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Region Langenhagen Nachrichten Wie ruhig wird es nachts am Flughafen?
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00:16 21.07.2018
Ein Passagierflugzeug landet am Flughafen Hannover. Quelle: Julian Stratenschulte
Langenhagen/Isernhagen/Garbsen

Eine kategorische Nachtflugpause wird es am Flughafen Langenhagen nicht geben. „Die rechtliche Basis gibt dies nicht her“, so der seit Kurzem im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft postierte Staatssekretär Berend Lindner jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Gleichwohl schließt Lindner veränderte Grenzwerte und Regelungen ab 2020 nicht aus. Voraussichtlich Ende dieses Jahres werde das Land auf die unter dem Fluglärm leidenden Anwohner der Umlandkommunen zugehen, um einen neuen Nachbarschaftsdialog einzuleiten, kündigte Lindner an.

Prozess für neue Nachtflugregelung beginnt 2019

Wie genau dieser aussehen könnte, vermag der als früherer Richter am Oberlandesgericht Celle mit Mediationsverfahren durchaus vertraute CDU-Politiker noch nicht zu sagen. „Wir müssen auf die Bedürfnisse der Anwohner eingehen, aber auch klar zeigen, wo die Grenzen sind.“ Und die liegen laut Lindner nicht nur in Hannover: Seit den 1950er-Jahren existiert für den Flughafen Langenhagen eine unbeschränkte und unbefristete Betriebsgenehmigung. Auf Antrag des Flughafens selbst wird die Nachtflugregelung alle zehn Jahre überprüft. Die aktuelle läuft Ende 2019 aus. „Wir werden Anfang kommenden Jahres mit den Prozessen für eine neue Regelung beginnen.“

Maßgeblich beteiligt am Geschehen in Langenhagen ist neben dem Verkehrs- und Wirtschaftsministerium in Hannover auch das Bundesverkehrsministerium. „Der Bund kann per Weisung durchsetzen, den Nachtflug beizubehalten“, sagt Lindner. Dies sei 2015 für den Flughafen Köln/Bonn geschehen, als die dortige rot-grüne Landesregierung zumindest Passagierflugzeugen nächtliche Starts und Landungen untersagen wollte. Berlin habe zudem „im Mai 2017 sein bundespolitisches Interesse an einem 24-Stunden-Betrieb in Langenhagen ausgesprochen“. Daran komme die niedersächsische Landesregierung nicht vorbei. „Zudem hat sich die neue Regierung im Koalitionsvertrag eindeutig auf den 24-Stunden-Betrieb verständigt.“

Grenzwerte für Lärmbelastung werden derzeit überprüft

Die einzige Ausnahme dieser Rechtslage wäre eine Gefährdung der Gesundheit. Ein Aspekt, über den die örtlichen Lärmschutzinitiativen in Langenhagen, Isernhagen, Burgdorf und Garbsen allzu gerne mit Lindner streiten würden. Erstmals will der Staatssekretär diese Hoffnungen nicht gleich im Keim ersticken. „Aktuell werden die Grenzwerte im Fluglärmschutzgesetz turnusgemäß evaluiert.“ Bis Mai 2018 konnten federführend im Bundesumweltministerium Eingaben dazu gemacht werden. Lindner betont, dass nun auch aktuelle Studien wie die allseits beachtete „Norah“-Studie zu gesundheitlichen Folgen von Lärm oder auch eine Untersuchung zum Aufwachverhalten im Genehmigungsverfahren für den Flughafen Leipzig/Halle durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Beachtung finden werden.

Lindner hält es deshalb für sehr wahrscheinlich, dass sich die Grenzwerte in dem Bundesgesetz verändern werden. Und dies so zeitnah, dass die neuen Werte auch in die künftige Nachtflugregelung für Langenhagen einfließen könnten. „Das würde auch bedeuten, dass sich der Katalog jener Maschinen erweitert, die aufgrund ihrer Lärmentwicklung nachts nicht starten oder landen dürfen.“ Auch die Bahnverteilung in der Nacht sei eine Stellschraube, mit deren Hilfe die Zahl der belasteten Anwohner reduziert werden könnte.

„Bedeutsam sind alle Kommunen, in denen Arbeitnehmer wohnen“

Lindner hat bei dieser Diskussion jedoch betont nicht nur die Lärm-Anrainer im Auge. „Der Flughafen ist für alle Kommunen von Bedeutung, in denen seine Arbeitnehmer wohnen.“ Schließlich schreibe Langenhagen im Gegensatz zu fast allen anderen Flughäfen dieser Größenordnung „schwarze Zahlen“.

Von Rebekka Neander

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