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00:15 01.06.2019
250 Wohneinheiten entstehen südlich von Rethen, darunter auch Geschosswohnungen. Die Strom-, Internet und Telefonleitungen wurden bereits von der Braunschweiger Straße aus gelegt. Quelle: Astrid Köhler
Gleidingen/Rethen

Mit dem zweiten Bauabschnitt des Neubaugebietes Erdbeerhof entsteht zwischen der Bundesstraße 6 und Hildesheimer Straße in einigen Jahren 250 zusätzliche Wohneinheiten. Erste Entwürfe, wie das 7,7 Hektar große Gebiet einmal aussehen kann und welche Ideen es für eine verkehrsberuhigende Straßenführung mit zentralem Platz gibt hat ein Stadtplaner am Montag dem Ortsrat Gleidingen und rund 40 Zuhörern erläutert, darunter mehrere Lokalpolitiker aus Rethen.

Bei Plänen handele es sich erst um einen städtebaulichen Entwurf, um die bevorstehenden Beratungen zu erleichtern, betonte Rainer Hobigk vom Büro Infraplan: „Es gibt auch andere Verfahren, da verzichtet man auf einen Entwurf, das halten wir aber für ungeeignet, weil man sich schwer vorstellen kann, wie das Gebiet aussieht.“

Die laut Stadtverwaltung voraussichtlich von den Firmen Helma Bau und Fischerbau zu entwickelnde Fläche südlich der Braunschweiger Straße ist 7,7 Hektar groß und liegt fast vollständig auf Gleidinger Gebiet. Der zweite Bauabschnitt sei im Wesentlichen durch die Hochspannungsleitung geprägt unter der nicht gebaut werden dürfe, so Hobigk: „Wir machen aus der Not eine Tugend und lassen es als Grüngürtel, den wir mit Rad- und Fußweg bespielen.“ Nördlich des Grünstreifens sind im Entwurf Geschosswohnungen vorgesehen mit mindestens drei Etagen – im weiteren Verlauf Richtung Braunschweiger Straße dann auch Reihen- und Einfamilienhäuser. Die Häuser seien exemplarisch dargestellt, so der Planer. Verschiedene Bauformen und Materialien seien denkbar.

Zentraler Platz mit mehreren Funktionen

Der Clou am Entwurf: Der nördliche Rand des bis zu rund 40 Meter breiten Grüngürtels unterhalb der Stromtrasse wird nicht komplett mit Geschosswohnungen und Straßen beplant sondern von einem Platz unterbrochen. Geschätzten Größe: 50 mal 40 Meter. „Die Platzfläche kann von den Bewohnern als Aufenthaltsfläche gestaltet werden und es kann dort Veranstaltungen geben“, so Hobigk. Denkbar sei auch, im Erdgeschoss der angrenzenden Gebäude eine Nutzung für kleine Läden oder einen Bäcker zu ermöglichen.

Baugebiet Erdbeerhof: Stadtplaner Prof. Dr. Rainer Hobigk vom Büro infraplan stellte den städtebaulichen Entwurf am Montag im Ortsrat Gleidingen vor. Quelle: Astrid Köhler

Der Platz habe mehrere Funktionen und könne auch ein verkehrsberuhigter Bereich sein, der vier Straßen miteinander verbindet. Die „optische Barriere“ könne mit einer individuellen Pflasterung erreicht werden. Dies löse bewusst Irritation aus und führe zu erhöhter Aufmerksamkeit und langsameren Fahren. Einen vergleichbaren Platz habe sein Büro in Lachendorf bei zwei Discountern und mit Schwerlastverkehr realisiert, so Hobigk. Dieser werde nun sogar wöchentlich für einen Markt gesperrt. Noch sei allerdings offen, ob zwischen den beiden „Erdbeerhof“-Bauabschnitten eine direkte oder eine reduzierte Verbindung gewollt ist, betonte Hobigk: „Das muss diskutiert werden“.

Straße für Gelenkbus, SUV, Radfahrer und Fußgänger

Die Durchfahrtsstraße, wo genau sie auch verläuft, ist dem Entwurf nach 13,10 Meter breit.

Die Trasse ist dem Entwurf nach 13,10 Meter breit. Ein separater Radweg ist nicht vorgesehen, vielmehr sollen Radfahrer auf der verkehrsberuhigten Straße fahren. Quelle: HAZ-Grafik, Quelle: Infraplan

Die beidseits anzulegenden Gehwege messen 1,80 und in der größeren Variante 2,50 Meter, sodass auch Rollstuhlfahrer und Kinderwagen aneinander vorbeikommen. Die Parkbuchten wiederum sollen aktuellen Automaßen entsprechen. „Fast jeder zweite Wagen ist inzwischen ein SUV“, bemerkt Hobigk. Die Stellplätze seien daher nicht mehr nur mit zwei sondern mit 2,30 Meter Breite einzuplanen. Die Fahrspur wiederum, über die auch Fahrräder rollen und die Teil einer Fahrradstraße in Gleidingen ist, solle dem Entwurf nach auf 6,50 Meter minimiert werden. Das reiche für den Extremfall der Begegnung von Lastwagen aus und auch, um mit einem Gelenk- und Linienbus durchs Neubaugebiet zu fahren.

Mehr Stellplätze als vorgeschrieben

Stellplätzen für Autos soll es mehr geben, als vorgeschrieben, wobei der ruhende Verkehr vorrangig auf den Grundstücken selbst unterzubringen sei, so der Planer. Für jede Geschosswohnung legt er den erhöhten Faktor von 1,2 Fahrzeugen zugrunde, für Reihenhäuser 1,5 und bei Einfamilienhäusern seien sogar Stellplätzen für zwei bis drei Wagen einzuplanen. Auch öffentliche Besucherparkplätze soll es reichlich geben. Nötig wären im Gebiet 84 Stellplätze – ein Drittel der Gesamtzahl der Wohneinheiten. Im Gebiet sollen aber mehr als 100 Parkplätze entlang den Straßen geben.

Mehrere CDU-Ortsratspolitiker äußerten anschließend Bedenken zur Verkehrsführung. Hannelore Flebbe (Rethen) fürchtete eine zu starke Belastung der Braunschweiger Straße, Rolf Pieper (Gleidingen) erinnerte an die Forderung eines direkten Straßenanschlusses an die Hildesheimer Straße. Peter Friedsch forderte zudem einen separaten Vorstellungstermin der Entwurfsplanung im Rethener Ortsrat, weil auch dieser von der Planung betroffen ist. Laut Stadt liegen 35 der 250 Wohneinheiten in der Gemarkung Rethen.

Beteiligungsverfahren startet nach der Sommerpause

Dem Sitzungsplan nach soll am 17. Juni der Stadtentwicklungsausschuss die Aufstellung des Bebaungsplan beschließen. Die frühzeitige Beteiligung der Gremien – und damit auch der beiden Ortsräte – plant die Stadt nach der Sommerpause auf den Weg zu bringen. „Mit einem Satzungsbeschluss ist frühestens Ende 2020 zu rechnen“, teilte Stadtsprecher Matthias Brinkmann mit. Noch in diesem Jahr sollten die Bürger und die Träger öffentlicher Belange frühzeitig beteiligt werden.

Von Astrid Köhler

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