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Nachrichten Neubau des Gymnasiums: Ende September starten erste Erdarbeiten
Region Langenhagen Nachrichten Neubau des Gymnasiums: Ende September starten erste Erdarbeiten
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19:42 30.08.2019
Bevor nun vor dem Baustart Bäume gefällt und der Untergrund sondiert wird, haben Schüler des Gymnasiums ihr Schulfest gefeiert. Quelle: Lisa Otto
Langenhagen

Bevor es in die Höhe geht, geht es in die Tiefe: Weil sich Verdachtspunkte auf dem Gelände des neuen Gymnasiums an der Rennbahn bestätigt haben, muss die gesamte Fläche auf Kampfmittel untersucht werden. „Das bedeutet, dass wir bis in eine Tiefe von 1,30 Metern sondieren müssen“, sagte Annegret Kufferath aus dem beauftragten Kölner Architektenbüro Gernot Schulz jetzt bei einer Präsentation der Entwurfsplanung. Start dieser Arbeiten ist voraussichtlich Ende September. Der erste symbolische Spatenstich für den Hochbau sei für Mai geplant, ergänzte Langenhagens Baudezernent Carsten Hettwer. „Wir gehen weiterhin von einem Bauende im Mai 2022 aus, auch wenn dies für ein solches Gebäude relativ eng ist.“

Breite politische Mehrheit für vorgelegte Pläne

Parallel zu den Erdarbeiten können jetzt auch alle beteiligten Planungsbüros in die Theorie-Zielgeraden einbiegen: Der Technische Schulbauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die vorgelegte Planung samt Kostenrahmen von rund 85 Millionen Euro mit großer Mehrheit begrüßt. Inbegriffen ist weiterhin eine mögliche Kostenschwankung von plus/minus 15 Prozent. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, betonte bei der Präsentation auch Peter Duensing vom Steuerungsbüro Constrata. Nun könne der endgültige Bauantrag fertiggestellt werden. Hettwer rechnet nach dem klaren Votum im Fachausschuss mit ähnlicher Unterstützung in der noch ausstehenden Sitzung des Verwaltungsausschusses sowie letztlich im Rat am Montag, 9. September.

Die Politik unterstützt die Pläne, obwohl sich zusätzliche Finanzposten offenbart haben: So erhält das Gymnasium für fast 60 000 Euro einen erschütterungsfrei gegründeten Raum für eine Sternwarte, die derzeit im Keller eingelagert ist. Für den Lehrerparkplatz werden zusätzlich mehr als 272 000 Euro fällig, weil die bisherige Parkfläche der Rennbahn nur für den Sommerbetrieb geeignet ist. „Der Schotter lässt sich aber im Winter nicht pflegen, außerdem müssen Schlaglöcher aufgefüllt werden“, sagte Hettwer. Für die nun umfänglicher notwendige Kampfmittelsondierung muss die Stadt mehr als 600 000 Euro zusätzlich veranschlagen. Unter anderem muss der Erdaushub in unmittelbarer Nähe gelagert werden. Dazu wird die Wiesenfläche südlich der Wasserwelt vorübergehend präpariert. Zudem ist dafür eine eigene Zufahrt notwendig.

Der gesamte Bau zeichnet sich durch eine Kombination aus massivem Stahlbeton im Erdgeschoss sowie einer transparenten Holz-Stahl-Konstruktion darüber aus. Quelle: Stadt Langenhagen

Internetanbindung: Areal ist ein „blinder Fleck“

Ungelöst ist derzeit noch die Anbindung des Gymnasiums ans Internet. Das gesamte Areal zwischen Rennbahn, Wasserwelt und neuer Schule sei ein blinder Fleck, sagte Hettwer. Sowohl der Rennverein als auch die Wasserwelt müssten sich mit teuren Zwischenlösungen behelfen. Um das Grundstück besser anzuschließen, sind die beauftragten Planungsbüros bereits in Kontakt mit möglichen Anbietern.

Diskussion hatte es im Fachausschuss noch einmal um den energetischen Standard des Neubaus gegeben. Die Gruppe Grüne/Unabhängige beantragte, das bislang als sogenannten KfW-70-Bau geplante Gymnasium dem deutlich strengeren KfW-40-Standard anzupassen. „Für diesen Standard aber ist von der Kreditanstalt für Wiederaufbau bei öffentlichen Gebäuden keine Förderung vorgesehen“, sagte Gunnar Schröder von der Ingenieurgesellschaft Grabe. Für die Politik hatte Schröder die Wirtschaftlichkeit eines KfW-70- mit der eines KfW-55-Gebäudes verglichen. „Dieser höhere Standard wäre technisch abbildbar, aber nicht wirtschaftlich.“ In Absprache mit Politik und Verwaltung wird die Ingenieurgesellschaft nun punktuell prüfen, wo beispielsweise der Einsatz besserer Fenster oder einer anderen Dämmung noch mehr Energie einsparen kann.

