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Region Langenhagen Nachrichten Viele Eltern ignorieren noch die Schutzzone
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17:30 18.02.2019
Allein sie dürfen durch: Trecker haben freie Durchfahrt. Quelle: Stephan Hartung
Engelbostel

Seit nunmehr zwei Wochen gibt es in Engelbostel vor der Grundschule eine Schutzzone. Die Langenhagener Stadtverwaltung hat sie als Pilotprojekt mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres eingerichtet. In dieser Zone ist die Straße Klusmoor nun an Schultagen für vier Stunden gesperrt, Gosewischs Garten ist in eine reine Anliegerstraße umgewandelt worden. Doch das Echo ist geteilt. Spricht die Stadtverwaltung von einem Erfolg, so ist Ortsbürgermeisterin Bettina Auras enttäuscht, wie viele Eltern die neuen Regeln noch ignorieren.

„Mit dem Anfang Februar gestarteten Pilotprojekt wollen wir verschiedene Erfahrungen sammeln: Sind die Änderungen zweckmäßig, muss eventuell irgendwo nachjustiert werden und natürlich, ob die Eltern und alle anderen die Schutzzone mittragen“, listet Boris Ehrhardt, Leiter der Langenhagener Abteilung, Ordnung, Sicherheit und Umwelt auf. In seinen Augen verliefen die ersten zwei Wochen gut. Seinen Angaben zufolge hätten viele Eltern offenbar die geänderten Verkehrsregeln bereits gekannt. In der Folge wurden sie auch berücksichtigt. Einige Eltern hielten sogar abseits der eigens eingerichteten Bring- und Abholzonen und legten die letzten paar Meter zum Klusmoor gemeinsam mit ihren Kindern zurück, bilanziert Ehrhardt.

Auras: Viele Eltern ignorieren neue Regelungen

Letzteres kann auch Engelbostels Ortsbürgermeisterin Bettina Auras bestätigen. Speziell die Eltern aus Schulenburg würden der Sicherheit ihrer Kinder zuliebe diese zwar weiterhin mit dem Auto zur Schule bringen, um sie so vor der gefährlichen Passage an der Autobahn 352 zu schützen. Und sie kann die Mütter und Väter angesichts der dort lauernden Gefahren durchaus gut verstehen. Für Auras ist das dort jüngst eingeführte Tempolimit auf der Hannoverschen Straße allein nicht ausreichend, um den Bereich für Kinder zu entschärfen. Lobend erwähnt Auras die Schulenburger, die während der Bring- und Abholphase Stellplätze am Stadtweg nutzen würden, um dann mit den Kindern den letzten Weg zu Fuß zur Schule zurückzulegen.

Doch die Ortsbürgermeisterin ist über das Verhalten vieler anderer Eltern enttäuscht, die die neue Beschilderung an der Schule bislang ignorieren würden. Die neuen Regeln kommen zwar an, „aber nicht bei allen“, hat sie in der ersten zwei Wochen während der Bring- und Abholphase selbst registriert. Was Auras und ihre Kollegen im Ortsrat besonders ärgert, ist die Tatsache, dass speziell die Anwohner die Leidtragenden der neuen Regelungen sind. Und sie ärgern sich zu Recht darüber, dass „die Uneinsichtigkeit mancher Eltern“ das ausgelöst haben, berichtet die Ortsbürgermeisterin auf Anfrage. Gleichwohl: „Uns ist allen bewusst, es geht hier um die Sicherheit der Kinder“, betont Auras. „Nicht mehr und nicht weniger.“

Kinder kommen nun sicherer zur Schule

„Für die Kinder ist die Situation auf der Straße übersichtlicher und in dieser Hinsicht sicherer als vorher“, ist Benjamin Stein, städtischer Verkehrsplaner im Langenhagener Rathaus, überzeugt. „In der Vergangenheit habe es wegen der Elterntaxis mitunter schwierige Situationen gegeben. Das hat letztlich zu den Änderungen an der Grundschule geführt.

Für Grundschulleiterin Stefanie Haller ist die Schutzzone schon jetzt ein Erfolg. Zumal sie nach eigenen Angaben morgens und nachmittags am Schulgebäude rund um die Straße Klusmoor teilweise überhaupt kein Auto mehr gesehen habe. Und das sei für Haller durchaus eine ungewohnte Situation. Die Kinder hätten sie aber zügig angenommen. „Wir haben das Thema Sicherheit in unserem Morgenkreis angesprochen und mithilfe der Polizei deutlich gemacht, worauf beim Überqueren einer Straße zu achten ist – unabhängig davon, ob sich ein Auto nähert oder nicht.“

Alexander Zimbehl, Leiter des Polizeikommissariats Langenhagen, begrüßt das Pilotprojekt ebenfalls. Seinen Angaben zufolge werde nicht nur in Engelbostel alles getan, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Und dafür hat die Polizei bereits regelmäßig an den Schulen den Verkehr während der neuralgischen Zeiten kontrolliert. Zimbehl setzt nun aber darauf, dass sich die Eltern angesichts der Gefahren im Straßenverkehr weiter sensibilisieren lassen.

„Uns war von Anfang an wichtig, die Schutzzone in einer für alle verträglichen Variante zu entwickeln, daher werden wir die Situation auch weiterhin intensiv beobachten und nötigenfalls anpassen“, betont Ehrhardt. Deshalb hatte sich die Verwaltung auch dafür entschieden, die Straßen im Bereich der Grundschule Engelbostel zeitlich begrenzt zu sperren – und dort eben keine Poller aufzustellen. „Eine stundenweise Sperrung hat zudem den Vorteil, dass Eltern ihr Kind vormittags durchaus mit dem Auto von der Schule abholen könnten, wenn es etwa über Übelkeit klagt.“

Auch der Engelbosteler Ortsrat behält ein Auge auf die Schutzzone. Nach Auskunft von Bettina Auras stehen die Vertreter des Gremiums in Kontakt mit dem Langenhagener Ordnungsdienst, um gegebenenfalls Verbesserungen anzuregen. Das werde die Zeit zeigen, gibt sie sich zuversichtlich.

Von Sven Warnecke

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