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Nachrichten Klinikspitze will Gehälter kürzen
Region Langenhagen Nachrichten Klinikspitze will Gehälter kürzen
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16:30 04.11.2013
Von Sven Warnecke
Mitglieder und Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi streiken mit einer „aktiven Mittagspause“ vor der Paracelsus Klinik. Quelle: Stephan Hartung
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Langenhagen

Gewerkschaftssekretärin Brigitte Horn spricht von einer verunsicherten Belegschaft, die das Vertrauen in die Konzernspitze verloren habe. Am Montag beteiligten sich in der Paracelsus Klinik am Silbersee 60 der 150 Mitarbeiter an einer „aktiven Mittagspause“ vor dem Haupteingang. Worum geht es? Die Klinik mit konzernweit 5000 Mitarbeitern will sich für die Zukunft besser aufstellen - und muss nach eigenem Bekunden sparen. Unternehmenssprecherin Simone Hoffmann betonte auf Anfrage, dass es nicht um Jobabbau und eine daraus resultierende weitere Arbeitsverdichtung gehe. Auch die Standorte sollen erhalten bleiben. „Doch wir müssen die Zukunft gestalten“, sagte sie.

Ihr Unternehmen sei wegen der desolaten finanziellen Situation an den Krankenhäuser auf die Gewerkschaft Verdi zugegangen, um gemeinsam einen Sanierungstarifvertrag zu erstellen. Der Klinikleitung schwebt vor, sowohl das Weihnachtsgeld für einen gewissen Zeitraum einzubehalten wie auch die Gehälter „moderat“ zu kürzen. Im Raum stünden ein bis vier Prozent, teilte Hoffmann weiter mit. Das sei „ein harter Einschnitt, das wissen wir“, hob die Unternehmenssprecherin hervor. Doch das eingesparte Geld solle in die Zukunft der Kliniken und damit in die Arbeitsplatzsicherung gesteckt werden. „Jeder soll einen Beitrag leisten“, betonte Hoffmann, auch die Klinikleitungen und Geschäftsführer. Doch wie lange die Mitarbeiter verzichten sollen, sagte sie nicht.

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Unterdessen will Verdi von Gehaltskürzungen nichts wissen, sagte Horn auf Anfrage. Schließlich würden die Paracelsus-Mitarbeiter bereits jetzt unter dem Niveau kommunaler Kliniken entlohnt. Und das Weihnachtsgeld solle maximal für ein Jahr gestundet werden, damit das Unternehmen „über die Klippe“ komme. Doch es könne nicht sein, dass bei den Mitarbeitern gespart werde und der Klinik-Gesellschafter sich weiter Gewinne ausschütten lasse. „Das passt nicht zusammen“, betonte Horn. Die Gewerkschaft werde die heutige Verhandlungsrunde abwarten. „Schließlich will der Arbeitgeber etwas von uns.“

Rebekka Neander 03.11.2013
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