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Nachrichten Polizei untersucht Ursache tödlicher Probefahrt
Region Laatzen Nachrichten Polizei untersucht Ursache tödlicher Probefahrt
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22:03 20.01.2014
Frontal gegen den Baum: Zwei Personen konnten nur tot aus dem Wrack geborgen werden. Quelle: Uwe Dillenberg
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Laatzen

Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der B 6 nahe Laatzen, bei dem zwei Menschen starben und zwei weitere schwer verletzt wurden, versucht die Polizei nun die Ursache zu klären. Das Autowrack wird nun von Experten untersucht.

Der 34-jährige Fahrer aus Hildesheim, sein Bruder (45) und dessen 13-jähriger Sohn hatten sich am Sonnabendmittag bei einer Autofirma im Raum Laatzen den gebrauchten silbergrauen Mercedes-Kombi für eine Probefahrt ausgeliehen. Ein 34 Jahre alter Mitarbeiter der Autofirma nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Bei einem Überholmanöver zwischen Gleidingen und Rethen bremste das Auto plötzlich ab. Der Fahrer verlor die Kontrolle über den Mercedes-Kombi, der von der Fahrbahn abkam und frontal gegen einen Baum prallte. Der Fahrer und sein hinter ihm sitzender Neffe überlebten den Unfall nicht.

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Schwere Unfälle bei Probefahrten sind nach Angaben der Branche selten. Dass bei diesem ein 13-Jähriger sein Leben verlor, gilt als besonders tragisch. Regeln, ob Familienmitglieder oder Freunde zu Probefahrten mitgenommen werden dürfen, gibt es nicht. „Ein Autokauf ist eine ganz emotionale Entscheidung“, sagt ein Autoverkäufer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Es sei daher nichts einzuwenden, wenn jemand die ganze Familie zu einer Probefahrt mitnehme. Das könne und werde man nicht kontrollieren, sagt auch Regina Steinbrecher vom Sarstedter Autohaus Obergöker: „Eine zusätzliche Insassenversicherung gibt es aber nicht.“

Bei Neuwagen schließe man einen Nutzungsvertrag ab und lasse sich Personalausweis und Führerschein des Fahrers vorlegen. Im Zweifel sei es üblich, dass ein Mitarbeiter des Hauses mitfährt. Die Fahrzeuge für Probefahrten seien zugelassen und versichert, allerdings bei einer Selbstbeteiligung von 500 Euro. Auch im Autohaus Tüpker in Hildesheim gibt es grundsätzlich einen Überlassungsvertrag. „Wer als Fahrzeugführer einen solchen Vertrag unterschreibt, haftet auch für Beschädigungen“, erklärt Mitarbeiter Holger Wiele. Der Fahrer muss das Auto pfleglich behandeln, sachgerecht damit umgehen und es gegen Diebstahl sichern. Bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen steht auch der Hinweis, dass sich der Fahrer an die Straßenverkehrsordnung zu halten hat.

„Passiert dann doch etwas, sind Personen- und Sachschäden, die Dritten entstehen, über die Haftpflichtversicherung des Verkäufers abgedeckt“, sagt Alina Schön vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Wer für den Schaden an dem Auto, das zum Verkauf stand, aufkommt, ist nicht so eindeutig geregelt. „Das hängt davon ab, ob es eine Kaskoversicherung gibt oder nicht“, sagt Schön. Gibt es keine, sollte eine individuelle Absprache zwischen Verkäufer und Käufer getroffen und schriftlich festgehalten werden.

Peter Hartmann / Jörn Kießler

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