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15:34 24.03.2019
Jihan Taha Basch und Mohamad Hussin haben beide eigentlich in Syrien bereits viel Berufserfahrung gesammelt. Nach ihrer Flucht vor dem Krieg stehen sie in Deutschland vor dem Neustart. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Redwan Omar zuckt ein wenig hilflos mit den Schultern. Warum er als erfahrener IT-Programmierer in Deutschland in Zeiten der Industrie 4.0 keine Arbeit findet? Das kann er sich auch nicht wirklich erklären. Am Ende, räumt er ein, liege es vielleicht ja doch an der Sprache. Daran, dass sein Deutsch zwar kurz vor der B2-Prüfung eigentlich schon ganz gut, aber eben nicht gut genug ist. Das jedenfalls habe man ihm zu verstehen gegeben bei seinen bisherigen Gesprächen. „In Syrien lief das alles auf Englisch. Und das kann ich gut.“

Neben ihm in den Räumen des VHS-Treffpunkts in der Stadtmitte steht an diesem Vormittag Heidrun Hartwig. Um sie herum herrscht der Trubel des Berufsfindungsmarktes der Stadt. Hartwig kann einiges erklären – als Deutschlehrerin. Und sie hat als Dozentin von derzeit insgesamt 19 Flüchtlingen auch schon einiges darüber mitgekommen, was es heißt, sich im Behördendschungel zu verirren. Doch auch Hartwig muss Omars unbeantwortete Fragen einfach hinnehmen.

Wirklich unglücklich wirken die zwei in diesem Moment allerdings nicht. Denn Redwan Omar will aus seinem in Syrien gepflegten Hobby in Deutschland einen Beruf machen. Er sucht eine Lehrstelle als Konditor. „Und die werden in Deutschland ja nun auch gesucht“, ruft Hartwig lachend aus.

Redwan Omar war in Syrien eigentlich als IT-Programmierer tätig. Nun versucht er als Konditor einen Neuanfang. Quelle: Rebekka Neander

Seinen neuen Traumberuf hat Omar auf einem großen Plakat buchstäblich skizziert. Er hat Fotos angefertigt und die Grundzüge des Berufsfelds aufgeschrieben. 17 weitere Berufe sind auf ähnlichen Plakaten ebenfalls in dem Raum zu bewundern. Sie sind Herzenswunsch, Bewerbungsschreiben und Prüfungsvorbereitung zugleich. „Die B2-Prüfung beschäftigt sich mit drei Teilen der Berufsfindung“, berichtet Hartwig. Die Schüler müssen einen Beruf ausführlich vorstellen, über Arbeitsrecht referieren und in einer Art Rollenspiel auch ein Projekt ausarbeiten. „Das ist ganz schön viel.“

Der Berufsfindungsmarkt ist auch für Jihan Taha Basch und Mohamad Hussin ein Tag der Hoffnung – und des Trainings. Basch hat in Syrien bereits als Friseurin gearbeitet und hofft, dies nun auch in Deutschland tun zu können. Sie teilt sich mit ihrem Plakat eine Stellwand mit Hussin, der sich eine Zukunft als Werkzeugmacher gut vorstellen kann. Sie haben auf den Werken ihrer Mitschüler die anderen Berufe studiert und den Erfahrungen dieses Tages gelauscht. Darunter die hoffnungsvolle Geschichte von Mohammed Taimoury aus Afghanistan. Er arbeitete vor der Flucht als Anlagenbauer für Heizung und Sanitär. Hinter ihm liegen nun ein paar Stunden der Überraschungen. „Die wollten ihn alle sofort haben“, erzählt Hartwig voller Stolz. Taimoury, der als Vater von fünf Kindern laut Hartwig auch deren Hausaufgaben kontrolliert und seiner Frau beim Deutschlernen hilft, lässt seinem Glück etwas bescheidender freien Lauf: „Ich glaube, ich kann jetzt ein Praktikum machen.“

Mohammad Teimoury hat in Afghanistan bereits als Heizungs- und Sanitärmechaniker gearbeitet. Er hat nun ein Praktikum in Aussicht. Quelle: Rebekka Neander

Von Rebekka Neander

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