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Region Laatzen Nachrichten Stadt will Jugendzentrum Jott erhalten und sanieren
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00:42 11.05.2018
"Grundsätzlich erhaltungswürdig und -fähig": Die Stadt will den Jugendtreff Jott in diesem und im Jahr 2019 kernsanieren.
"Grundsätzlich erhaltungswürdig und -fähig": Die Stadt will den Jugendtreff Jott in diesem und im Jahr 2019 kernsanieren. Quelle: Astrid Köhler
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Gleidingen

 Lohnt noch ein Umbau des Gleidinger Jugendzentrums Jott oder ist es günstiger, das mindestens 60 Jahre alte Gebäude an der Triftstraße abzureißen und durch einem Neubau zu ersetzen? Nach Abschluss der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist die Antwort für die Stadtverwaltung klar. Sie empfiehlt die mit 200.000 Euro veranschlagte Kernsanierung, die deutlich günstiger ist als ein fast viermal so teurer Neubau. Als erstes Gremium von vier stimmte am Montag der Ortsrat für den Vorschlag der Verwaltung.

Die durchgeführten Untersuchungen der Bausubstanz seien zu dem Ergebnis gekommen, dass das Gebäude grundsätzlich erhaltungswürdig und -fähig ist, schreibt Thomas Schrader, Fachbereichsleiter Soziales,  in dem Beschlusstext. In den ermittelten Kosten von 200.000 Euro sind neben diversen Sanitär- und Elektroarbeiten auch verschiedene Brandschutzmaßnahmen enthalten: Nicht nur muss die Deckenverkleidung im Erd- und Obergeschoss erneuert werden sondern auch eine Gaube eingebaut sowie einer Außentreppe als zweiter Rettungsweg installiert werden. Dieser ist zwingend nötig, um das seit bereits seit mehreren Jahren gesperrte Obergeschoss wieder mit für den Treff nutzen zu können.

Zudem soll das Jott künftig barrierefrei über eine Rampe erreichbar sein und entsprechende Toiletten erhalten. Auch die Kosten für eine neue Küchenzeile (5000 Euro) sowie die Umgestaltung des Außengeländes (10.000 Euro) sind darin enthalten. Da der am Jott verbaute Jägerzaun inzwischen unzulässig ist, wird eine neue Einfriedung benötigt.

„Bei Umsetzung dieser Maßnahmen ist ein Weiterbetrieb der Einrichtung für einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren gewährleistet“, schreibt Schrader weiter in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Eine umfassende energetische Sanierung sei hingegen nicht vorgesehen. Um den Standard herzustellen, wie er für Gebäude wie das Jugendzentrum gilt –  die Räume werden täglich in einem begrenzten Zeitrahmen und nicht zu Wohnzwecken genutzt – würden sich die Sanierungskosten verdoppeln: auf dann rund 400.000 Euro.

„Alles ist immer noch günstiger als das Gebäude in der jetztigen Größe neu zu bauen“, betonte der Fachbereichsleiter Bauen, Jürgen Pagels, am Montag vor dem Ortsrat. Allein der Abriss schlage mit fast 50.000 Euro zu Buche. Für den Neubau selbst mit der gleichen Bruttogeschossfläche von rund 280 Quadratmeter wie das Jott sind weitere 740.000 Euro nötig.

Durschnittlich 10 Jugendliche pro Tag

Nach Angaben von Jugendpflegerin Janine Stitz kommen derzeit im Tagesschnitt zehn Jugendliche aus Gleidingen und anderen Stadtteilen ins Jott. Das Gleidinger Jugendzentrum ist wochentags von 15 bis 20 Uhr geöffnet und bietet – aktuell nur im Erdgeschoss – verschiedene Treff- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Gesetz dem Fall, dass nach dem einhelligen Votum im Ortsrat auch der Kinder- und Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 12. Juni sowie der Verwaltungsausschuss und Rat (beide tagen am 14. Juni) der Beschlussempfehlung folgen, sollen die zusätzlichen Haushaltsmittel für die Sanierung in Höhe von 144.500 Euro in den Haushalt 2019 aufgenommen werden.

Der Teil der Arbeiten, der nötig ist, um die eingeschränkte Nutzung weiterhin zu ermöglichen, könne dann noch in diesem Jahr durchgeführt werden, so Schrader: „Alle weiteren Maßnahmen zum langfristigen Weiterbetrieb der Einrichung und der Wiedernutzbarmachung des Obergeschosses sollen dann in 2019 stattfinden.“

 

Von Astrid Köhler