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Region Langenhagen Nachrichten Internationale Schachspieler duellieren sich im Schulzentrum
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12:42 08.07.2019
Der Inder Sreyas Payyappat spielt, obwohl erst zwölf Jahre alt, schon hochrangig gegen den Meister Wilfried Bode. Quelle: Ursula Kallenbach
Langenhagen

Ein Hauch von Internationalität wehte durch das Schulzentrum: In der Mensa haben sich 92 Schachspieler aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland zum 1. Internationalen Langenhagener Sommer-Open getroffen, um sich zu messen. Gefragt war äußerste Konzentration – und absolute Stille.

Dass Zehnjährige und über 80-Jährige in einer Liga spielen, gibt es in kaum keinem anderen Sport, nur im Schach. Einer der Favoriten bei dem Schachereignis, Sreyas Payyappat, ist erst zwölf Jahre alt. Er spielt für die Schachabteilung von Hannover 96, seitdem er aus Indien nach Deutschland gekommen ist.

Nur die Verteilung von Männern und Frauen im Schachsport ist bisher eher unausgeglichen: Drei Mädchen standen auf dem Wettbewerbsplan, erläuterte Kassenwart und Vereinssprecher Jörg Alpers.

92 Spieler, darunter drei Spielerinnen, treten an vier Tagen gegen einander an. Die Turnierlisten wollen geführt werden, zeigt Jörg Alpers von den Schachtigern Langenhagen. Quelle: Ursula Kallenbach

Dass der kleine Verein Schachtiger Langenhagen mit nur 31 Mitgliedern ein Turnier mit fast 100 Teilnehmern ausrichtet, ist einem geselligen Vereinsabend zu verdanken: Beim Bier entstand die Idee zu dem Wettbewerb. Daraus resultierten viel Planung und Arbeit über ein halbes Jahr, bis das 1. Internationale Langenhagener Sommer-Open endlich stattfinden konnte.

Seit etwa 14 Jahren gab es kein internationales Turnier in der Region Hannover mehr. „Es gibt leistungsstärkere Vereine als uns, aber es fand sich kein anderer, der das organisieren wollte“, sagte Alpers.

Turniertage sind Sport auf höchstem Niveau

Wie ein Fußballplatz müsse auch eine Schacharena hergerichtet sein, sagte der Vereinssprecher. Unterschiedliche Räume und Material müssten vorhanden sein, sechs Helfer vom Verein und zwei Schiedsrichter aus Hannover und Berlin vorbereitet werden. Jede Partie, so Alpers, müsse auf Vordrucken mit Durchschlag für den Schiedsrichter mitgeschrieben werden. Und: Die kleinen Plüschtiger müssten natürlich für die Siegerehrung bereitliegen.

Konzentrierte Ruhe herrscht, kein lautes Wort beim Schachturnier im Obergeschoss der Mensa im Schulzentrum. Quelle: Ursula Kallenbach

Die Spitzensportler sitzen in der ersten Etage

Die hochrangigen Schachspieler saßen an den Tischen oben im ersten Stockwerk hinter Glas. Die sich erst hochkämpfenden Schachspieler unten. Schachbetter und Figuren – oben aus Holz, unten aus Plastik – wurden gestellt, genau wie die Uhren, die den Spielern Zeiten setzten.

Schachnachwuchsspieler Leon Niemann holt sich den ersten Platz im B-Turnier. Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer (rechts) und der Vereinsvorsitzende der Schachtiger Langenhagen, Manfred Backhaus, beglückwünschen ihn. Quelle: Ursula Kallenbach

Vier Tage dauerte das Turnier. Das hieß: zwei Partien von maximal vier Stunden für jeden Spieler, täglich an drei Tagen sowie am Sonntag die letzte Partie. Das glich einem Ausdauerlauf. Aber ist Schach wirklich Sport? Wer noch Zweifel hatte, war nach ein paar Minuten in den Wettkampfräumen überzeugt. Die Teilnehmer schwitzten und schauten angestrengt auf das Spielbrett. „Es ist eindeutig Sport“, betonte Alpers. „Einige bewegen sich ganz viel in ihren Köpfen. Die Spieler verlieren teils ein paar Kilo. Es ist sehr intensiv.“ Viele Mitglieder seien zudem zum Beispiel im Sportring in Langenhagen vertreten. Viele Schachvereine organisierten sich außerdem in Verbänden.

Hobbyspieler und Profis treten an

Das weltweit ausgeschriebene Turnier war vom Niedersächsischen Schachverband (NSV) auch in seine NSV-Grand-Prix aufgenommen worden. So waren in dem stark besetzten Teilnehmerfeld auch ein Schachgroßmeister und einige Meister des Internationalen Schachverbandes am Start. Das Turnier mischte Hobbyspieler und Profis.

International und hochrangig ist das Langenhagener Open: Dafür stehen bei der Siegerehrung der Vereinsvorsitzende Manfred Backhaus (von links) , Bürgermeister Mirko Heuer und der Schachgroßmeister und Sieger Sergei Ovsejevitsch. Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemärker Nachwuchs ist stark

Nach der letzten Runde am Sonntag, die etwa vier Stunden ging, standen die Sieger fest. Insgesamt wurden die Spieler mit einem Preisgeld von mehr als 2800 Euro geehrt. Für den NSV zollte Sprecher Lukas Hoffmann bei der Ehrung höchste Anerkennung für die Internationalität und den Ablauf des Turniers. Der Schachnachwuchs aus der Wedemark holte sich erste Plätze im B-Turnier: Leon Niemann aus der Wedemark – er spielt im SK Lehrte – siegte, Leon Zweigat vom Verein Freibauer Wedemark belegte den vierten Platz. Im höherrangigen A-Turnier setzte sich der Schachgroßmeister und gebürtiger Ukrainer Sergei Ovsejevitsch an die Spitze.

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Von Ursula Kallenbach

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