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Region Langenhagen Nachrichten Godshorner Grundschüler bekommen Post aus ganz Europa
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00:22 27.05.2019
Jette (von links), Tobin, Marlon und Klassenlehrerin Anja Wilke präsentieren die Post, welche sie von den anderen teilnehmenden Schulen bekommen haben. Quelle: Lisa Otto
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Godshorn

Selbst gebastelte Kürbisse, Schneemänner und Hasen: Dies und vieles mehr ziert die Pinnwand des Klassenraums der 2d der Grundschule Godshorn. Doch den Großteil davon haben die Grundschüler nicht selbst gemacht. „Wir haben die Karten von Schulen aus Irland, Portugal, Rumänien, Italien, Spanien und England bekommen“, erklärt die siebenjährige Jette. Denn die Klasse von Lehrerin Anja Wilke hat in diesem Schuljahr bei einem sogenannten Twinning-Projekt mitgemacht. Ziel dabei ist, an insgesamt vier festgelegten Tagen etwas Selbstgebasteltes an die teilnehmenden Schulen zu schicken.

Lehrerin: Bewusstsein für Europa muss früh anfangen

„Wir haben das Projekt dieses Mal im Kunstunterricht und erstmalig in der zweiten Klasse durchgeführt“, erläutert Wilke. „Sonst haben die Schüler sich immer Briefe geschrieben, in denen sie sich selbst vorgestellt haben – aber die Zweitklässler haben noch keinen Englischunterricht.“ Doch dank der Bastelarbeiten hat der Austausch auf vielfältige Art und Weise für die Grundschüler dennoch keine Probleme gegeben. „Ich finde, das Bewusstsein für Europa muss früh anfangen“, betont die Klassenlehrerin. Und weiter: „Sie sollen mit Europa etwas Positives verbinden und lernen, dass die Kinder Europas ihre Freunde sind.“

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Grundschüler sehen Europawahl als wichtig an

Dies hat Wilke mit dem Projekt bei den Schüler der Klasse 2d erreicht. Auf die Frage, warum es wichtig ist, sich mit Schülern aus anderen Ländern Europas auszutauschen, antwortete der achtjährige Marlon: „Sonst würden wir uns nicht verstehen und dann könnte es zum Krieg kommen, das wäre nicht so schön.“ Und er ist sich in Bezug auf die anstehende Europawahl sicher: „Wenn wir nicht wählen gehen, haben wir keine Rechte mehr, und alle machen was sie wollen.“

Alle Briefe sind immer bunt zurückgekommen

Doch nicht nur das Bewusstsein für Europa sollte während des Projektes geschärft werden. „Die Schüler haben immer auf die Briefe gewartet, und sich dann darüber gefreut“, sagt Wilke angesichts der eingegangenen Nachrichten aus den anderen europäischen Ländern. Spannend war für sie vor allem, was in den Briefen steht. „Wir waren immer gespannt, was sie für uns gebastelt haben“, sagte Jette. Leean ergänzt: „Alle Briefe sind immer so schön bunt zurückgekommen.“ So haben sie unter anderem zum Valentinstag eine Schnecke aus England bekommen, ein Bild mit einer Hexe zu Halloween aus Rumänien, eine Karte mit einem Osterei zu Ostern aus Portugal und die Heiligen Drei Könige aus Irland.

Die Godshorner Grundschüler selbst haben eine Hexe auf einem Besen gemalt, einen Weihnachtsmann und auch eine Kette mit Herzen gebastelt. Zum Abschluss haben sie zu Ostern Osterhasen verschickt. „Die haben wir als Klasse gemeinsam zur Post gebracht“, erzählt der achtjährige Tobin. Insgesamt hatten die Schüler viel Spaß am Projekt. Aber sie sind sich auch sicher, dass es ohne die englische Sprache gar nicht zustandegekommen wäre: „Man braucht eine gemeinsame Sprache.“ Und Tobin ergänzt: „Englisch ist die Weltsprache“ – auch wenn es mithilfe von Bildern kommuniziert wird.

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Von Lisa Otto