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Region Laatzen Nachrichten So soll der öffentliche Nahverkehr in Laatzen bis 2030 verbessert werden
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18:00 06.01.2020
Zu den langfristigen Plänen zählt auch ein S-Bahn-Halt in Laatzen-Mitte. Quelle: Bahnstadt
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Laatzen

Alle fünf Jahre aktualisiert die Region ihren Nahverkehrsplan, in dem die jeweils wichtigsten Vorhaben für die nächsten fünf Jahre, aber auch die langfristige Planung aufgeführt werden. Der 2020er-Entwurf ist jetzt veröffentlicht – und führt eine Reihe von Zielen auf, die den öffentlichen Personennahverkehr in Laatzen deutlich verbessern könnten. In den nächsten Monaten sind Politik, Verbände und Bürger am Zug, ihre Stellungnahmen abzugeben.

Für Laatzen sieht das Papier Zukunftsvorhaben wie einen neuen S-Bahnhof in Laatzen-Mitte und eine Stadtbahnverbindung zum Expo-Gelände vor. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht zunächst der Ausbau der Linie 2, auf die sich vier von regionsweit 22 Stadtbahnprojekten der höchsten Priorität beziehen. Die Linie soll komplett barrierefrei und bis Gleidingen verlängert werden.

Die Vorhaben im Einzelnen:

Galgenbergweg: Der nächste Hochbahnsteig im Laatzener Stadtgebiet soll an der Haltestelle Galgenbergweg entstehen – das zeitweise wohl umstrittenste Stadtbahnprojekt in Laatzen. Wegen Einwänden von Anwohnern, aber auch wegen der künftigen Radwegeführung auf der Hildesheimer Straße hat die Region Dutzende Varianten geprüft, bevor Mitte 2018 eine Einigung zustande kam. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für den Mittelhochbahnsteig beginnen, fertig werden soll er Anfang 2021. Im gleichen Zug saniert die Region die Hildesheimer Straße.

Rethen/Nord: 2021 folgt dann der Baubeginn an der Haltestelle Rethen/Nord, wo drei Haltestellen der Linien 1 und 2 zu einer zusammengelegt werden. Auch dort ist ein Mittelhochbahnsteig für Züge aus beiden Fahrtrichtungen geplant – diesmal als Mittellage auf der Hildesheimer Straße. Auf der Fläche der bisherigen Schleife soll dann eine Park-and-ride-Anlage entstehen. Die abschließende Entscheidung über die Planung steht noch aus.

Rethen/Steinfeld:Die Linie 2 soll in den nächsten fünf Jahren komplett barrierefrei werden, sodass auch die Haltestelle Steinfeld einen Hochbahnsteig bekommt. Der Bau ist für 2021 vorgesehen – im gleichen Jahr soll die Anlage dann in Betrieb gehen.

Auf Höhe der Gleidinger Buswendeschleife soll der neue Hochbahnsteig Gleidingen/Nord entstehen. Quelle: Torsten Lippelt

Gleidingen/Orpheusweg: Neuer Endpunkt der Linie 2 wäre dann die Haltestelle Orpheusweg, die in Richtung Buswendeschleife verlegt würde. Für Gleidingen ein doppeltes Novum: Der Ortsteil würde dann nicht nur erstmals einen barrierefreien Hochbahnsteig bekommen, sondern wäre dann zumindest am nördlichen Ortsausgang an die Linie 2 angeschlossen. In Betrieb gehen soll die neue Haltestelle im Laufe des Jahres 2022, spätestens zum Fahrplanwechsel 2022/2023.

Gleidingen und Rethener Winkel:Die beiden anderen Gleidinger Stadtbahnhaltestellen Am Leinkamp und Thorstraße schiebt die Region hingegen auf die lange Bank. Sie stehen auf der untersten der vier Prioritätenstufen im Nahverkehrsplan („nachrangige Vorhaben“). Einziger Anhaltspunkt: Bis 2030, so heißt es im Plan, soll das gesamte Stadtbahnnetz barrierefrei sein – spätestens bis dahin wäre auch Gleidingen am Zug. Die gleiche Priorität hat der bislang ebenfalls ebenerdige Halt Rethener Winkel auf Höhe der Deutschen Rentenversicherung.

