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Nachrichten Elterntaxi-Bannmeile vor Grundschule startet am Montag
Region Langenhagen Nachrichten Elterntaxi-Bannmeile vor Grundschule startet am Montag
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00:16 04.02.2019
Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs Langenhagen haben rund um die Grundschule Engelbostel bereits neue Schilder aufgestellt. Bis Montag sind diese jedoch noch verhüllt. Quelle: Julia Polley
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Engelbostel

Es ist ein Pilotprojekt im Langenhagener Stadtgebiet: Eltern der Grundschüler in Engelbostel können ihre Kinder ab Montag nicht mehr bis vor die Schultür fahren. Rund um die Schule wird mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres eine Bannmeile, Stadt und Polizei sprechen von Schutzzone, gegen Elterntaxis eingerichtet. Das Ziel: Die Sicherheit für die Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen, zu erhöhen. In der Vergangenheit ist es durch Eltern-Taxis dort immer wieder zu brenzligen Situationen gekommen.

So ändern sich die Regelung für Autofahrer ab Montag rund um die Grundschule in Engelbostel. Quelle: HAZ-Grafik/Meike Hakemeyer

Die Straße Klusmoor wird künftig zwischen Kirchstraße und Schulstraße an Schultagen von 7.15 bis 8.15 Uhr und von 12.15 bis 15.15 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. In Gosewischs Garten haben dann nur Anlieger freie Fahrt. Für Eltern, die ihre Kinder dennoch mit dem Auto zur Schule bringen, gibt es ab Montag sogenannte Hol- und Bringzonen. „Sie entstehen in der Schulstraße im Abschnitt des Schulgeländes sowie im Teichweg im Einmündungsbereich „Gosewischs Garten““, teilt Stadtsprecherin Juliane Stahl mit. In diesen Bereichen dürfen Fahrzeuge bis zu drei Minuten halten, damit Kinder aus- oder einsteigen können.

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Stadt hat neue Schilder aufgestellt

Bereits am vergangenen Montag haben Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs nach Stahls Worten Verkehrsschilder, die auf die neuen Regelungen hinweisen, an den betroffenen Straßen aufgestellt – bis zum Start der Bannmeile sind sie jedoch noch verhüllt.

Engelbostels Ortsbürgermeisterin Bettina Auras (CDU) steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. „Doch die Anwohner werden in ihren Parkmöglichkeiten eingeschränkt“, sagt sie. Im Ortsrat wurde das Thema intensiv diskutiert. Noch immer seien nicht alle einverstanden mit der Regelung und stehen ihr skeptisch gegenüber. Der Ortsrat wollte deshalb den nahgelegenen Festplatz als Bring- und Abholzone für Eltern und ihre Kinder ausweisen. Doch die Verwaltung hatte sich bereits – auch in Abstimmung mit der Grundschule selbst – für Durchfahr- und Halteverbote entschieden. Die Ortsratspolitiker wollen deshalb genau schauen, welche Auswirkungen die Einrichtung der Bannmeile hat. „Wir werden das genau beobachten, um gegebenenfalls nachbessern zu können“, sagt die Ortsbürgermeisterin. „Das ist nicht in Stein gemeißelt.“ Dafür will sich Auras ab Montag öfter vor Schulbeginn und nach Unterrichtsschluss zur Schule begeben, um die Situation zu beobachten. „Ich schaue mir das vor Ort an“, sagt sie. Von den geplanten Bring- und Abholzonen könnten die Schulkinder alleine bis zum Gebäude laufen, so Auras.

Kontrollen rund um die Schule

Auch die Stadt zeigt ab Montag rund um die Schule verstärkt Präsenz, um die Einhaltung der Regelungen zu kontrollieren. „Mitarbeiter vom städtischen Verkehrsaußendienst werden die ersten Tage zu den entsprechenden Zeiten an der Grundschule Engelbostel sein“, sagt Stahl auf Nachfrage. „Bis Mittwoch sprechen die Verkehrsaußendienstler mündliche Verwarnungen. Sie werden zudem Handzettel verteilen, auf denen auf die geänderten Regelungen hingewiesen und deren Anlass erläutert wird.“ Doch ab Donnerstag, 7. Februar, ist die Schonfrist vorbei: „Ab dann werden Verweise erteilt – und das können unterschiedliche sein: Missachtung von Halteverboten, Missachtung der Anliegerstraße oder des gesperrten Straßenabschnitts“, erläutert Stahl. Die Polizei wird die Stadt temporär vor Ort unterstützen. Für die Sperrung der Straße werden keine Absperrbaken auf die Fahrbahn gestellt, sondern „Schilder weisen darauf hin, dass der Straßenabschnitt an Schultagen zu bestimmten Zeiten für den allgemeinen Kraftfahrzeug-Verkehr gesperrt ist“.

Schreiben für Anwohner und Eltern

Bereits in der vergangenen Woche, so Stahl, seien Anwohner und Eltern der Schüler mit einem Schreiben über den Beginn der neuen Regelung und die Gründe informiert worden. Eine solche Bannmeile könnte auch vor anderen Schulen eingerichtet werden. „Die Verwaltung führt die Schutzzone zunächst an der Grundschule Engelbostel ein. Es ist ein Pilotprojekt, bei dem auch Erfahrungen gesammelt werden sollen“, heißt es von der Stadtsprecherin. „Diese sollen helfen, im Weiteren auch an den anderen Grundschulen eine Schutzzone einzurichten.“

Von Julia Polley