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Region Langenhagen Nachrichten Eisschwimmen: Darum machen es Sportler den Robben nach
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17:24 08.12.2019
Genießen das warme Wasser im Anschluss an den Wettkampf: Jonathan Brase (links) und Roel Gamssen. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Für Zartbesaitete ist das nichts: Nur mit Badehose oder Badeanzug sowie Badekappe bekleidet sind am Wochenende 60 hartgesottene Sportler zwischen 20 und 66 Jahren in den doch recht „erfrischenden“ Silbersee in Langenhagen gestiegen. Das Wasser hatte an beiden Wettkampftagen bei der zweiten internationalen norddeutschen Eisschwimmmeisterschaft zwischen 4,9 und 5 Grad Celsius. Die Außentemperatur lag etwas höher. Nach den einzelnen Strecken ging es dann für die Sportler zum Aufwärmen. Dafür stand direkt am See eine angeheizte mobile Sauna und ein mit 30 Grad warmem Wasser gefülltes Holzfass parat.

Wärmender Neopren ist bei dieser Disziplin verpönt – und auch nicht erlaubt. Die Schwimmer setzen vielmehr auf „Biopren“, erläutert Frank Berkemann, Sprecher der Langenhagener Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die hatte auch in diesem Jahr wieder den beiden Organisatoren Florian Battermann und Marcus Reineke das Vereinsheim zur Verfügung gestellt. Zudem sorgten die Einsatzkräfte auf und neben dem Silbersee für die Sicherheit der Schwimmer.

Schwimmer futtern sich Isolierung an

Was „Biopren“ ist, erklärte dann Reineke. Die Sportler machen es den Robben nach und futtern sich ab September eine Fettschicht an. Mit dieser dann etwa zehn bis 20 Kilogramm schweren natürlichen Isolierung geht es in die Wettkampfzeit. „Zum Ende der Saison ist das Gewicht aber wieder runter“, sagte Reineke. Zum zweiten Mal gab es diesen sportlichen Vergleich in Langenhagen. Dabei werden Punkte für den sogenannten Ice-Cup gesammelt. Sechs weitere Mutproben folgen in den nächsten Monaten.

Florian Battermann (von links) und Marcus Reineke werden von der DLRG um Frank Berkemann unterstützt. Quelle: Sven Warnecke

Die größte Herausforderung für die Schwimmer ist der Schritt ins kalte Wasser. Das kostet schon Überwindung, wissen Battermann und Reineke, die wie die anderen Teilnehmer aus ganz Deutschland, Dänemark, den USA, Frankreich, Österreich und den Niederlanden selbst über 50, 100, 200, 500 und 1000 Meter an den Start gingen.

Körper muss auf Kälte vorbereitet werden

Doch Battermann und Reineke warnen davor, so ohne Weiteres in die eisigen Gewässer zu steigen. Es handele sich schließlich um eine Extremsportart. Es brauche vielmehr einige sportliche Vorbereitung, damit der menschliche Körper diese Temperaturen auch unbeschadet überstehen kann, sagte Battermann. Er selbst nutze dafür etwa eine in seinem Garten stehende Regentonne. In der kalten Jahreszeit halte er es in dieser durchaus bis zu 25 Minuten aus. „Wenn ich etwas Spannendes zu lesen dabeihabe“, meinte der in Langenhagen bekannte Sportler mit einem Schmunzeln. „Und ein bisschen Zittern gehört halt dazu. Doch es ist wichtig, ein Gefühl für die Kälte zu entwickeln und den eigenen Körper zu kennen.“

Diese Disziplin ist nur etwas für durchtrainierte Extremsportler.

Noch steckt die Sportart in Norddeutschland in den Kinderschuhen. Das wollen Battermann und Reineke mit ihrem Engagement ändern. „Langenhagen ist ein Leuchtturm, Pionier und Botschafter für das Eisschwimmen in Norddeutschland“, sagte Battermann und lobte die DLRG, aber auch die Stadt für die Unterstützung bei diesem Wettkampf.

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Von Sven Warnecke

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