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Region Langenhagen Nachrichten Erstes Treffen im Bunker: Ehepaar Bertus feiert diamantene Hochzeit
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18:29 10.08.2019
Günter und Heide Bertus sind seit 60 Jahren verheiratet und feiern ihre diamantene Hochzeit in Langenhagen. Quelle: Ursula Kallenbach
Langenhagen

Sie lernten sich schon als Kinder in der Sandkiste kennen, später heirateten sie und sind bis heute glücklich. Für die Kinder Heide und Günter, beide Lindener Butjer, begann die Geschichte jedoch 1943 unter Bombenhagel im Luftschutzbunker an der Tonstraße in Hannover-Linden. Am Donnerstag feierten Heide und Günter Bertus ihre diamantene Hochzeit in ihrer Wohnung in Langenhagen.

Mit ihren Müttern hatten die Kinder und ihre Geschwister, so erinnert sich Günter Bertus, das Privileg eines eigenen Raumes im Bunker. Dort rückten die Familien eng zusammen, doch der Zweite Weltkrieg, der Linden zerbombt zurückließ, zwang die Wege der beiden auseinander. 1954 trafen sich Heide Bode und Günter Bertus wieder. Da war er schon Klempner und Installateur, und sie hatte Einzelhandelskaufmann gelernt. Über zwei Ecken, Bruder und Freund, kamen sie über den Radsport bei Blau-Gelb in Hannover bei einer Tanzveranstaltung zusammen. Und dann kam das Happy End: Am 8. August vor 60 Jahren heirateten Günter und Heide in der Lindener Erlöser-Kirche.

Diese alten Fotos zeigen die Hochzeit an der Erlöser-Kirche in Linden 1959. Quelle: Privat

Paar wohnte bis zur Hochzeit getrennt

Eine Frage der Sittlichkeit: „Bis zur Eheschließung 1959 wohnte ich noch bei meinen Eltern in Vahrenwald“, erzählt Heide Bertus. „Das gehörte sich damals so“, berichtet die heute 81-Jährige. Die erste gemeinsame Wohnung bezog das Paar in Altwarmbüchen. „Die Miete war teuer: 120 Mark“, erinnern sie sich. Nach vier Jahren in Altwarmbüchen zog man nach Ahlem um und lebte dort als Familie bis 1998.

Mit der Berufstätigkeit von Heide Bertus in einem Handarbeitsgeschäft war es mit der Geburt von Tochter Sabine 1970 vorbei. Quasi alleinerziehend in der Woche, nachdem ihr Ehemann sich für den Außendienst entschieden hatte. Kind, Erziehung, Turnverein, Schwimmen –und ein Wochenendhaus in Berkhof gab’s – „ein kleines Paradies“. Günter Bertus befuhr in der Zeit „ein Elftel der Republik, überwiegend den Norden“, erzählt er. Bis zur Rente vertrieb er Gesellschaftsspiele für einen Hersteller in Nürnberg.

Noch eine Lebensstation mit der erwachsenen Tochter folgte in einem gemeinsamen Haus in Sehnde bis 2014, von dort zog das Paar in die jetzige Wohnung nach Langenhagen. Ein Ausstellungskasten mit Modelleisenbahnen an der Wohnzimmerwand erinnert an einen Kindheitstraum: Günter Bertus wollte als 14-Jähriger eigentlich Lokführer werden wie sein Vater, bekam aber keine Lehrstelle.

Die „Pellköppe“ sind dabei

Eine 1963 in Ahlem gegründete Kegelgemeinschaft, die „Pellköppe“, hält bis heute, wie die Gästeliste für die Feier am Abend der diamantenen Hochzeit in Langenhagen zeigte. Insgesamt über vier Jahrzehnte haben die Eheleute aktiv gekegelt. Die weitere Familie mit Geschwistern sowie Nachbarn waren ebenfalls zum geselligen Abend eingeladen.

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Von Ursula Kallenbach

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