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13:33 22.02.2017
Langenhagens Lions-Präsident Carsten Lambrich (Mitte) überreichte Dick van Beuzekom (links) und Cord Kelle 1500 Euro für ihr Hilfsprojekt Kochen für Obdachlose.
Langenhagens Lions-Präsident Carsten Lambrich (Mitte) überreichte Dick van Beuzekom (links) und Cord Kelle 1500 Euro für ihr Hilfsprojekt Kochen für Obdachlose. Quelle: PATRICIA CHADDE
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Für Cord Kelle ist Essen nicht allein Nahrungsaufnahme, sondern auch Kultur und Seelenfutter. Gemeinsam mit Dick van Beuzekom bekocht er seit 2011 im Winter Hannovers Obdachlose. In dieser Saison gingen so von dem zwischenzeitlich gegründeten Verein wieder 14.000 zubereitete Mahlzeiten über den Tresen der Hannoverschen Heilsarmee am Marstall.

Damit dieses ehrenamtliche Engagement auch im nächsten Winter fortgesetzt werden kann, überreichte am Dienstagabend Langenhagens Lions-Präsident Carsten Lambrich eine 1500-Euro-Spende. Bei der Übergabe war Lambrich schnell von der von den beiden geschilderten Problematik der rund 4000 hannoverschen Obdachlosen gefangen. Denn neben der Essenzubereitung sind Kelle und van Beuzekom auch seelisch tiefer in den Teufelskreis aus Obdachlosigkeit, Armut und Sucht eingestiegen und suchen deshalb fleißig weitere Unterstützer.

„Früher bedeutete Armenspeisung grundsätzlich Suppe“, berichtet Jägerhof-Chef Kelle, der von den Obdachlosen zwar freundlich mit „hallo Suppenkoch“ angesprochen wird, aber aus Prinzip nur Handfestes zubereitet. „Fleisch und Gemüse, dazu Kartoffeln, Reis oder Nudeln und natürlich Soße“, zählt van Beuzekom die klassischen Menue-Elemente auf. Als Niederländer legt er auf die Soße besonderen Wert. Aber damit es bei der Ausgabe auch zu handhaben ist, wurden Gemüse und Sauce inzwischen zu einer Komponente zusammengefasst. Gute deutsche Hausmannskost kommt bei den Bedürftigen am besten an. Für Mittwoch und Donnerstag bereiten die beiden Männer jeweils 300 Portionen vor, „die immer mit Messer und Gabel gegessen werden“, berichtet Kelle. Weitere Regelungen sind ebenso klar: es darf erst nach 13 Uhr übrig gebliebenes Essen in mitgebrachte Behälter umgefüllt und von den Bedürftigen mitgenommen werden.

Nach dem Start ist aus dem Projekt Kochen für Obdachlose, abgekürzt KFO, mittlerweile ein Verein geworden. Zudem wurden weitere Mitstreiter für die gute Sache gewonnen. Unter anderem die Nord/LB. Die Kantine des Geldinstitut liefert in der Saison nun jeden Dienstag 300 Mittagessen, die bei der Heilsarmee ausgegeben werden. In diesem Jahr endet am 11. März die Saison. Ganz stilvoll soll gefeiert werden, kündigt Kelle an: „Wir freuen uns über Kuchen- und Tortenbäcker“. Gemeint sind Spender, die ebenfalls einen Beitrag zum Jahresabschluss beisteuern wollen.

Wer spenden will, kann sich per E-Mail an info@kfo-verein-hannover.de und direkt im Jägerhof unter Telefon (0511) 77960 melden. Geldspenden können auf das KfO-Konto, IBAN DE82 2519 0001 0673 6734 00, überwiesen werden. Auch auf der Facebook-Seite "Kochen für Obdachlose und Bedürftige“ gibt es weiterführende Infos.

Von PATRICIA CHADDE