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Region Langenhagen Nachrichten Die „Alte Mitte“ holt sich ihre Kundschaft zurück
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00:30 09.05.2018
Wilhelm Voss und Gabriele Spier versuchen sich am Bilderrätsel. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

 Es gilt im Kleinen wie im Großen: Auf den ersten Blick wirkt der Auftritt wenig spektakulär. Doch beim zweiten und dritten Blick offenbaren sich viele Überraschungen. Das gilt für die Geschäftswelt der nördlichen Kernstadt zwischen Elisabethkirche und dem Pferdemarkt ganz generell ebenso wie am Sonnabend für die zwei, drei Tische nebst Bauzaun-Elementen auf dem Theissen-Platz, der offiziell namenlosen Pflasterfläche an der Ecke Niedersachsen- und Walsroder Straße. Dabei offenbart sich dort an diesem Tag eigentlich ein wahrlich bemerkenswerter Neustart. 

Denn ein Großteil der Geschäftsleute, die die wirtschaftliche Entwicklung oder Zufälle ganz anderer Art vom glitzernden City Center weg in Richtung Norden gespült hat, wollen sich mit dem vermeintlichen 1b-Standort nicht mehr zufrieden geben. Wegziehen wollen sie nicht, wohl aber die Walsroder Straße zwischen Elisabeth-Arkaden und Pferdemarkt aus ihrem Stiefkind-Dasein der Einkaufsstadt herausholen. Mit Hilfe des Geschäftsstraßenmanagements, das unter dem Siegel des offiziellen städtischen Sanierungsgebietes finanziert wird, haben sie zusammengefunden und sich zum Start ein gelungenes Symbol gegeben: „Alte Mitte“ löst den behördlich-sperrigen Titel „Nördliche Kernstadt/Walsroder Straße“ ab, verknüpft mit einem hintersinnigen Logo.

Das neue Bündnis wirbt als „traditionell“ und „herzlich“

Ein Herz, geformt aus freundlichen Farben mit einem antiken Sepia-Hauch, verinnerlicht im Groben den Stadtplan des so lange missachteten Kiez’. Zwei Punkte verorten das Geschäftszentrum Dr. Ungruh im Norden und die Elisabeth-Arkaden im Süden. Und wem diese Symbolik noch nicht reicht, bekommt die Intention per Unterzeile: „Traditionell. Herzlich. Langenhagen.“ 

Dass diese „Alte Mitte“ mit vielen inhabergeführten Geschäften den Langenhagenern am Herzen liegt, zeigt sich im Laufe des sonnigen Vormittags recht schnell. Vor allem Dank einer kniffligen Idee, die Gliem als Museums-Initiative Langenhagens mitentwickelt hat. Wer erkennt auf Anhieb, zu welchen ortsbildprägenden Gebäuden die kleinen Foto-Ausschnitte gehören, die an einem der Bauzaun-Gitter aufgehängt sind? Kurz: Jeder ein bisschen, niemand in Gänze.

Anwohner wünschen sich mehr Sicherheit für Fußgänger

Und deshalb wird vor dem Plakat bald eifrig diskutiert, wer wo und seit wann gewohnt hat. Was da heute ist, was da früher war. Man mag vielleicht nicht mehr so häufig einkaufen an der einstigen Dorfmitte. Aus dem Sinn ist sie allerdings noch lange nicht. Mehr noch: Einmal im Gespräch entwickelt sich der Vormittag zur Ideenbörse. Mehr Stellen, an denen Fußgänger sicher die Durchgangsstraße überqueren können, lautet einer der Wünsche. Weniger platzraubende Parkplätze in Schräg-Anordnung ließen mehr Platz für Warteinseln in der Fahrbahnmitte. Wer kennt Handwerker, die sofort Zeit haben? Auf welchen Bau-Ingenieur kann man setzen? Offenkundig zeigen die Zuschuss-Möglichkeiten im Sanierungsgebiet Wirkung. 

Stadt zahlt Erstauflage für Standort-Broschüre aller Unternehmer

Als nächstes will die Stadt die Erstauflage einer Standortbroschüre bezahlen. Darin dürfen sich alle Unternehmer, ob aus Gastronomie oder Dienstleistung, darstellen. Insgesamt 135 Adressen sind dem Geschäftsstraßenmanager Martin Karsten bereits bekannt. „60 davon haben wir bereits persönlich ansprechen können“, berichtet er am Sonnabend, „der Rest wird jetzt angeschrieben.“

Sparziergang durch Wiesenau endet mit Bescherung 

Auch im Sanierungsgebiet Wiesenau sind am Sonnabend die Menschen auf der Straße. Buchstäblich: In einem Spaziergang durch das dortige Sanierungsgebiet haben Stadtplanerin Christine Söhlke und Quartiersmanagerin Heike Wohltmann Interessierte an vielen bisherigen und künftigen Projekten der „sozialen Stadt“ vorbeigeführt. Angelockt haben sie damit sogar zwei Alt-Bürger: Elke und Detlef Zwetz waren „bestimmt 20, 30 Jahre“ nicht mehr in Wiesenau. „Ich bin hier aufgewachsen und lebe jetzt in Isernhagen“, erzählt Elke Zwetz. „Aber ich bin ganz angetan davon, was hier alles passiert ist.“ Eingeschlossen werden darf darin auch der öffentliche Bücherschrank, den die Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA) als Anrainer der Wiesenauer Mitte hat fertigen und dort aufstellen lassen. Zum Abschluss des Spazierganges wurde der Schrank feierlich der Gemeinschaft übergeben. 

Der neue Bücherschrank vor der Wiesenauer Mitte ist künftig für alle Anwohner geöffnet. Betreut wird er von der GBA. Quelle: Rebekka Neander

Von Rebekka Neander

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