowstraße 5d
  • Emil-von-Behring-Straße/Ecke Theodor-Heuss-Straße
  • Habereck 43 an der Wendeplatte
  • Elsterweg/Ecke Im Gehäge 15
„Trinkwasser hinterm Lkw“ die Ausgabestelle an der Theodor-Heuss-Straße. Quelle: Frank Walter

Auf eine entsprechende Anforderung hin unterstützt zudem seit Mittwochabend das Technische Hilfswerk Hannover/Langenhagen die Enercity AG. Das THW betreibt mit sechs je 1000 Liter fassenden Wassertanks und einer Wasserblase mit 5000 Liter Fassungsvermögen zwei Wasserentnahmestellen für die betroffenen Bürger. Unterstützt werden die Einsatzkräfte des THW Hannover/Langenhagen dabei von Spezialisten für die Trinkwasserversorgung des Ortsverbandes Wolfenbüttel.

Wasserwelt bleibt auch Freitag geschlossen

Getroffen hat die Wasserverschmutzung auch das Langenhagener Schwimmbad: Die Wasserwelt musste am Mittwoch um 15 Uhr schließen und kann auch am Donnerstag, 29. Oktober, sowie Freitag, 30. Oktober, nicht öffnen. Ob die Öffnung am Wochenende gelingt, will die Stadt auf der Homepage www.wasserwelt-langenhagen.de bekanntgeben. Ein langer Badespaß wird es jedenfalls nicht sein: Wegen des Bund-Länder-Beschlusses vom Mittwochabend rechnet die Stadt Langenhagen mit einer entsprechenden Anpassung der niedersächsischen Corona-Verordnung. In der Folge wird die Wasserwelt Langenhagen aller Voraussicht nach ab Montag, 2. November, bis Ende November geschlossen sein.

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Von Frank Walter