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Region Laatzen Nachrichten NDR-Kamerateam begleitet Olu Arigbabu
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00:15 09.01.2017
Aus Kochbananen und Corned Beef bereitet Olu Arigbabu in seiner Küche das nigerianische Gericht Dolo zu. Kolja Niber filmt die Kochsession für den NDR. Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de
Laatzen-Mitte

Zu Gast in der Sendung ist Karamba Diaby, der seit Februar 2013 als erster Politiker mit schwarzer Hautfarbe für die SPD im Deutschen Bundestag sitzt und sich zuvor im Ausländerbeirat von Halle sowie als Bundesvorsitzender des Integrationsrats engagiert hatte. In der NDR-Sendung nimmt Diaby auf dem bekannten Roten Sofa Platz.

Für diese Sendung hat der NDR am vergangenen Donnerstag auch einen Bericht über Olukayode Arigbabu gedreht, der in Laatzen kurz als Olu Arigbabu bekannt ist. Der gebürtige Nigerianer lebt seit 50 Jahren in Deutschland und engagiert sich ebenfalls in besonderer Weise für die Stadt Laatzen und die Demokratie. Unter anderem sitzt er im Begleitausschuss des Programms "Demokratie Leben" für Laatzen, zudem bringt der 72-Jährige seine Meinung in vielen öffentlichen Sitzungen und Diskussionen ein. Für sein Engagement in der Stadt wurde Arigbabu im Jahr 2011 mit dem Laatzener Löwen des Wirtschaftsforums Laatzener Unternehmer (WIR) ausgezeichnet.

In der Sendung DAS! berichtet der NDR über Arigbabus Zeit in Deutschland. "Wir haben einen gebürtigen Afrikaner gesucht, der seit langem in Deutschland lebt und über seine Erfahrungen berichtet", sagt NDR-Autorin Bettina Lehnert. Das Team drehte Szenen beim Kochen in seiner Wohnung in Laatzen-Mitte, bei einem Besuch beim Bürgermeister und im Büro der Initiative für Arbeit (IfA), die Arigbabu im Jahr 1996 mit anderen Mitstreitern ins Leben rief und der er heute noch vorsteht.

"Man muss sich engagieren und integrieren"

In dem Bericht kommen neben dessen Engagement auch Themen wie Integration und Rassismus zur Sprache. Arigbabu sagt, ihm sei Rassismus nur sehr selten begegnet. Er erinnert sich lediglich an ein lange zurückliegendes Ereignis, als er noch nordrhein-westfälischen Marl-Hüls lebte. "Ich war gerade einkaufen und kam mit zwei schweren Tüten aus einem Supermarkt. Da hat mir ein Kind einen Schneeball direkt ins Gesicht geknallt. Ich bin hingefallen, und die Eltern haben nur gelacht", berichtet er. "Andere Leute waren auch da, aber die wurden nicht beworfen. Das werde ich nie vergessen."

Ansonsten habe er als Schwarzer kaum schlechte Erfahrungen gemacht. Arigbabu glaubt, dass das daran liegt, dass er immer auf die Menschen zugegangen sei und nicht im Umkreis anderer Afrikaner gelebt habe. "Es gibt natürlich Einwanderer, die sich fast ausschließlich innerhalb ihrer Kulturen bewegen und kaum Kontakt zu Deutschen haben", sagt Arigbabu. "Ich glaube, dass es für sie viel schwieriger ist, hier zu leben und sich heimisch zu fühlen. Man muss sich engagieren und integrieren. Ich habe meinen Kindern immer beigebracht, dass sie genauso sind wie alle anderen. Dann gibt es auch keine Probleme."

Inbesondere diese Eigenschaft hob auch Bürgermeister Jürgen Köhne im Gespräch mit Arigbabu heraus. "Er spricht Menschen direkt an und sagt ihnen, dass sie sich integrieren müssen, um hier Fuß zu fassen", sagte Köhne. "Olu Arigbabu lebt das ja auch selbst. Das zeigt, dass es funktioniert." Dies habe er auch mehrfach beim Integrationsdialog im Rahmen des Stadtfestes auf großer Bühne deutlich gemacht.

"Ich habe von 60 Mark den ganzen Monat lang gelebt"

Olu Arigbabu verließ seine Heimat Nigeria im Jahr 1967 im Alter von 23 Jahren, um in Deutschland zu studieren. Zunächst arbeitete er für eine Baufirma in Marburg an der Lahn, die ihm einen Ausbildungsvertrag angeboten hatte. "Ich habe damals 120 Mark im Monat verdient. 60 Mark behielt die Firma aber gleich für mein Zimmer ein", berichtet er. "Von den restlichen 60 Mark habe ich den ganzen Monat lang gelebt. Das war eine harte Zeit." Eine kurze Zeit verbrachte Arigbabu in Marl, bis er im Jahr 1970 nach Hannover zog. Hier arbeitete er zunächst als Techniker beim Maschinenbaufirma Gildemeister. Danach wechselte er innerhalb des Betriebes in den Einkauf. "Dafür habe ich extra noch eine Ausbildung gemacht." Später wechselte er zum Werkzeugmaschinenhersteller Wohlenberg und schließlich in den Einkauf bei Sennheiser in der Wedemark.

"Arbeitslosigkeit betrifft jeden"

Seit 1993 wohnt Olu Arigbabu in Laatzen-Mitte - seitdem engagiert er sich auch hier in der Stadt - unter anderem bei der Initiative für Arbeit (IfA). „Es ging uns darum, Ideen zu entwickeln, wie wir die Arbeitslosigkeit in Laatzen langfristig verringern können“, blickt der 72-Jährige zurück. Zudem richtete die IfA im Jahr 1998 eine Tafel vor dem Rathaus ein, die die aktuellen Arbeitslosenzahlen für Laatzen öffentlich machte. "Wir wollten damit deutlich machen, dass Arbeitslosigkeit jeden betrifft oder betreffen kann", sagt Arigbabu. Bis heute leitet das IfA-Gründungsmitglied den Verein, der als Schnittstelle eine Brücke zwischen Arbeitslosen, dem Jobcenter und Arbeitgebern schlagen will. Das Büro des Vereins im Stadthaus ist an jedem Dienstag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Sendung "DAS!" mit dem Bericht über Olu Arigbabu ist am Montag, 9. Januar, ab 18.45 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen.

Von Daniel Junker

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