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Nachrichten Grundschulhort: Stadt springt für insolventen Förderverein ein
Region Langenhagen Nachrichten Grundschulhort: Stadt springt für insolventen Förderverein ein
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00:20 28.06.2019
Der Förderverein hatte außer der Kinderbetreuung auch Geld gesammelt – beispielsweise für neues Spielgerät auf dem Schulhof.
Der Förderverein hatte außer der Kinderbetreuung auch Geld gesammelt – beispielsweise für neues Spielgerät auf dem Schulhof. Quelle: Rebekka Neander (Archiv)
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Langenhagen

Nach 20 Jahren endet an der Hermann-Löns-Grundschule eine Ära: Der Förderverein hat einen Insolvenzantrag gestellt. Zurückgehende Anmeldezahlen bei der Kinderbetreuung haben dem Verein finanziell das Genick gebrochen. Jetzt springt die Stadt mit einer Hortgruppe kurzfristig ein. Doch die zuletzt vier Mitarbeiterinnen, die der Verein über Jahrzehnte beschäftigte, darf sie nicht übernehmen.

Neuer Hort kann drei Kinder nicht aufnehmen

Betroffen sind aktuell 23 Kinder, die das Angebot einer Früh- und Nachmittagsbetreuung zum nächsten Schuljahr nutzen wollten. Für sie will die Stadt nach Ferienende eine Hortgruppe einrichten, in der sie jedoch maximal 20 Kinder unterbringen darf. „Wir sind derzeit im Austausch, um kurzfristig eine Lösung auch für die drei überzähligen Kinder zu finden“, sagte Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch am Dienstag auf Nachfrage. Betroffene Eltern könnten unter diesen Umständen auch eine Grundschule außerhalb ihres Bezirkes wählen.

Unklar ist, welches Angebot in den Sommerferien besteht. „Der Insolvenzverwalter prüft derzeit, ob unsere vier pädagogischen Mitarbeiterinnen dafür noch zur Verfügung stehen dürfen“, sagte Hubertus von Wick, Schatzmeister des Fördervereins, am Dienstag. Überdies verweist die Stadt auf noch freie Plätze für die Ferienbetreuung, die in der Grundschule Engelbostel angeboten wird – dies jedoch nur vom 29. Juli bis zum 9. August. „Dieses Angebot werden wir jetzt auch über den Elternbrief kommunizieren“, sagte von Wick.

Förderverein der Hermann-Löns-Grundschule startete vor 20 Jahren

Begonnen hatte der Förderverein vor 20 Jahren mit 72 Kindern, für die zunächst fünf Mitarbeiterinnen vom Verein angestellt worden waren. „Im Laufe der Jahre brachen die Zahlen jedoch immer wieder ein“, sagte von Wick. Zuletzt waren nur noch 33 Kinder in der Betreuung. „Wir haben schon länger Defizite eingefahren, haben diese aber mit dem Puffer aus guten Zeiten immer ausgleichen können“, so von Wick. Zuletzt lagen alle Hoffnungen auf den lange Zeit positiven Prognosen zur Schülerentwicklung für das nun bevorstehende Schuljahr. „Die Grundschule rechnete fest mit einem vierzügigen ersten Jahrgang, musste davon aber nach der Anmeldewoche im Mai wieder Abstand nehmen.“ Danach, so der Schatzmeister, habe der Förderverein die Notbremse gezogen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, hätte es mindestens 45 Anmeldungen gebraucht.

Stadt darf pädagogische Mitarbeiterinnen nicht übernehmen

Die zuletzt vier Mitarbeiterinnen können von der Stadt für das neue Hortangebot nicht übernommen werden, wie von Wick zu seinem größten Bedauern feststellen musste. „Wir hatten uns schon im Mai gleich mit der Stadt zusammengesetzt“, sagte er. „Dort hatte man uns erklärt, dass die Stadt für einen Hort nur Personal mit einer entsprechenden Ausbildung anstellen darf.“ Die jahrelange Erfahrung der Fördervereinsangestellten reiche dafür nicht aus. Die Stadt, so Gotzes-Karrasch, wird trotz angespannter Personallage in dieser Branche rechtzeitig die nötigen Kräfte anstellen können. „Eine Mitarbeiterin kommt dann aus ihrer Elternzeit zurück. Und der neue Imagefilm der Stadt hat für steigende Zahlen der Bewerbungen gesorgt“, sagte Gotzes-Karrasch am Dienstag.

Dass es soweit habe kommen müssen, tut von Wick „außerordentlich leid“. Auch für die Schule sei die Trennung von den langjährigen Mitarbeiterinnen problematisch, hatte man doch auf sie gesetzt für die Zeit nach dem bevorstehenden Um- und Neubau. Spätestens dann wäre die Kinderbetreuung des Vereins ohnehin zu Ende gewesen, so von Wick, da die Grundschule dann eine ganztägige Betreuung anbieten wird. Durch den Insolvenzantrag geht der Förderverein in Auflösung. Für die Grundschule müsste später gegebenenfalls ein neuer Verein gegründet werden.

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Von Rebekka Neander