Park der Sinne: Die Haltestelle Park der Sinne schätzt die Region als deutlich wichtiger ein. Der Hochbahnsteig soll dort binnen fünf Jahren stehen. Einen konkreten Zeitplan gibt es laut Region nicht.

Fährt hier künftig die Linie 6? Die Trasse für die Stadtbahnanbindung von Laatzen in Richtung Expo-Gelände wurde schon vor der Weltausstellung angelegt. Quelle: Johannes Dorndorf

Verlängerung der Linie 6:Traditionell ein Lieblingsprojekt der Laatzener Stadtplaner ist eine Anbindung der Linie 6 nach Laatzen. Die Region prüft seit 2019 die Verlängerung dieser Linie zum Expo-Park und die Schaffung einer Spange, über die sie an die Linie 1 in Laatzen-Mitte angeschlossen würde. Die Planungen für diese Laatzener Spange laufen bereits seit 2018, derzeit gibt es eine Machbarkeitsstudie. Die Trasse dafür ist vorhanden: Seit der Expo 2000 führt eine Brücke über die B 6 zur Würzburger Straße, auf deren Mittelstreifen ausreichend Platz für die neuen Gleise wäre.

Längere Bahnsteige: Zur mittelfristigen Strategie der Region zählt auch die Möglichkeit, auf der gesamten Linie 2 Drei- statt Zwei-Wagen-Züge einzurichten. Dafür müssen neben acht hannoverschen Haltestellen auch vier Laatzener Hochbahnsteige vom Aqualaatzium bis zur Haltestelle Ginsterweg auf 70 Meter verlängert werden. Angepeilter Planungsbeginn ist 2023.

An der Linie 2 sollen künftig Drei-Wagen-Züge halten können – auch in Grasdorf. Quelle: Johannes Dorndorf

S-Bahn: Langfristig gute Chancen hat auch ein S-Bahn-Halt in Laatzen-Mitte, der an der Hildesheimer Straße auf Höhe der Einmündung Wülferoder Straße entstehen soll. Nachdem bereits 2016 die betriebliche Machbarkeit eines solchen Halts nachgewiesen wurde, lässt die Region das Projekt derzeit auf seine Wirtschaftlichkeit hin untersuchen.

Busverkehr: Im Gegensatz zum gut ausgebauten Stadtbahnnetz hinkt Laatzen beim Busverkehr deutlich hinterher. Gerade einmal 18 der 86 Bushaltestellen waren 2018 laut Nahverkehrsplan barrierefrei ausgebaut. Laatzen gehört damit zu den Schlusslichtern unter den Regionskommunen. Auch die von der Stadt wiederholt geforderte Verlängerung der Buslinie 390 von Ingeln-Oesselse bis zum Rethener Bahnhof findet sich im Nahverkehrsplan nicht wieder. Allerdings gibt es nach Regionsangaben derzeit Gespräche mit der Stadt Laatzen.

Bürger können sich beteiligen

Der Nahverkehrsplan soll in den nächsten Monaten auf Regionsebene, aber auch bei den 21 Regionskommunen diskutiert werden. Beim sechsmonatigen Beteiligungsverfahren, das frühestens im März beginnt, kann auch Laatzen Stellung nehmen. Der endgültige Beschluss durch die Regionsversammlung soll Ende 2020 fallen. Für Sonnabend, 25. Januar, ist ein Bürgerworkshop geplant. Anmeldungen nimmt die Region dafür bis zum 12. Januar per E-Mail an Zukunftskonferenz-Nahverkehr@region-hannover.de entgegen.

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Von Johannes Dorndorf

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