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Nachrichten Gartenfreunde präsentieren ihre Anlage bei der offenen Pforte
Region Langenhagen Nachrichten Gartenfreunde präsentieren ihre Anlage bei der offenen Pforte
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01:15 03.07.2019
Klaus-Dieter Elling sieht sich selbst nur als "Hiwi" im Garten 28 , der für seine Frau Edelgard ein arbeitsreicher Schatz ist. Ihr Stolz: die seltene weidenblättrige Birne, unter der das Paar steht. Quelle: Ursula Kallenbach
Langenhagen

Die blühende Pracht von Rosen und Hortensien präsentierte sich auf den Punkt, als die Besucher am Sonnabend kamen. Die Parzellenpächter auf der Kleingartenanlage Langenhagen an der Virchowstraße hielten Schattenplätze bereit. Zum zweiten Mal beteiligte sich der Verein an der offenen Pforte. Wer Besuch haben und ein bisschen erzählen wollte, hatte das Schild Offene Pforte an den Gartenzaun gehängt.

Zehn Gäste hatte Edelgard Elling in ihrem Garten Nummer 28 bis 16 Uhr zu Besuch. Angesichts der brennenden Sonne stellte sie sich auf Spätankömmlinge gegen Abend ein. Inzwischen beantwortete der Vereinsvorsitzende Dietmar Schumacher in seinem eigenen Garten gerade Fragen eines Paares, das sich für einen der 74 Pachtgärten interessierte. Was sie anbauen dürften? Das Bundeskleingartengesetz schreibt eine Drittelung für den Kleingarten vor: Freizeitbereich mit Laube, Zierpflanzen oder Blumen und Anbaufläche für Gemüse. „Die muss sein“, schärfte Schumacher seinem Gegenüber ein und nannte jede Menge Gemüse. „Aber wir laufen nicht mit dem Zollstock herum.“

Alle Gärten sind belegt

Tatsächlich ist dem Verein wichtiger, dass keine Gartenflächen frei bleiben. Zurzeit sind 74 verpachtet, alle verfügbaren außer zwei dauerhaft reservierten. Auf Grundstück 75 kommt die Vereinsgemeinschaft zum Grillen zusammen. Dort steht aber auch die zentrale Trinkwasserzapfstelle. Jeder Gartenbesitzer kann sie mit eigenem Schlüssel öffnen. „Da holt sich jeder in Kanistern sein Wasser zum Kaffeekochen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Das Trinkwasser kommt von Enercity und kostet, abgerechnet über einen Verbrauchszähler, den normalen Preis.

Jeder sprengt mit Grundwasser

„Wenn wir mit Trinkwasser sprengen müssten, wäre das nicht zu bezahlen“, verdeutlicht Schumacher, was zurzeit auch jeden privaten Grundbesitzer umtreibt. So hat jede Parzelle auf der Anlage über einen eigenen Brunnen mit Schwengelpumpe Zugang zu dem – für alle Bürger kostenfreien – Grundwasser. Bezahlen muss hier jeder nur den Stromverbrauch für die untergebaute Elektropumpe, die das Pumpen mit Armkraft erspart. An den Hauptwegen stehen zudem weitere vereinseigene, für jedermann zugängliche mechanische Schwengelpumpen, auch sie sind funktionstüchtig.

Auf Grundstück 76 treffen sich die Vereinsmitglieder in der ehemaligen Jugendhütte zu Sitzungen. Die Jugend fehlt wohl, nicht aber die Nachfrage von Paaren und Familien. Durchmischt ist die ansässige Gemeinschaft aus deutschen Pächtern, vielen Russlanddeutschen, Polen und wenigen anderen Nationen. Für etwa 130 Euro Pacht im Jahr können sie auf ihren Gartengrundstücken wirtschaften und sich erholen. Auf der Warteliste stehen sieben Interessenten. Manchmal geben Ältere ihre Parzelle aus gesundheitlichen Gründen ab. „Aber auch Jüngere, die meinen, dass sie es nicht schaffen“, sagt Schumacher. „Jüngere haben die Vorstellung vom Garten, dass sie grillen, sitzen und feiern. Und sie vergessen, dass ein Garten auch Arbeit macht.“

Das ist die Kleingartenanlage Rennbahnblick

Vorläufer des Vereins der Gartenfreunde Langenhagen, Anlage Rennbahnblick, war ein in den jetzigen Autobahnohren der Zu- und Abfahrten bei Langenhagen gelegener Verein, für den das Ersatzland an der Virchowstraße geschaffen wurde. Die Stadt Hannover sorgte damals für diesen Umzug und stellte die Ersatzfläche, die seinerzeit noch Brachland war. Bis heute gehört der Stadt Hannover die Fläche der Langenhagener Gartenfreunde. Der Pachtpreis ist im Vergleich zu anderen Kleingartenanlagen daher mit 41 Cent pro Quadratmeter durchaus städtisch höher. Dennoch akzeptabel: Für die Durchschnittsgröße von 315 Quadratmetern einer Parzelle in der Anlage Rennbahnblick bezahlt ein Pächter rund 130 Euro im Jahr. uc

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Von Ursula Kallenbach

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