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Region Laatzen Nachrichten Soll der Kanutourismus mehr gefördert werden?
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00:15 18.07.2016
Bei Kanu-Wanderern ist die Leine wie hier in Alt-Laatzen sehr beliebt. Viele Wassersportler vermissen aber zusätzliche Anleger am Fluss. Quelle: Daniel Junker
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Grasdorf

"Die Tour mit dem Kanu von Laatzen nach Hannover ist sehr beliebt", sagt Daniel Stein vom Kanuverleih Allerhorn. "Die führt erst durchs Grüne, dann geht es in die Stadt. Für viele Kanu-Wanderer ist das ein schönes Kontrastprogramm."

Ein Problem seien aber die Ein- und Ausstiege. Entlang der Strecke gebe es neben dem Anleger in Grasdorf zwar zwei weitere befestigte Haltemöglichkeiten, "sie gehören aber den Kanu-Klubs", sagt Stein. "Die sehen es nicht gerne, wenn andere ihre Anleger benutzen." Die Kanu-Verleiher würden es begrüßen, wenn es weiter Anleger in der Leinemasch gebe. "Das wäre sicherlich optimal." Dann könnten Kanu-Wanderer auch von weitere südlich gelegenen Orten aus starten - zum Beispiel bei Sarstedt - und in Grasdorf eine Rast einlegen. Fahrten von Sarstedt bis zum Schnellen Graben in Döhren gebe es schon jetzt.

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Bereits im November 2013 hatte sich der Ortsrat Laatzen für eine Erneuerung des Anlegers an der Ohestraße ausgesprochen. Bislang sei der Ein- und Ausstieg aufgrund der geringen Breite etwas mühselig, sagen auch Kanutour-Anbieter. Die Umsetzung scheiterte aber bislang - unter anderem an der Finanzierung. Damals hieß es, der Ortsrat begrüße eine Erneuerung zwar, die Kosten müssten aber die Nutzer übernehmen und nicht die Stadt. 

Parallel zu den Überlegungen in Laatzen prüft auch die Region die Einrichtung weiterer Anleger. "Bislang gibt es aus Sicht der Naherholung an den Oberflächengewässern in und um Hannover zu wenige Kanu-Einsatzstellen", sagt Sprecher Klaus Abelmann. Ende Mai habe die Regionsversammlung deshalb mit der Verabschiedung des Regionalen Naherholungsprogramms 2016 auch die „Verbesserung der Nutzbarkeit der Gewässer für Wasserwandern und naturverträglichen Wassersport“ als Handlungsoption beschlossen. 

"Eine von der Region in Auftrag gegebene Studie zum Thema 'Wasserbezogene Naherholungsmöglichkeiten' schlägt für den Bereich der Stadt Laatzen dazu zwei Maßnahmen vor", sagt Abelmann. In Alt-Laatzen könne demnach eine Bootseinsatzstelle nahe des Vereinsheims des Bootclubs Laatzen an der Straße am Fugenwinkel - also in unmittelbarer Nähe der Talstraßenbrücke - entstehen. Auch die Ohestraße nahe des Nabu-Naturschutzzentrums in Grasdorf sei laut Studie gut geeignet. Dort könne ein breiteren Treppensteg zum Einsatz der Boote einstehen. Ein ähnliches Konzept hatte auch der Ortsrat Laatzen für dieses Stelle vorgeschlagen.

"Eine Realisierung der beiden Einsatzstellen wäre aus unserer Sicht zu begrüßen", sagt Abelmann. Zu klären seien aber noch Fragen bezüglich des Umwelt- und Gewässerschutzes, der Eigentumsverhältnisse und der Finanzierung. Eventuell sei sogar eine Förderung möglich. "Bislang liegt uns aber kein entsprechender Antrag seitens der Stadt Laatzen vor", sagt Abelmann.

Im Rathaus wird das Thema tatsächlich zurückhaltend behandelt. Schon jetzt sei an sonnigen Tagen die verträgliche Anzahl von Kanufahrern auf der Leine und die der abgestellten Anhänger fast überschritten, sagt Stadtsprecherin Ilka Hanenkamp-Ley. "Es ist nicht angestrebt, eine möglichst große Anzahl von Menschen über die Leine zu schleusen." Deshalb seien momentan weder die Erneuerung bestehender Bootsanleger noch der Ausbau neuer Standorte geplant.

Touren mit Startpunkt Grasdorf sind beliebt

Für die etwa 18 Kilometer lange Strecke von Laatzen nach Hannover-Limmer benötigen Kanuwanderer bei gemütlicher Fahrt fünf bis sechs Stunden. Am Wochenende seien die Touren fast immer ausgebucht, sagt Daniel Stein vom Kanuverleih Allerhorn. Auch unter der Woche gingen Kanuten dort häufiger auf die Strecke. Die Anbieter könnten sich auch längere Touren mit Pause in Grasdorf vorstellen. Neben dem Kanuverleih Allerhorn bieten auch der Kanuverleih Hannover, der Anbieter Weser-Erlebnis sowie der Veranstalter Paddeln & Events Touren vom Anleger in Grasdorf nach Hannover an.

Von Daniel Junker