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Region Laatzen Nachrichten Förderschule wird wohl für AES-Erweiterung abgerissen
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00:34 26.05.2018
Die Förderschule am Kiefernweg wird voraussichtlich abgerissen. Auf dem Gelände, auf dem auch die provisorischen Unterrichtscontainer stehen (Vordergrund) würde dann ein Neubau entstehen. Quelle: Astrid Köhler
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Laatzen-Mitte

Bei der Förderschule am Kiefernweg läuft alles auf einen Abriss hinaus. Eine von der Stadt beauftragte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat ergeben, dass ein Neubau auf längere Sicht geringere Kosten verursachen würde als eine Sanierung des Bestandsgebäudes. Der Neubau soll zur Erweiterung der benachbarten Albert-Einstein-Schule genutzt werden, die wegen der Umstellung auf das G9-Abitur und der Inklusionsbemühungen mehr Platz braucht. Die Förderschule Lernen läuft unterdessen aus, so dass sie kein eigenes Gebäude mehr benötigt.

Nach Einschätzung der Gutachter bringt die Neubauvariante klare Vorteile mit sich. Dies gelte sowohl für baulich-technische Aspekte als auch für die Barrierefreiheit und die Möglichkeiten, Inklusionsschüler zu beschulen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sprechen auch die Funktionalität – etwa durch sinnvolle und kurze Wegebeziehungen und geeignete Raumgrößen – als auch die größere Flexibilität für einen Neubau: So lasse sich die Schule so zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf erneut erweitern.

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In ihrer Kostenschätzung gehen die Gutachter beim Neubau von 8 bis 9,7 Millionen Euro, bei einer Sanierung von 8,2 bis 9,8 Millionen Euro aus. Rentieren würde sich ein Neubau vor allem langfristig: Auf 30 Jahre gerechnet, käme der Neubau auf 14,2 Millionen Euro, die Sanierungsvariante auf 16,8 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung spricht sich in ihrem Beschlussvorschlag deshalb klar für ein neues Gebäude aus.

Neubau kommt aufs Förderschulgelände

Als Baufeld ist das Schulgelände der bisherigen Förderschule im Gespräch. Genauere Angaben macht die Stadt dazu nicht – nur so viel verrät Stadtsprecherin Ilka Hanenkamp-Ley: „Der Neubau könnte Zug um Zug – verbunden mit Teilabrissen des Altbaus – auf dem vorhandenen Schulgelände der Förderschule entstehen.“ Die Größe orientiere sich am bisherigen Gebäude. Bei der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sei eine Bruttogrundfläche von 3132 Quadratmetern zugrunde gelegt worden – das sind 130 Quadratmeter weniger als bisher. Der Zeitplan sehe vor, dass das neue Gebäude „nach Möglichkeit“ bereits im Sommer 2020 bezogen werden kann. Noch in diesem Jahr müssten dafür entsprechende Haushaltsmittel eingestellt werden.

Im Schulausschuss wurden die Ergebnisse der Untersuchung am Dienstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit erläutert. Eine politische Aussprache fiel dabei aus: Auf Antrag der Gruppe CDU/FDP wurde das Thema in die entscheidende Ratssitzung am 14. Juni verschoben. Deren Vorsitzender Christoph Dreyer begründete den Aufschub damit, dass seine Ratsgruppe vor einer öffentlichen Beratung zunächst eine interne Aussprache wünsche. Die entscheidenden Unterlagen hätten der Gruppe erst am Tag der Ausschusssitzung vorgelegen.

Keine Baubelästigung für AES-Schüler

Falls sich der Rat tatsächlich für einen Neubau zu Gunsten der AES-Erweiterung entscheidet, bekäme die Schule ihre Wunschlösung: „Wir hätten dann keine Baubelästigung“, freut sich Schulleiter Christian Augustin. Die bereits 2016 und 2017 erfolgten Arbeiten im AES-Forum würden dann die größte Beeinträchtigung im Zuge der seit Jahren laufenden AES-Brandschutzsanierung bleiben.

Benötigt werden laut Augustin zum einen mehr Differenzierungsräume für die Inklusion, zum anderen mehr Platz wegen der Verlängerung der Gymnasialzeit von acht auf neun Jahren: „Der Bedarf entsteht 2021“, sagt Augustin. Bis dahin komme die Schule mit den bestehenden und von der Schule bereits genutzten Förderschulräumen und den Containern auf dem ehemaligen Förderschulparkplatz klar. Unterkommen könnten in dem Neubau vom Platzbedarf her zwei komplette Jahrgänge der neunzügigen Albert-Einstein-Schule. Über diese 18 Klassenräume hinaus müssten – auch im übrigen Schulgebäude – in jedem Jahrgang Differenzierungsräume eingerichtet werden.

Von Johannes Dorndorf