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Region Laatzen Nachrichten Zwei Urgesteine der Stadtverwaltung verabschieden sich
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00:17 28.06.2019
Ein Verlust für die Stadt: Bürgermeister Jürgen Köhne (links) mit den langjährigen Mitarbeitern der Laatzener Stadtverwaltung, Harald Reicke und Dietmar Herbst (rechts) . Quelle: Ralf Schunk
Laatzen

Der eine hat im Jahr 1970 seine Lehre zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Laatzen begonnen, der andere wurde 1977 nach seiner Ausbildung bei der Stadt Hannover als Gärtner eingestellt. Gemeinsam haben Harald Reicke (64) und sein Kollege Dietmar Herbst (62) bei der Stadt zahlreiche Stationen bis hin zum Leiter des Produktbereiches Finanzen und Verwaltungsservice beziehungsweise zum Teamleiter des städtischen Betriebshofes durchlaufen. Am 1. Juli nun ist Schluss für die beiden – für Reicke nach 49, für Herbst nach 42 Jahren.

In dieser langen Zeit sind Reicke und Herbst unter vielen Dienstherren ihrer Arbeit nachgegangen – angefangen beim „legendären“ (Zitat Reicke) Stadtdirektor Erich Panitz und dessen Nachfolger Gottfried Gensch bis hin zu den Bürgermeistern Hauke Jagau, Thomas Prinz und Jürgen Köhne. „Die Arbeit in der Verwaltung“, blickt Reicke zurück, „hat sich in diesen Jahrzehnten drastisch verändert.“ Nicht allein in technischer Hinsicht, sondern vor allem auch, was den Umgang miteinander angehe. Starre hierarchische Strukturen, wie sie noch unter Erich Panitz vorgeherrscht hätten, seien durch ein kollegiales Miteinander ersetzt worden. „Gleiches gilt für die Außenwirkung", sagt Reicke. „Der Bürger wird heute nicht mehr als Bittsteller, sondern als Kunde betrachtet und entsprechend wertgeschätzt.“

Reicke und Herbst haben in ihren langen Dienstjahren viel erlebt

Dass beide, wie sie sagen, über ihre Erlebnisse bei der Stadt ein Buch schreiben könnten, überrascht nicht. Bedeutend für Herbst – „eine Sternstunde" – sei es gewesen, 2014 die beinahe unzumutbaren Zustände hinter dem alten Rathaus der Stadt hinter sich lassen und zum neuen Betriebshof an der Kronsbergstraße umziehen zu können. Reicke wiederum erinnert sich mit einem gewissen Stolz an die 2009 erfolgte Einführung der doppelten Buchführung (Doppik) bei der Stadtverwaltung. „Das hat jeden in meinem Team damals 400 bis 500 Überstunden gekostet", sagt er. „Aber wir haben es hingekriegt."

Dieses Beispiel zeige, welches Know-how der Stadt mit dem Weggang von Reicke und Herbst verloren gehe, wie Bürgermeister Köhne bei der offziellen Verabschiedung der beiden Veteranen eingestehen musste. Mit Dietmar Herbst verliere die Stadt einen anerkannten Fachmann aus dem Bereich Grünpflege, mit Harald Reicke einen Finanzexperten, von dessen Wissen er selbst häufig profitiert und dessen Wort auch in der Politik etwas gegolten habe. „Die Politik von der Notwendigkeit eines Haushaltssicherungskonzeptes überzeugt zu haben", nennt Köhne ein Beispiel, „war ein essenzieller Beitrag für die Zukunft der Stadt."

Vorfreude auf den wohlverdienten Ruhestand

Angst, nach ihrer Verabschiebung in das sprichwörtliche dunkle Loch zu fallen, haben weder Herbst noch Reicke. Bei beiden überwiegt momentan die Vorfreude auf den wohlverdienten Ruhestand, auch wenn die Vorstellung schon merkwürdig sei, im nächsten Monat nicht mehr an den Arbeitsplatz zurückzukehren, sagt Herbst. „Man hat", pflichtet ihm Reicke bei, „über viele Jahre mit den Kollegen im Team zusammengearbeitet und dabei auch Freundschaften geschlossen." Insofern, sagen beide, komme ihre augenblickliche Gemütsverfassung schon einem emotionalen Wechselbad gleich.

Bezüglich der Namen der Nachfolger von Reicke und Herbst hält sich die Stadt noch bedeckt. In der Leitung des Betriebshofes werde es mit einer externen Lösung zum 1. Juli einen nahtlosen Übergang geben, bei der Nachfolge Reickes strebe die Verwaltung eine Neubesetzung aus den eigenen Reihen an, heißt es dazu. Hier sei, so Köhne, damit zu rechnen, dass die Stelle etwa einen Monat nicht besetzt sei, da die internen Abläufe noch nicht abgeschlossen seien.

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Von Ralf Schunk

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