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Nachrichten Feuerwehren meistern „Chaos-Phase“
Region Langenhagen Nachrichten Feuerwehren meistern „Chaos-Phase“
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13:59 28.10.2018
Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Großübung am Flughafen trainierten alle Rettungskräfte das schnelle gemeinsame Arbeiten. Quelle: Flughafen-Gesellschaft
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Langenhagen

Ein Hubschrauber stürzt auf dem Vorfeld ab. Seine Trümmerteile treffen Mechaniker und einen Bus mit Reisenden – und das Kleinflugzeug, mit dem der Hubschrauber zuvor kollidiert war. Kerosin strömt aus und entzündet sich. Verletzte schreien. Chaos droht.

Genau dies zu verhindern war am Sonnabend Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehren aus Langenhagen, die mit 120 Einsatzkräften an der alle zwei Jahre vorgeschriebenen Großübung am Flughafen beteiligt waren. Seit den Vorbereitungen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 obliegt den Langenhagener Feuerwehr bei Großlagen am Flughafen eine besondere Aufgabe: „Die Ortsfeuerwehr Godshorn ist verantwortlich für den Abrollbehälter Sanität“, berichtete Feuerwehrsprecher Stephan Bommert nach der aus seiner Sicht erfolgreichen Übung. In diesem Container, der am Flughafen vorgehalten wird, ist das gesamte Material eingelagert, das für die Massenversorgung von Verletzten notwendig ist. Dazu zählen auch drei Zelte mit einer Gesamtfläche von 100 Quadratmetern. „Diese Zelte bekommen auch eine Stromversorgung und werden beheizt“, erläuterte Bommert. In den Zelten können die Mediziner dann beurteilen, welche Person wann welche Behandlung nötig hat.

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Besonderer Knackpunkt, so Bommert, war deshalb für die Feuerwehrleute die „Chaos-Phase“ am Anfang: Wenn die Versorgungsstruktur noch nicht steht und die Rettungsmittel noch nicht da sind. „Dann strömen die Verletzten zu uns, während die Betreuer noch dabei sind, die Zelte aufzubauen.“ Und dies, während es noch ein eindeutiges „Missverhältnis“ bei den Einsatzkräften gibt, wie Bommert betonte: „Das vorhandene Personal deckt bei weitem noch nicht den Bedarf an Helfern. Am Ende des Tages müssen dann die Listen stimmen: „Alle Verletzten bekommen bei einem solchen Einsatz eine eigene Nummer. Und alle müssen durch die Zelte hindurch. Und am Ende müssen wir eben alle Nummern erwischt haben.“ Dies sei den Langenhagener Feuerwehrleuten gelungen, was Bommert nach mehreren solcher Großübungen durchaus stolz macht. Selbstverständlich sei das nicht. „Für die Einsatzkräfte ist die Zahl der Verletzten für lange Zeit schwankend. Es ist ja nicht gleich klar, wie viele Menschen tatsächlich anwesend und betroffen sind.“

Kälte nervt alle Beteiligten auch in echt

Ganz bewusst wurde die Übung nicht im Sommer abgehalten. Das Drehbuch stammte aus der Feder von Langenhagens Stadtbrandmeister Arne Boy in Abstimmung mit der Werksfeuerwehr des Flughafens, des Wirtschaftsministeriums in Hannover und den Rettungskräften der Region. „Die Kälte nervte alle, auch wenn die Verletzungen ja nur äußerlich geschminkt waren“, sagte Bommert. „Und auch damit mussten wir alle umgehen können.“ Insgesamt waren an der Übung knapp 500 Kräfte beteiligt. „Die 54 Verletzten waren zum Teil Mitarbeiter der Regionsverwaltung sowie einige Feuerwehrleute“, berichtete Bommert. Nach zwei Stunden war die Übung beendet. Eine detaillierte Auswertung erfolgt federführend durch die Werksfeuerwehr des Flughafens unter der Leitung von Stefan Martens, der sich nach Abschluss für das große Engagement aller Beteiligten bedankte.

Von Rebekka Neander