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Region Langenhagen Nachrichten SPD fordert: Stadt soll Klimanotstand ausrufen und mehr für CO2-Ausgleich tun
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18:30 21.08.2019
Vielerorts sieht der Mais alles andere als gut aus. Wegen der Dürre ist mit einer geringeren Erntemenge zu rechnen. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Alle sprechen vom Klimanotstand – nun auch die SPD Langenhagen. Und die örtlichen Sozialdemokraten wollen konkret etwas dagegen tun. „Ohne die Kommunen kann nichts erfolgreich umgesetzt werden“, begründet SPD-Fraktionschef Marc Köhler den Vorstoß. Wenn diese nicht mitspielten, könne auch eine Bundesregierung nichts machen, meint der Sozialdemokrat.

Aus diesem Grund hat die SPD nun einen Antrag für eine Resolution erarbeitet, der in den nächsten Wochen in den politischen Gremien diskutiert werden soll. „Wir hoffen auf eine breite Zustimmung“, gibt sich SPD-Ratsherr Wolfgang Kuschel zuversichtlich und zieht als Beispiel die Stadt Konstanz heran, die bereits den Klimanotstand ausgerufen habe.

Seine Parteikollegin Elke Zach ist ebenfalls optimistisch. Immerhin habe die Langenhagener CDU dieses Thema im Sommer auch bereits für sich erkannt.

SPD formuliert bereits konkrete Ideen zum Klimaschutz

Doch es geht der SPD nicht nur um bloße Lippenbekenntnisse. „Wir wollten nicht nur mit Worten daherkommen“, betont Tim-Julian Wook. Deshalb haben die Sozialdemokraten konkrete Vorstellungen. So sollen künftig in sämtlichen Beschlussdrucksachen der Stadt die möglichen Auswirkungen auf das Klima bei einer Entscheidung berücksichtigt werden. Das könnte dann durchaus Folgen bei der Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe in Langenhagen haben.

Auch eine Infrastruktur an Radwegen, Carsharing-Modelle oder die Ausweitung des Aktionsradius von Verkehrsdienstleistern wie etwa Moia gehören zu den Vorschlägen. Zudem schwebt den Sozialdemokraten vor, das 1000-Bäume-Programm wieder aufzunehmen, um so einen CO2-Ausgleich zu liefern. Flächen gebe es in Langenhagen genügend, meint Kuschel.

Nach Meinung der SPD soll der Rat der Stadt den Klimanotstand erklären – und anerkennen, dass der Klimawandel und dessen Folgen höchste Priorität für Langenhagen haben müssen.

Die SPD Langenhagen will für die Stadt den Klimanotstand ausrufen. Quelle: Foto: Michael Kappeler/dpa (Archiv)

Klimaschutz kostet Geld

Das Gremium solle laut Resolution aber auch feststellen, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen weder auf kommunaler noch auf überörtlicher Ebene ausreichen, um der Erderwärmung Einhalt zu gebieten. „Wir werden die Klimaveränderungen zwar nicht mehr verbessern können, aber die Folgen abschwächen“, gibt sich Zach zuversichtlich. „Dass Klimaschutz etwas kostet, ist uns durchaus bewusst“, sagt die Ratsfrau.

Nach zwei Jahren mit extremer Sonneneinstrahlung, Hitze und Trockenheit fordern immer mehr Kommunen, den Klimanotstand zu erklären. Quelle: dpa

Bürger sollen bei Bemühungen mitgenommen werden

Weiterhin fordern die Sozialdemokraten die Rathausmitarbeiter auf, den Ratsmitgliedern jährlich einen Klimabericht vorzulegen. Zudem soll die Verwaltung bis Mitte 2020 ein integriertes Konzept erstellen. Dazu soll auch eine Langenhagener Klimakonferenz oder ein runder Tisch einberufen werden, ergänzt Wook, der als Godshorner Ortsratsmitglied gemeinsam mit anderen SPD-Vertretern nach eigenen Angaben seit April nicht nur an der Formulierung der Resolution, sondern auch an konkreten Vorschlägen mitgearbeitet hat. „Wir wollen die Bürger mitnehmen“, betont er.

Aus diesem Grund seien weitere Vorschläge willkommen, unterstreicht auch Kuschel. An diesen Treffen sollen etwa auch Vertreter von Verbänden und Einrichtungen wie Schulen, der Energieprojektgesellschaft Langenhagen (EPL), den städtischen Eigenbetrieben, der Langenhagener Unternehmen, des Rates der Stadt sowie interessierte Bürger teilnehmen.

Klimaneutrale Energie bei allen kommunalen Bauten

Außerdem soll bei allen kommunalen Neubauvorhaben sowie Umbauten geprüft werden, wie etwa eine klimaneutrale Energieversorgung mittels Solarthermie, Photovoltaik oder anderen Quellen möglich gemacht werden kann. „Bisher ist da noch nicht so viel passiert“, konstatiert Köhler.

Speziell soll das bei dem geplanten Neubau des Gymnasiums an der Pferderennbahn geändert werden. Doch dann dürfe dort nicht der Fehler wiederholt werden wie an dem gegenüberliegenden neuen Schwimmbad. Dort hatte die Politik – auch mit Stimmen der SPD – angesichts des selbst aufgelegten Kostendeckels auf die Installation von Fotovoltaik und Solarthermie wegen der drohenden Mehrkosten verzichtet, räumt der Fraktionschef ein.

Aus diesem Grund müsste der Klimaschutz als ganz eigenes Projekt angesehen und mit einem eigenen Budget ausgestattet werden, fordert er. Damit sich eben diese Kosten nicht mehr auf den Bauetat der einzelnen Planungen niederschlagen.

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