Bäume und Sträucher aufs Dach

„Besonders stolz sind wir allerdings darauf, dass wir das gesamte Dach begrünen und weitreichend mit Fotovoltaikanlagen bestücken“, sagte Hettwer. Dies gelte auch für den Schulhof, der sich zwischen Regenrückhaltebecken und Sporthalle um das Außengelände für den Sportunterricht lege und sich auf dem Dach des Fachräumetrakts fortsetze. „Die Grünflächen dort oben sind so großzügig, dass wir da sogar Sträucher und kleinere Bäume pflanzen können“, sagte Architektin Kufferath. In der Politik überzeugt dies jedoch nicht gänzlich. Wilhelm O. Behrens (Grüne/Unabhängige) nannte den Standort an der Rennbahn am Donnerstag im Stadtplanungsausschuss aus Klimaschutzgründen grundlegend falsch. Der Bau schneide eine wichtige Kaltluftschneise ab. Wilhelm Zabel bezeichnete im Namen des Naturschutzbundes den veröffentlichten Plan für die nötige Fällung von Bäumen als einen „Wahnsinn“. Hettwer entgegnete den Kritikern: „Manchmal muss man den schlechtesten Standort wählen, weil es keinen anderen gibt.“

Die Sportaußenfläche selbst ist bewusst frei geformt, bietet aber ausreichend Platz für ein Fußballspiel. Drumherum verläuft eine 250-Meter-Laufbahn als sogenannte Finnenbahn auf Holzschnitzelbasis. Das Schulgelände wird im Süden durch eine Tartanbahn sowie Weitsprunggruben abgeschlossen. Um das gesamte Schulareal verläuft ein Zaun, sodass eine klare Trennung zum Rennbahnbetrieb garantiert ist, sagte Hettwer. Der Haupteingang wird nun auf der Nordseite des Gebäudes liegen, wo auch die Auto- und die Fahrradparkplätze zu finden sein werden. Ausschließlich für Fußgänger und Fahrradfahrer ist die Schule auch von Süden erreichbar, wo die überwiegende Zahl an Fahrradparkplätzen angelegt wird. Auf Bitten der Politik soll die Stadt jedoch noch einmal prüfen, ob jeglicher Zubringerverkehr von Eltern über das Wohngebiet im Süden unterbunden wird.

Startschuss auch für die neue IGS noch in diesem Jahr

Auch für die IGS Langenhagen wird der bevorstehende Um- und Neubau langsam sichtbar. Das Gerätehaus, das für die neue Veranstaltungssporthalle abgerissen werden muss, falle in der kommenden Woche, kündigte Peter Duensing an. Die Baustraße werde noch im September angelegt. Baumfällungen seien Anfang Oktober zu erwarten. Mit dem Rohbau der Sporthalle beginnen die Arbeiter voraussichtlich im November. Erst wenn die neue Sporthalle fertig ist, werde geprüft, wann die marode Peko-Halle abgerissen wird, heißt es im Rathaus. Ob und wann dies nötig ist, hängt von der weiteren Masterplanung für die neue IGS ab.

Schulneubau ist auf Stadtbahnverlängerung ausgerichtet

Auch wenn es noch keinen Beschluss bei der Region gibt, richten sich sämtliche Planungen am Schulneubau bereits auf die seit Jahren gewünschte Verlängerung der Stadtbahn aus. So wird die neue Bushaltestelle im Norden des Gymnasiums gleich als Umsteigepunkt zur Stadtbahn gestaltet. Der Schulbau selbst ist so ausgerichtet, dass die neue Trasse in jedem Fall ausreichend Platz findet zwischen Theodor-Heuss-Straße und Gymnasium. „Wir haben zusätzlich einen Gutachter beauftragt, welche Folgen der Stadtbahnverkehr für den Lärm und die Erschütterungen im Gebäude hätte“, sagte Baudezernent Carsten Hettwer auf Nachfrage. „Deshalb ist das Erdgeschoss jetzt mit mehr Beton als ursprünglich geplant.“ Im Obergeschoss erhalten die Klassenräume zusätzliche Glasscheiben als Lärmschutz.

Die Stadt führt überdies derzeit Gespräche mit der Region Hannover und den beteiligten Bau- und Planungsunternehmen Transtec und Infra, um eine neue Kostenanalyse zur Kosten-Nutzen-Abwägung zu erstellen. „Zum einen hat sich die komplette Berechnungsgrundlage für diesen Wert verändert, zum anderen haben sich neue Zahlen durch den Betrieb von Schwimmbad und Schule ergeben“, sagte Hettwer. Zwischen der bisherigen Endstation der Stadtbahnlinie und dem neuen Punkt am Gymnasium sind neuerdings nun zwei Zwischenstationen geplant. „Das entspricht in etwa den Abständen, wie wir sie derzeit auch zwischen dem Langenforther Platz und der Endhaltestelle haben.“ Hettwer hofft, die neue Kosten-Nutzen-Rechnung noch in diesem Jahr zu erhalten, um Langenhagen in der Reihenfolge der Stadtbahnneubauten nach vorn bringen zu können. „Unser Vorteil ist, dass die Stadt bereits Eigentümerin aller notwendigen Grundstücke ist.“ Ein Bau von Trasse und Schule sei parallel zueinander „überhaupt kein Problem“.

Von Rebekka Neander

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