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Nachrichten Anlieger des Stadtwegs erzielen Teilerfolg
Region Langenhagen Nachrichten Anlieger des Stadtwegs erzielen Teilerfolg
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00:20 17.06.2019
Stadtweg-Anwohner Erich Seewald übergibt der Ausschussvorsitzenden Gudrun Mennecke die gesammelten Protest-Unterschriften. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen/Engelbostel

Wie soll der Stadtweg in Engelbostel künftig aussehen? Mit dieser Frage befassen sich aktuell nicht nur Politik und Verwaltung. Auch viele Engelbosteler treibt das Thema um. Speziell die Anlieger der Straße fordern den Erhalt der dort stehenden gut 60 Jahre alten Rotdorne. Anwohner Erich Seewald hat dafür eigens eine Unterschriftenaktion gestartet und die Protestnote in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses an die Vorsitzende Gudrun Mennecke überreicht.

Stadt will in Straßenausbau 1,25 Millionen Euro investieren

Der Stadtweg soll – auch mit Blick auf das dort derzeit entstehende neue Gerätehaus für die Feuerwehren von Schulenburg und Engelbostel sowie den geplanten Supermarkt – umgestaltet und verbreitert werden. Dafür sind 1,25 Millionen Euro im Langenhagener Haushalt veranschlagt. Drei Varianten stehen im Raum.

Dafür hatte ein Planungsbüro drei Entwürfe zum Ausbau des Stadtwegs erarbeitet. Im Ortsrat hatte sich daraufhin eine Mehrheit für Variante drei ausgesprochen, die auch von den Fachleuten im Rathaus favorisiert wird. Die Planer hatten festgestellt, dass die Straße auf einer Länge von knapp 600 Metern mit maximal 4,20 Metern zu schmal ist und nur auf der Nordseite einen lediglich 1,20 Meter breiten Gehweg aufweist. Zu wenig, um den künftigen Verkehr – statt der bislang etwa 1000 Fahrzeuge passieren perspektivisch 1310 den Abschnitt – aufzunehmen. Zudem weist die Straßen erhebliche Schäden auf, auch eine Entwässerung fehlt.

Langenhagens Verwaltung mahnt Eile an

Der Ausbau der Straße soll bereits im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Um noch in diesem Jahr die Arbeiten ausschreiben zu können, mahnt die Stadt Eile an. Deshalb sollte das Thema ursprünglich noch im Juni im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss (VA) abschließend beraten werden.

So weit, so gut. Doch im Verkehrsausschuss wurden nun Zweifel angemeldet. Mehr noch. Die Gruppe von Bündnis 90/Die Grünen und die Unabhängigen brachten dort einen eigenen Antrag ein. Darin wird die Verwaltung beauftragt, „verkehrsplanerische und -lenkende Alternativen zum vorgesehenen Ausbau der Straße Stadtweg zu untersuchen“, trug im Namen der Fraktion Wilhelm O. Behrens vor. „Ziel ist dabei, die vorhandene Allee zu erhalten“, unterstrich er. Und weiter: „Wir wollen auch keinen Schleichverkehr durch diesen Ausbau auf den Stadtweg locken.“

Teile der Politik befürchten mit Ausbau Rennstrecke

Der Ausschuss einigte sich nach eingehender Diskussion inklusive Vorstellung der Pläne durch das Ingenieurbüro schließlich, den Tagesordnungspunkt als „behandelt“ gelten zu lassen. Aber es wurde sich auch darauf verständigt, dass das Thema eben nicht im VA endet, sondern im Rat der Stadt in öffentlicher Sitzung beraten werden soll. Und dort dürfte es spannend werden. Denn im Fachausschuss fand die Beschlussdrucksache und die darin favorisierte Variante drei zum Ausbau des Stadtwegs ausschließlich Gefallen bei der CDU. BBL und AfD meldeten ebenfalls Zweifel an. „Vielleicht wurde noch nicht über alle Optionen bei den Planungen nachgedacht“, meinte etwa Timo Schubert (BBL). Er forderte vielmehr „kreative Lösungen“ ein. Grüne und SPD sind derzeit durchweg dagegen.

Grünflächenamt wertet Rotdorne als krank

Da half auch nicht, das Fachfrau Stefanie Koll aus der kommunalen Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe hervorhob, dass die für die Fällung vorgesehenen Rotdorne zum großen Teil krank sind – 48 von den insgesamt 53. Die auf der gegenüberliegenden Seite indes wachsenden Eichen, Ahorne und Buchen im Gegensatz äußerst vital seien. Zudem solle es für den Verlust der Rotdorne eine Ersatzpflanzung mit Schneefelsenbirnen geben, stellte Koll in der Sitzung in Aussicht.

Matthias Gleichmann von der SPD begründete seine Ablehnung unter anderem mit der Befürchtung, dass der Stadtweg nach dem Ausbau eine Rennstrecke werden könnte. Zudem fordert er, die Erfahrungen des am 22. Juni fertiggestellten Feuerwehrgerätehauses zunächst abzuwarten, bevor dieser millionenschwere Ausbau des Stadtwegs in Angriff genommen wird. Gleichmann monierte zudem, das sich keine Gedanken über mögliche Alternativen zum Ausbau gemacht worden waren – wie etwa die Ausweisung einer Einbahnstraße.

Stellplätze auf der Straße fallen auf alle Fälle weg

Doch egal wie der Langenhagener Rat nun in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Montag, 24. Juni, um 18 Uhr entscheidet, eines steht jetzt bereits fest: Die auf dem Stadtweg ausgewiesenen Stellplätze für Autos fallen weg. Ob ein Ausbau kommt oder nicht. Sie seien „rechtswidrig“, wie Verkehrsplanerin Anette Mecke im Ausschuss berichtete. Stadtbaurat Carsten Hettwer hielt zudem fest, dass die Vorwürfe, nicht alle Varianten und Alternativen vonseiten der Stadt untersucht zu haben, nicht zutreffen. „Das lasse ich nicht im Raum stehen.“

Parkplätze fallen am Stadtweg nun weg

Die Parkplätze am Engelbosteler Stadtweg fallen weg. Darauf weist am Freitag Langenhagens Stadtsprecherin Juliane Stahl hin. Die Flächen würden bis zum bereits für nächstes Jahr geplanten endgültigen Ausbau der Straße übergangsweise zurückgebaut. Bis dahin gilt entlang des gesamten Stadtweges auf beiden Seiten Halteverbot. „Diese Änderung ist wegen der derzeitigen Straßenbreite von 4,20 Meter notwendig“, begründet Stahl die Maßnahme. Die Fahrbahn ist damit zu schmal, als dass zwei Fahrzeuge einander problemlos passieren können, sollten am Rand Autos parken. Ihren Angaben zufolge werden dafür ab Dienstag, 18. Juni, die Fahrbahnmarkierungen der öffentlichen Parkplätze entfernt.

Von Sven Warnecke

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