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Region Langenhagen Nachrichten Stadt warnt vor unseriösem Angebot
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16:31 17.01.2019
Bei der im Internet angebotenen Fläche soll es sich nach Angaben der Stadt um die ehemalige Gärtnerei an der Kananoher Straße handeln. Quelle: Sven Warnecke
Kaltenweide

Bauland gefällig? In Langenhagen ist das ein eher rares Gut. Nun wird in den Ebay-Kleinanzeigen reichlich Fläche zur Bebauung zu Wohnzwecken in Kaltenweide angepriesen. Die Stadtverwaltung wittert auf Anfrage dahinter vielmehr unseriöse Angebote und warnt davor.

In der einen Anzeige ist die Rede von sage und schreibe knapp 50.000 Quadratmetern zur Wohnbebauung. Kostenpunkt vier Millionen Euro. Bei einer „Verpachtung zu anderen gewerblichen Zwecken“ werden 40.000 Euro pro Monat angesetzt. Weiter heißt es dort: „Wir bieten ein Areal das Umrandet ist von Altbestand von EFH, allerdings noch nicht freigegeben worden ist als Wohnbaugrundstück...“. Die Verkäufer, die sich im Internet als Immobilienmakler ausgeben, können allerdings nicht kontaktiert werden, da sowohl Telefonnummer wie auch eine E-Mail-Adresse auf der Seite fehlt. Da Wohngrundstücke immer knapper werden und nicht auszuschließen sei, dass die nun beworbene Fläche kurzfristig zu Wohnzwecken freigegeben wird, werden Investoren gesucht, heißt es im Internet in arg fehlerhafter Rechtschreibung weiter.

Von der Straße aus ist die Dimension des weitläufigen Grundstücks eher nicht zu erkennen. Erst von einem angrenzenden Feldweg gibt es mehr Einblicke. Quelle: Sven Warnecke

Ein weiteres Inserat vom vermutlich gleichen Anbieter offeriert 25 Baugrundstücke von jeweils etwa 600 Quadratmetern Größe, ebenfalls in Kaltenweide. Kostenpunkt 135 Euro pro Quadratmeter plus nicht näher bezeichneter Nebenkosten. „Grundstücke das noch freigegeben werden mussen durch die Behörden zum Bauen. Hiermit möchte ich Interessenten kontaktieren um dann es der Behörde vorzuzeigen das es eine hohe Nachfrage gibt und es dringen nötig ist die Baufreigabe schneller zu bearbeiten und freizugeben“, wird auch in dieser Anzeige nicht ganz sauber formuliert.

Stadt warnt vor Angeboten

Auf Anfrage dieser Zeitung warnt Helmut Büch, Leiter der Langenhagener Bauverwaltung, vor diesen Angeboten. Er vermutet vielmehr, dass die Inserate unseriöser Natur sein dürften, formuliert er vorsichtig, um nicht das Wort Betrug in den Mund nehmen zu müssen. Seinen Angaben zufolge handelt es sich bei den Flächen um die einer ehemaligen Gärtnerei an der Kananoher Straße in Kaltenweide. Und diese haben es angesichts der zulässigen Nutzung durchaus in sich: Das Grundstück befindet sich westlich der Autobahn 352 im sogenannten Außenbereich und gilt als landwirtschaftliche Fläche. „Eine andere Nutzung ist dort planungsrechtlich nicht zulässig“, betont Büch weiter.

Und es gibt neben der eingeschränkten Nutzung einen weiteren Haken. Allein die Abriss- und Entsorgungskosten für die vielen vorhandenen, aber maroden Gewächshäuser und der dort stehenden Nebengebäude waren im Juni 2015 bei einer Zwangsversteigerung auf gut 530.000 Euro taxiert worden. Trotz des einst geforderten symbolischen Preises von einem Euro für das Gesamtareal schreckten die meisten Bieter zurück, erinnert sich Büch. Diese Kosten dürften heute wohl auch weiter gestiegen sein, vermutet der Leiter der Bauverwaltung und glaubt zu wissen, was hinter der Formulierung „plus Nebenkosten“ steckt.

Nach Informationen dieser Zeitung soll das Areal heute einem aus Osteuropa stammenden Eigentümer gehören. Ob dieser einst beim Erwerb keine Kenntnis über die mehr als eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten hat, steht indes nicht fest.

Von Sven Warnecke

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