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Nachrichten 150 Jahre alt – Gemeinde feiert Elisabethkirche
Region Langenhagen Nachrichten 150 Jahre alt – Gemeinde feiert Elisabethkirche
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00:15 25.01.2019
Diakonin Beate Granobs gibt mit ihrem Jugend-Team einen Überblick über ein wahrlich erfolgreiches Jahr. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

1869. Das ist ein Jahr gänzlich unterschiedlicher Schlagzeilen. Napoleon der Dritte gibt den Auftrag für einen Brotaufstrich, der auf dem Weg zu seinen Soldaten nicht verdirbt – die Margarine. Der Suez-Kanal wird eröffnet – genau wie die Kirche der Elisabethgemeinde in Langenhagen. Während Margarine heute in Langenhagen wohl nichts Besonderes mehr ist und der Suez-Kanal eine eher untergeordnete Rolle in der Flughafen-Stadt spielt, soll der 150. Kirchengeburtstag in der zweiten Jahreshälfte ausgiebig gefeiert werden. Unter anderem mit einer Art Übernachtungsparty für Jugendliche im leergeräumten Kirchenschiff. Das allerdings wäre dann wohl erneut eine Premiere.

Kirchen-Jugend wirbt mit ihren Erfolgen

Pastorin Bettina Praßler-Kröncke jedenfalls speiste ihre gewohnt launige Ansprache zum traditionellen Neujahrsempfang rund um den Kirchengeburtstag mit viel Vorfreude auf die Wochen rund um den eigentlichen Feier-Tag, den 12. September, der als offizieller Eröffnungstermin in den Büchern vermerkt ist. Dass die Kirche bereits nach zwei Jahren Bauzeit fertig war – „während sie derzeit seit nunmehr vier Jahren saniert wird“ –, will die Pastorin nicht als fiese Spitze verstanden wissen. Die Sanierung sei Stein-Prüfung für Stein-Prüfung viel mühseliger und „wird zudem von nur drei Leuten erledigt“, wie sie später auf Nachfrage ergänzte, nachdem die Gemeinde-Jugend mit Diakonin Beate Granobs einen fulminanten Werbeblock in eigener Sache über die Bühne gebracht hatte: vom Zirkus bis zum selbst komponierten und gedrehten Musik-Video, mit dem sie bei der Landeskirche in einem Wettbewerb unter dem Motto „Hoffnungsbilder“ einen Sonderpreis in der Kategorie „Inspiration“ erhielt.

Kirchenvorstandswahl hallt mahnend nach

Und doch: Wenn Praßler-Kröncke aufs zurückliegende Jahr blickt, fallen der Pastorin auch viele bedenkenvolle Momente ein. Die Wahl zum Kirchenvorstand, oder besser: die Suche nach geeigneten Kandidaten, hallt noch immer nach. „Es zeigt sich immer mehr, dass den meisten Berufstätigen keine Zeit mehr bleibt, sich ehrenamtlich zu engagieren“, mahnt sie. Und so habe die Suche nicht nur Kraft gekostet, sondern sich auch warnend ins Bewusstsein gefräst: „Wir müssen darüber diskutieren, wie wir die Kirchenvorstandsarbeit so gestalten können, dass sich die Menschen nicht erst im Ruhestand eine Mitarbeit zutrauen.“ Ob die Amtsdauer von derzeit sechs Jahren noch aufrechtzuerhalten sei, müsse besprochen werden – allerdings nicht in Langenhagen. „Das ist Sache der Landeskirche.“

„Elisabeths Garten“ soll Raum und Mut zur Mitarbeit geben

Und doch ist Praßler-Kröncke guten Mutes: „Wir hatten am vergangenen Wochenende eine Klausurtagung mit dem neuen Kirchenvorstand“, berichtet sie. „Wir haben dabei auch über unsere bisherige Gemeinde-Struktur gesprochen, das sich als Säulen-Modell verstand, auf dem das Gemeindeleben aufgebaut ist.“ Dieses Modell habe der Gemeinde viele Jahre Stabilität und Sicherheit gegeben. „Aber es ist eben auch sehr starr und das schreckt ab.“ Nun aber wolle sich die Gemeinde als „Elisabeths Garten“ neu aufstellen und vor allem den Menschen und ihren Ideen „Raum geben“. „Die Mitglieder des Kirchenvorstands haben darauf mit großer Erleichterung reagiert“, berichtet die Pastorin. „Gerade einige der neuen Mitglieder haben genau dies in der Gemeinde bereits schätzen gelernt, dass sie sich mit ihren Fähigkeiten und Ideen haben entfalten können.“

Festwochen beginnen Ende August

Auftakt für die Festwochen ist ein Doppelkonzert der Eliza-Singers am 30. und 31. August in der Elisabethkirche. Am Sonntag, 15. September, und damit drei Tage nach dem eigentlichen 150. Geburtstag wird Landesbischof Ralf Meister das Kirchweihfest besuchen. Zudem taucht Tosh Leykum die Kirche mit seiner Lichtinstallation in die Farben der Liturgie.

Bis zum 20. Oktober, dem Abschlusstag, folgen förmlich im Wochentakt diverse besondere Gottesdienste und Aktionen wie dem Bürger-Brunch an bunten Tafeln am 29. September oder auch mit alten Bekannten wie dem ehemaligen Superintendenten Martin Bergau am 6. Oktober.

Der Sonnabend, 19. Oktober, gehört der langen Kirchennacht. Vom späten Nachmittag an wird in der dann bereits komplett leer geräumten Kirche alles der Musik gehören. Es wird gesungen und musiziert. Jeder kann mitmachen – und am Ende auf Wunsch auch in der Kirche übernachten. Am 26. Oktober feiert die Gemeinde einen Elisabeth-Ball im Martinshaus.

Leer geräumt sein wird die Kirche vom 20. September bis zum 20. Oktober. Das Mobiliar wird in dieser Zeit sicher eingestellt bei einem „befreundeten Spediteur“, wie Pastor Torsten Kröncke berichtet. Das Kirchenschiff gehört dann der Kunst, begleitet durch die Künstler Tosh Leykum und Dagmar Schmidt. Geplant sind Workshops und Ausstellungen sowie verschiedene Installationen. Das vorläufige Programm steht schon, Details sind allerdings noch offen.

Von Rebekka Neander

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