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Region Langenhagen Nachrichten Schüler üben sich mit Erfolg in Demokratie
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15:48 07.09.2018
Eindrucksvoll: Die Schüler machen auf Transparenten ihrer Meinung deutlich Luft. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Wer hat denn da den Zeitplan nicht richtig kommuniziert? Diese Frage warf unter anderem CDU-Ratsfrau Jessica Golatka in der gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und Stadtplanungsausschusses am Donnerstagabend auf. Fakt ist, dass die IGS der Stadtverwaltung signalisiert hat, künftig auf den D-Trakt des Schulzentrums – dort sind momentan die Bläserklassen, die Teestube, die Schulbücherei und Zimmer für den Freizeitbereich untergebracht – verzichten zu können. Aber nach Aussage von Schulleiter Timo Heiken erst nach dem Abschluss der notwendigen Neubauten wegen fehlenden Brandschutzes an seiner Schule. Also wohl erst 2025.

Doch das ist offenbar so nicht im Rathaus angekommen. Die Verwaltung hatte dem Rat vorgeschlagen, dass die Stadtbibliothek in den D-Trakt umziehen soll – und zwar schon 2021. Doch dafür müsste das Gebäude bereits im Jahr zuvor umgebaut werden. Möglichen Alternativen für die Bücherei, also etwa am jetzigen Standort im Stadthaus zu bleiben oder anderenorts neu zu bauen, hatte die Stadt auch aus Kostengründen zuvor eine Absage erteilt.

Pläne lassen Emotionen hochkochen

Und das hat nach Bekanntwerden der Pläne zu „hochkochenden Emotionen“ geführt, berichtete nun IGS-Leiter Heiken in der Sitzung. Und wie real das von ihm gezeichnete Bild ist, bewiesen die mehreren Hundert Schüler, Lehrer und Eltern im vollen Ratssaal.

Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch machte noch einmal deutlich, dass die Stadtbücherei aus den jetzigen Räumen im Erd- und Obergeschoss des Stadthauses ausziehen muss, da dem Eigentümer eine andere Nutzung vorschwebt. Einzig im Keller könnte die Bibliothek nach Umbau verbleiben. Die Kosten würden sich allerdings auf den Mietpreis niederschlagen. Die Verwaltung kalkuliert deshalb mit einer deutlich höheren Warmmiete als den bislang gezahlten 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Die Dezernentin verwies darauf, dass die Ausleihe zentrumsnah angesiedelt werden soll. In der Sitzung betonte sie aber auch, dass es nie die Absicht der Verwaltung gewesen sei, der IGS komplett sämtliche Räume in dem Trakt zugunsten der Bibliothek zu streichen. Vielmehr sollten sie parallel genutzt werden.

Schüler der IGS, aber auch Lehrer und Eltern hoben eingangs der Sitzung eindrucksvoll – nicht nur auf Transparenten – hervor, unter welchen Bedingungen die Kinder bereits jetzt lernen beziehungsweise die Pädagogen unterrichten müssten. Sie fragten etwa, welchen Stellenwert Kinder in der Stadt haben würden, wie denn Musikunterricht in Containern aussehen soll oder wie unter den dann noch engeren Platzverhältnissen die Abiturprüfungen stattfinden können.

Positive Erfahrungen werden bittere Pille

Heiken sprach zunächst von den positiven Erfahrungen, die er seit Übernahme der Leitung im Februar 2016 mit der Stadt gemacht hatte. So sei er „von Beginn an in die Planungen bezüglich des Um- und Neubaus involviert“. Doch leider fehlte immer eine „klare Aussage dazu, wann der Baubeginn für die IGS liegen wird und damit auch eine Perspektive dafür, wann die Baumaßnahmen abgeschlossen sein könnten“. Als er, wie auch die Schüler, Lehrer und Elternvertreter im Juni von den Plänen für die Stadtbibliothek erfahren hatten, seien „die Emotionen übergeschwappt“. Er sprach deshalb von einer „bitteren Pille“. Baudezernent Carsten Hettwer betonte indes, dass sich die Stadt bemüht habe, alle am Verfahren zu beteiligen und spricht von „enger Abstimmung“. Gleichwohl räumte er durchaus ein, den Übergangszeitraum wohl nicht deutlich gemacht zu haben.

„Wir begrüßen die Tatsache, dass eine Nachnutzung gesucht und gefunden wurde“, betonte Heiken dennoch. Und mit der Stadtbibliothek werde es Synergien geben, ist er sich sicher. „Ablehnen müssen wir, dass die IGS 2020 den D-Trakt aufgeben soll“, sagte der Schulleiter dann aber auch deutlich. Denn ein Notbehelf im Bereich des Containerdorfs komme für ihn nicht in Frage. Für allgemeine Unterrichtsräume mag es gehen, Container zu nutzen, für den Freizeitbereich und die Musikfachräume sei das nicht möglich. „Wir leben seit Jahren mit mehreren Interimslösungen“, erinnerte er.

Stadtverwaltung soll Alternativen suchen

Von den Äußerungen der „Protestler“ zeigte sich schließlich auch die Politik beeindruckt. Nicht die IGS habe mit einer Interimslösung zu leben, sondern die Stadtbücherei, lautete der allgemeine Tenor. Einstimmig wurden die von der Verwaltung für die weiteren Planungen angefertigten Drucksachen kassiert und zurück in die Fraktionen gezogen. Zudem soll nach alternativen Interims-Standorten für die Bibliothek Ausschau gehalten werden und es einen entsprechenden Zeit- und Kostenplan für die diversen Planungen geben.

Andreas Eilers (WAL) schlug als Alternativen für die Bücherei die regionseigenen Räume des ehemaligen Educaration-Centers im Eichenpark vor. Er zeigte sich angesichts des Engagement der Schüler begeistert: „Das ist Demokratie“, wenn sie so zum Ausdruck bringen, was sie bedrückt. Als Übergangslösung für die Bücherei könnten aber durchaus auch wetterfeste Messehallen in Frage kommen, meinte Wolfgang Kuschel (SPD). Diese sollten dann vielleicht auf dem ehemaligen Grünwald-Gelände am CCL befristet errichtet werden, warb Domenic Veltrup (BBL).

„Die Idee, die Stadtbibliothek im D-Trakt unterzubringen, ist eine gute“, betonte Kuschel als ehemaliger IGS-Leiter. Aber erst, wenn der Schulneubau fertig sei, sagte er und forderte eine „Zwischenlösung“. Denn der Freizeitbereich habe für eine Ganztagsschule eine immense Bedeutung. Auch Veltrup sprach von einem guten Ort für die Bücherei. „Doch der Zeitpunkt ist eine Katastrophe.“ Das unterstrich auch die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums, Silke Kaune. Sie warnte davor, Schulen und Bibliothek „gegeneinander auszuspielen“. Vielmehr warb sie dafür, die „Schüler in Ruhe zu lassen“ und eine Interimslösung für die Ausleihe zu suchen.

Von Sven Warnecke

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