Kaltenweide: AWO ist mit Projekt Pfeifengras 76 bisher zufrieden
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00:16 11.11.2018
Bei einem Workshop am IKEP-Treff haben Jugendlichen gelernt, Graffiti zu sprühen. Quelle: Ursula Kallenbach (Archiv)
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Kaltenweide

Zwei Graffiti-Workshops, ein Bogenschießkurs und der Bau einer Kräuterspirale: Das Programm des neuen Treffs des Kreisjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf dem Geländes des Interkulturellen Erlebnisparks (IKEP) in Kaltenweide ist vielfältig. „Wir sind bisher sehr zufrieden“, sagte Peter Wöbbeking von der AWO am Dienstagabend im Kaltenweider Ortsrat, wo er eine erste Bilanz für 2018 und einen Ausblick für das kommende Jahr gab. Seit April sind die Container für Kinder und Jugendliche geöffnet. Doch das Angebot könnte noch ausgebaut und die Räume besser genutzt werden – doch die Finanzierung ist unklar.

Bisher hat es von der AWO zehn Angebotstage gegeben, an denen rund 140 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben. „Besonders Zehn- bis 14-Jährige haben unsere Angebote angenommen“, sagte Wöbbeking. „Und es waren nicht nur Jungen und Mädchen aus Kaltenweide, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet.“ Bei den Älteren haben die Verantwortlichen gemerkt, dass sie durchaus Interesse an den Projekten haben, sich aber gerne mehr selbst verwalten und eigene Ideen einbringen wollen.

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Die Nutzung der Container durch andere Vereine und Institutionen ist indes hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Was wir erwartet hatten, dass wir viel für die Nutzung der Räume angesprochen werden, hat sich nicht bestätigt“, sagte Wöbbeking. Nur der Verein Bürger für Kaltenweide (BfK) nutzt die Container bisher regelmäßig. Die AWO führt dies unter anderem auf das fehlende Netzwerk zurück und will in Zukunft stärker Vereine und auch die Grundschulen ansprechen. „Wir wollen im Frühjahr zudem mit einem Flyer für die neuen Veranstaltungen werben und den Auftritt in den sozialen Netzwerken verstärken“, berichtete Wöbbeking, der das Angebot nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum Jugendtreff Kaltenweide sieht. Für 2019 sind unter anderem ein Tanzworkshop, ein BMX-Workshop, ein Tag zu den Bienen und ein Fußballturnier geplant.

Auch eine regelmäßige Präsenz auf dem IKEP-Gelände durch einen AWO-Mitarbeiter fehlt derzeit – dies hatten sich Jugendliche und Eltern bei einem Ideenworkshop gewünscht. „Wenn wir wöchentlich etwas anbieten würden, wäre das ein Kostenfaktor, den wir nicht alleine stemmen können“, sagte Wöbbeking den Ortsratsmitgliedern und spielte damit den Ball zu ihnen. „Wir würden gerne mehr einsteigen, denn wir merken, dass wir mit dem Angebot offene Türen einrennen, aber dann müssen wir eine andere Finanzierung haben.“

Geteilte Meinung im Ortsrat

Unter den Ortsratsmitgliedern herrschte geteilte Meinung über den Bericht des AWO-Mitarbeiters. Kritiker werfen dem Kreisjugendwerk vor, damals angekündigt zu haben, ohne öffentliche Zuschüsse das Projekt Pfeifengras 76 betreiben zu wollen. Andreas Eilers (WAL) ist zwiegespalten: „Die Räume sind toll und werden genutzt, aber das Angebot ist im Moment nur auf Sparflamme. Da würde ich mir mehr wünschen“, sagte er. Zudem kam zur Sprache, dass die Container keine Dauerlösung sein könnten und die Kinder Kontinuität bräuchten und nicht vereinzelte Angebote. Wolfgang Langrehr (SPD) brachte die Idee ein beim Ortsratspokal Geld zu sammeln und so die AWO zu unterstützen. Wöbbeking freute sich über diesen Vorschlag.

AWO arbeitet an Road Map

Die Projektverantwortlichen erstellen derzeit eine sogenannte Road Map, die ein Vorschlag der AWO ist und die Gestaltung des Projekts in der Zukunft regeln soll. Nach jetzigem Stand würde die Nutzungsvereinbarung im Oktober 2019 auslaufen – das würde das Aus für das AWO-Projekt bedeuten. Nach Angaben Wöbbekings gibt es in den Containern die Möglichkeit eine Mischung aus Workshops und der Stärkung von Ehrenamt anzubieten, indem Jugendliche selbst Ideen einbringen und auf dem Gelände umsetzen. Zudem könnte die Modulanlage genutzt werden, um dort eine Ferienganztagsbetreuung zu realisieren. Die Nutzungsvereinbarung sieht dies jedoch im Moment nicht vor. Zudem sollen Mitarbeiter als Ansprechpartner vor Ort fungieren und mindestens ein bis zwei Tage in der Woche präsent sein. Bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 13. Dezember wollen die Projektverantwortlichen ihre Vorschläge und Möglichkeiten inklusive Kosten präsentieren.

Von Julia Polley