Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Phosphor im Silbersee: Mädchen erleidet schwere Verbrennungen
Region Langenhagen Nachrichten Phosphor im Silbersee: Mädchen erleidet schwere Verbrennungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:15 18.09.2019
Der gesamte Hundestrand ist mit einem rot-weißen Band abgesperrt. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Langenhagen

Ein kleines Mädchen hat Sonntagmittag am Silbersee Verbrennungen erlitten. Die Neunjährige hatte zuvor aus dem Wasser einen gelblichen Stein genommen. Vermutlich handelte es sich um Phosphor, das von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Die Stadt Langenhagen hat deshalb den Hundestrand am südlichen Ufer des Sees kurzfristig gesperrt und warnt davor, Steine aus dem Wasser herauszuholen. Noch in dieser Woche will die Verwaltung Schilder aufstellen, die auf die Gefahr hinweisen. Boris Ehrhardt, Leiter der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Umwelt im Langenhagener Rathaus, spricht am Montag von einem „bedauerlichen Vorfall“.

Stein fängt nach Hautkontakt sofort an zu brennen

Das Mädchen war mit seiner Mutter – beide kommen aus Hannover – am Sonntagmittag gegen 14 Uhr am südlichen Ufer des Sees unterwegs. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Langenhagener Kommissariat hat das Kind dort einen gelblichen Stein im Wasser gesehen und aufgehoben. Dieser habe sofort angefangen zu brennen. Das Mädchen steckte den Stein in eine Kleidtasche und erlitt deshalb an der linken Hand und am linken Oberschenkel Verbrennungen. Die Neunjährige wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort nach Auskunft der Mutter noch am Sonntag operiert, berichtet der Polizeisprecher. Nach Angaben der Mutter hat das Kind Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Zur Schwere der Verbrennungen hat die Klinik gegenüber der Polizei bisher jedoch keine offiziellen Angaben gemacht.

Diese Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg wurden im Silbersee gefunden. Quelle: dd

Die Stadt hat noch am Sonntag den Hundestrand am Silbersee mit rot-weißem Band durch die Polizei sperren lassen. Weitere Maßnahmen will die Stadt in Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst treffen. Es solle keine „Schnellschüsse“ geben. Doch eines steht fest: „Noch in dieser Woche“ sollen nach Angaben von Ralph Gureck, Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation, rund um das Gewässer Schilder aufgestellt werden, die Gäste auf mögliche Phosphorreste hinweisen und davor warnen, bernsteinfarbene Steine aus dem Wasser zu holen. Fängt ein bernsteinfarbener Stein an zu brennen, sollten Seegäste diese mit Sand löschen und nicht mit Wasser, rät die Stadt. Zudem sollte die Polizei informiert werden.

Im Rathaus gab es bereits früher Überlegungen, mit solchen Schildern die Öffentlichkeit zu informieren. Es sei immer eine Abwägung, wo diese aufgestellt werden, sagt Erhardt dazu. „Die Gefahr ist grundsätzlich immer da.“ Nicht nur am Silbersee gebe es Kampfmittelreste.

Bereits 2015 und 2016 wurde im Silbersee Phosphormunition gefunden

2015 und 2016 wurde am See flächendeckend nach alter Munition an dem See gesucht – und bei den Sondierungen einiges gefunden. Man könne jedoch nicht jeden einzelnen Phosphorstein finden, berichtet Ehrhardt. Das, was damals gemacht wurde, „war seinerzeit höchster technischer Standard“. Sprengmeister Marcus Rausch sagte damals: „Die Stadt hat das Problem im Rahmen der Möglichkeiten entsorgt. Das Naherholungsgebiet ist jetzt wieder sicherer.“

„Trotz aller Bemühungen ist leider nicht auszuschließen, dass vereinzelt Phosphorreste an den Strand gelangen“, heißt es auf dem Entwurf für die Schilder. Und weiter: „Sie sehen aus wie bernsteinfarbene Steine. Feucht sind sie unbedenklich. Werden sie jedoch trocken, reagieren sie mit Sauerstoff und können sich entzünden.“ Eine Sondierung in tieferen Schichten hat es bisher nicht gegeben. Das stehe noch auf der Liste der Verwaltung, berichtet Ehrhardt auf Nachfrage. Doch eine solche Suche sei „sehr, sehr, sehr aufwendig“.

Zusätzlich arbeitet die Stadt daran, auf ihrer Homepage eine Themenseite zu den falschen Bernsteinen zu erstellen. Dort sollen in wenigen Tagen alle Informationen für die Öffentlichkeit verfügbar sein.

Auf dem Entwurf für die Schilder heißt es: „Wenn Sie die Hinweise beachten, können sie bedenkenlos im Silbersee baden, am Strand spielen, den Hundestrand nutzen oder auf den Grillplätzen grillen“.

Lesen Sie dazu auch:

Nachgefragt bei Boris Ehrhardt: Ist der Silbersee noch sicher?

11,2 Tonnen Munition im Silbersee gefunden

Stadt beseitigt Munitionsreste am Silbersee

Stadt will Sicherheit am See erhöhen

Zaun versperrt nun Ostseite des Silbersees

Von Julia Gödde-Polley

Ein Unbekannter hat am Wochenende in Langenhagen zehn Tauben aus mehreren Verschlägen gestohlen. Der Einbrecher öffnete mehrere Schlösser gewaltsam, um an die Tiere zu kommen.

16.09.2019

Auf der Vinnhorster Straße droht am Freitag ein Engpass. Die Region Hannover lässt die Strecke zwischen Langenhagen und Vinnhorst aufwendig sanieren. Die Kosten belaufen sich auf etwa 150.000 Euro.

16.09.2019

Das Theater für Niedersachsen bittet achtmal in den Theatersaal Langenhagen. Die Zuschauer können sechs Schauspiele und zwei Musicals erleben. Los geht es am 2. Oktober.

16.09.2019