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Region Laatzen Nachrichten Wie rund 30 Laatzener die Stare retten wollen
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12:00 14.07.2019
Fertig ist das Stareneigenheim. Emilie (9) und ihr Vater Marco Krüger wollen die Nistkästen an Onkel und Oma verschenken. Quelle: Stephanie Zerm
Grasdorf

Rund 30 Laatzener hoffen im nächsten Frühjahr auf eine Piep-Show in ihrem Garten. Um den Rückgang der bedrohten Brutvögel zu stoppen, haben sie am Sonnabend beim Nabu Eigenheime für Stare zusammengezimmert. Denn neben der Nahrungsknappheit aufgrund des Insektensterbens in den vergangenen drei Jahrzehnte leiden Stare auch darunter, dass sie immer seltener Nistmöglichkeiten in Hohlräumen von Gebäuden finden. Ihr Bestand ist daher in den vergangenen Jahren so stark zurückgegangen, dass sie inzwischen auf der Roten Liste der im Bestand gefährdeten Brutvögel stehen.

Daher hat der Nabu Laatzen die Aktion „Rettet den Star!“ ins Leben gerufen und bietet in diesem Jahr gleich mehrere Aktionen an, um die Not der kleinen Vögel etwas zu mindern. Eine davon war der Nistkastenbau am Sonnabend in der Alten Feuerwache.

Dafür hatte der Nabu 40 Bausätze für Starenkästen zur Verfügung gestellt, die die Hannoverschen Werkstätten zuvor angefertigt hatten. Anschließend konnten die Teilnehmer die Einzelteile zusammenschrauben und mit nach Hause nehmen. Gesponsert wurde die Aktion von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Staren-Aktion kommt gut an

Bei den Teilnehmern kam der Nistkastenbau gut an. „Ich finde die Aktion einfach fantastisch“, sagte Teilnehmer Jochen Schwarmann aus Ingeln-Oesselse und ergänzt: „Wir müssen langsam aufhören, die Dinge so zu machen wie früher, und dürfen nicht mehr so gleichgültig gegenüber der Natur sein.“

Der Kleingärtnerverein Grasdorf war gleich mit zehn Teilnehmern gekommen. „Wir haben auch bei uns in den Kleingärten gemerkt, dass die Stare weniger werden und wollen etwas dagegen unternehmen“, sagte Elke Fleischer. „Da wir keine Chemie verwenden wollen, brauchen wir die Vögel, um die Schädlinge zu reduzieren.“ Der Vorsitzende des Kleingärtnervereins Grasdorf, Walter Legit, pflichtet ihr bei: „Die Vögel sind wichtig, um den natürlichen Kreislauf aufrecht zu erhalten.“

Auch Nabu-Mitarbeiterin Sabrina Schmidt, die die Aktion „Rettet den Star!“ ins Leben gerufen hat, war mit der Resonanz zufrieden. „Wir haben bislang viele Menschen erreicht und auf die Notsituation der Stare aufmerksam machen können“, sagte sie.

Laut Nabu gibt es rund 44 Brutpaare

Um festzustellen, wie viele Stare es überhaupt im Stadtgebiet gibt, hatte der Nabu bereits Anfang des Jahres Laatzener dazu aufgerufen, bei der Zählung der Vögel zu helfen. Im April und Mai haben insgesamt 20 Ehrenamtliche bei der Starenkartierung mitgemacht. Bei insgesamt drei Begehungen haben sie alle Brutpaare in Laatzen-Mitte und Grasdorf gezählt. „Die Auswertung ergab, dass 22 Brutpaare nachgewiesen werden konnten und bei weiteren 22 Starenpaaren ein Brutverdacht besteht“, berichtete Schmidt. Bei den Zahlen handele es sich allerdings um Schätzungen. „Der reale Wert an Brutpaaren liegt vermutlich leicht über 44.“

Die Nistkästen für die Tiere sollten laut Schmidt bereits im Herbst aufgehängt werden. So kann gewährleistet werden, dass die Tiere die extra für sie gebauten Eigenheime auch gleich im April zu Beginn der Hauptbrutzeit annehmen und als Dank die Bauherren mit einer einzigartigen Piep-Show erfreuen.

Nächste Aktionen im August und September

Am 24. August setzt der Nabu die Aktion „Rettet den Star!“ ab 14 Uhr mit einem Seminar fort, bei dem Teilnehmer unter anderem erfahren können, wie sie ihren Garten vogelfreundlich gestalten können. Am 14. September wird dies dann ab 9 Uhr in der Kleingartenkolonie „Auf der Lieth“ praktisch veranschaulicht.

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