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Region Langenhagen Nachrichten Tag der offenen Tür am Lehrbienenstand stößt auf großes Interesse
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17:16 08.07.2019
Das Interesse der Besucher des Lehrbienenstands ist groß, wenn Wilfried Neske die Gerätschaften für die Imkerei vorführt. Quelle: Ursula Kallenbach
Langenhagen

Auch wenn kein tolles Flugwetter ist, bleibt für das Bodenpersonal genug zu tun – das haben Besucher jetzt an einem Tag der offenen Tür am Lehrbienenstand des Imkervereins Langenhagen hautnah erfahren können. Wer es nicht so nah mochte, zog sich zuerst Schutzkleidung über, bevor er sich einem Bienenvolk näherte.

In so einem Volk gibt es nämlich immer etwas zu verrichten: Wächterbienen passen am Eingang auf, dass nur dazugehörige Bienen einfliegen, „Putzfrauen“ haben ständig etwas zu säubern in der Bienenbehausung, und die Königin will immerfort betreut und unterhalten werden. Und dies sei der geordnete Alltag, erklärte Vereinsmitglied Andreas Köster. „Egal, ob Flugwetter oder nicht: Von 20.000 Bienen im Volk fliegen nur 10.000 aus, die anderen bauen weiter aus und pflegen den Bestand.“

Faulbrut seit zehn Jahren kein Thema im Verein

Als Honigwart im Imkerverein konnte sich Köster an seinem Stand vor Fragen zum Thema Honig – der natürlich auch verkauft wurde – und zur Amerikanischen Faulbrut kaum retten. „Gott sei es gedankt“, sagte er. „Wir haben seit zehn Jahren keine Faulbrut im Verein.“ Die Bienenseuche macht vielen Imkern alle Jahre wieder zu schaffen; zuletzt wurde ein Sperrbezirk im Bereich Uetze angeordnet.

Viele Besucher machten sich Sorgen um den Fortbestand der Bienenvölker, weil die Tiere in solchen Bezirken getötet werden, berichtete Köster weiter. „Aber wenn die Faulbrut bekämpft ist, ist der Frieden wieder hergestellt“, beruhigte der Fachmann die Gemüter der Besucher und äußerte sich gleichwohl erfreut darüber, „dass sich die Menschen Gedanken machen“. Fakt sei: Die Seuche in Bienenvölkern ist nicht übertragbar auf Menschen und andere Tiere und hat auch keine Folgen für die Honigproduktion oder die Qualität des Nahrungsmittels.

Mehr Frauen wollen imkern

Imkerei konnten die Besucher auch ganz praktisch bei mehreren Führungen über das Freigelände am alten Wasserturm an der Stadtparkallee erleben. Aufgereiht stehen dort die Beuten mit 15 Bienenvölkern. Alle Gerätschaften und Handgriffe des Imkers von der Wabe bis zur Honigschleuder führte Wilfried Neske vor. Der Vereinsvorsitzende beantwortete alle Fragen, auch die der jüngsten Besucher, gern – und hatte zu Königinnen und zum Fußvolk immer noch ein bisschen mehr zu erzählen und zu zeigen; schließlich ist er der Leiter des Lehrbienenstandes.

Der alte Wasserturm im Stadtpark Langenhagen bietet innen und auf dem Außengelände alles, was man zum Imkern und zum Lernen dieses Hobbys braucht. Quelle: Ursula Kallenbach

Zunehmend interessieren sich Frauen für das Hobby Imkerei. Das registrieren örtliche Imkervereine seit Jahren, bestätigten aber auch mehrere Besucherinnen selbst. Mit ihrer Mutter Iris nahm die Schülerin Paula Hinze aus Langenhagen die Stationen auf dem Lehrbienenstand genau in Augenschein. Am Gymnasium Langenhagen gebe es eine Imker-AG, berichtete sie, und sie überlege, dort mitzumachen.

Bienen benötigen insektenfreundlichen Garten

Auch ohne selbst zu imkern, können Bienenfreunde auf ihrem Balkon, der Terrasse und im Garten viele Schritte tun, um Bienen beim Überleben zu helfen. Welche Pflanzen für Insekten wertlos sind, und welche am bienenfreundlichsten, hatte Aischa Bach beim Schautag in Langenhagen zusammengestellt. Wie kann man einfach anfangen? „Auf dem Balkon schon mit allen Kräutern: Basilikum, alle Würzkräuter, Borretsch, Oregano, auch Lavendel, sind bei Bienen beliebt“, sagte sie an ihrem Pflanzenstand.

Gerade die Standard-Sommerblumen dagegen sind keine Insektenpflanzen. Rhododendron, in Bauerngärten weit verbreitet, fliegen Bienen nicht an, auch Geranien und die großblütigen Petunien nicht. Wer etwas für die Insekten tun wolle, greife zu Sommerflieder, Zierdisteln, Lichtnelken, Nachtkerze, Dorst und Stockrosen. Auch das gelb blühende Johanniskraut, so die Pflanzenexpertin mit eigener kleiner Imkerei, und Rittersporn seien Landestationen speziell für Bienen.

Anfänger und erfahrene Imker können hier lernen

Der Imkerverein Langenhagen Hannover-Land von 1863 betreibt seit mehr als 20 Jahren in dem ehemaligen Wasserturm im Stadtpark, Stadtparkallee 16, seinen Lehrbienenstand. Auf dem Freigelände werden ständig 15 Bienenvölker für den Lehrbetrieb gehalten. Im Wasserturm stehen mehrere Räume, Anschauungsmaterial und alle notwendigen imkerlichen Gerätschaften zur Verfügung. Unterstützt vom Kreisimkerverein dient dieses praktisch orientierte Angebot sowohl erfahrenen Imkern als auch Einsteigern für zahlreiche Fortbildungen. Dazu werden - wie an Tagen der offenen Tür – und bei Veranstaltungen zur Jugendarbeit viele weitere Menschen für die Themen Natur, Gartengestaltung und Bienen- und Insektenschutz sensibilisiert. Inzwischen investieren mehr als 1000 Imker in der Region Hannover Zeit und Arbeit in dieses Hobby, und die örtlichen Imkervereine verzeichnen einen ständig wachsenden Zulauf. Sechs Bienenvölker pflegen ausgebildete Imker im Schnitt. Informationen gibt der Vorsitzende des gemeinnützigen Imkervereins Langenhagen und Leiter des Lehrbienenstandes, Siegfried Neske, unter Telefon (0511) 733 154 oder per E-Mail an siegfried.neske@gmx.de.

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Von Ursula Kallenbach

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