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Nachrichten Nurzat Kleefeld wagt Schritt in Selbstständigkeit
Region Langenhagen Nachrichten Nurzat Kleefeld wagt Schritt in Selbstständigkeit
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00:16 12.07.2018
Nurzat Kleefeld zeigt ihrem Mentor Wilhelm Zabel die Region Talas, aus der die heutige Schulenburgerin eigentlich stammt. Quelle: Sven Warnecke
Schulenburg

 Wilhelm Zabel wirkt zufrieden. Als Mitglied des Vereins Wirtschafts-Senioren Hannover hat der Langenhagener Nurzat Kleefeld kennengelernt und auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit beraten. Und er begleitet die 29 Jahre junge Kirgisin, die zwischenzeitlich einen deutschen Polizisten geheiratet hat, weiterhin. 

Von Schulenburg aus führt sie nun das Reiseunternehmen Manas Travel. Mit diesem will sie Interessierten die kirgisische Kultur, aber auch die Gesellschaft und vor allem das zu 95 Prozent aus Gebirge bestehende Kirgisistan näherbringen. Denn über ihr Heimat – Kleefelds Angaben zufolge das einzige demokratische Land in Zentralasien – sei bisher nur relativ wenig bekannt, meint sie in akzentfreiem Deutsch.

Kirgistan liegt an der Seidenstraße

Um es kurz zu machen: Das Land  liegt an der Grenze zu China direkt an der Seidenstraße. Weitere Nachbarn sind im Norden Kasachstan, im Westen Usbekistan und im Süden Tadschikistan. Die meisten der etwa 6,2 Millionen Einwohner des Landes sind bettelarm. Zwei Millionen von ihnen leben in der Hauptstadt Bischkek. Kirgisistan ist etwa halb so groß wie Deutschland, aber im Gegensatz dazu sehr gebirgig. Die Ausläufer des Himalaja lassen dort drei Berge auf mehr als 7000 Meter anwachsen. Das Land erlangte mit dem Ende der Sowjetunion 1991 die Unabhängigkeit, sagt Kleefeld.

Aus diesem Grund besteht neben kulturellen Reisen auch die Chance auf Wandertouren, auf Wunsch hoch zu Ross quer durch das muslimisch geprägte gut 199.000 Quadratkilometer große Land. Auch Skifahren oder ein Badeurlaub ist dort möglich. Denn in Kirgisistan befindet sich mit dem Issyk-Köl der zweitgrößte Bergsee der Welt, sagt die Jungunternehmerin. Und warum das ganze? „Um den Menschen dort mit dem Tourismus eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen“, betont Kleefeld. Und genau dieses Ansinnen findet auch Zabel nach eigenen Angaben „klasse“. 

Deutschland hat Chancen geboten

Die heute 29-Jährige war 2009 zunächst als Au-Pair nach Deutschland gekommen. „Ich wollte die deutsche Kultur und Sprache kennen lernen“, sagt sie zurückblickend. Dabei hatten ihr dann auch ihre Bremer Gastfamilie sowie die dortige Volkshochschule tatkräftig geholfen. Nach einem Jahr sollte es ursprünglich wieder zurückgehen, um das bereits begonnene Lehramtsstudium erneut aufzunehmen, berichtet sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch dann hatte sie in der Hansestadt die Möglichkeit entdeckt, dort Tourismusmanagement zu studieren. „Das wollte ich eigentlich schon immer machen.“ Und diese Chance hätte sie nach eigenem Bekunden in Kirgisistan nicht gehabt. 

Der Rest ist fast rasch erzählt. Das Studium schloss Kleefeld, damals noch unter dem Mädchennamen Moldobaeva im Jahr 2015 mit der Note 1,0 ab. Anschließend folgte sie ihrem späteren Mann nach Schulenburg. „Mein Traum war es immer, mich selbstständig zu machen“, berichtet sie. Doch der Weg sei sehr steinig. Zum Glück sei sie dann auf die Wirtschafts-Senioren Hannover gestoßen und wegen ihres Wohnortes eben an Wilhelm Zabel geraten

Wirtschafts-Senioren halten Kontakt

„Ich finde es toll, dass es diese Beratung gibt“, konstatiert Kleefeld heute. Zumal diese angesichts von 85 Euro für potentielle Unternehmensgründer auch durchaus erschwinglich sei. „Wir müssen ja auch nur unsere Bürokosten decken“, relativiert Zabel, der als ehemaliger Sparkassen-Betriebswirt gemeinsam mit seiner „Kundin“ den Businessplan aufgestellt hat. Fünf Beratungsgespräche habe es zu Fragen wie Finanzierung und Marketingstrategie gegeben. „Und dann ging alles ratzfatz“, sagt Zabel. Danach konnte Kleefeld ein Gewerbe anmelden. Und mehr noch. Für den Wirtschafts-Senioren sind die Angebote des Reiseunternehmens „wettbewerbsfähig“. Und er werde so lange an ihrer Seite bleiben, bis sich die  Jungunternehmerin „freigeschwommen“ habe. Das sei grundsätzlich der Plan der Wirtschafts-Senioren Hannover.  „Man ist ja auch neugierig, ob es klappt“, meint Zabel

Doch wohl nicht nur das. Zabel kann sich als „Unruheständler“ durchaus in absehbarer Zukunft vorstellen, selbst einmal bei einer von Kleefeld organisierten Gruppenreise mit in das etwa acht Flugstunden entfernte Kirgisistan zu fliegen. Denn auch auf das Land, die Kultur und Menschen ist der Langenhagener nun neugierig.

Das sind die Wirtschafts-Senioren

Den Verein Wirtschafts-Senioren Hannover – Alt hilft Jung - gibt es bereits seit 1981. Er hilft nicht nur bei Existenzgründung, sondern auch bei Geschäftsübernahmen und Generationswechsel. Auf der Homepage des Vereins können interessierte Klienten direkt eine Anfrage stellen. Nach dieser Kontaktaufnahme wird intern ein passender Ansprechpartner gesucht. Auch neue Mitglieder sind immer gern gesehen und werden gebraucht. Die Senioren haben zwar keine festen Bürotage, sie sind aber telefonisch erreichbar. Infos dazu gibt es im Internet auf www.wirtschafts-senioren.de.

Von Sven Warnecke

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