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Region Laatzen Nachrichten Zehnklässer der AES sprechen Sequenzen für NDR-Hörspiel ein
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00:19 11.02.2019
Mit dem NDR-Producer Marko Pauli (von links) üben Leon (17), Sandra (15) und Antonio (17) eine Textpassage des Hörspiels „A, B, C, D, E und ich“ von Susanne Ameatosero ein. Quelle: Torsten Lippelt
Laatzen-Mitte

Einen ungewöhnlichen Unterrichtsvormittag mit Mikrofon und Manuskriptzetteln haben neun Albert-Einstein-Schüler am Donnerstag erlebt. Mit einem Produktionsteam des NDR nahmen sie eine Sieben-Minuten-Sequenzen des im Original fast einstündigen Hörspiels „A,B,C,D,E und ich“ von Susanne Amatosero auf.

In der Geschichte erzählt der 17-jährige Omo von seinem Leben in der Stadt und mit seiner Freunden, allesamt Teens mit Migrationshintergrund. Es geht um Streiche, Mutpoben und das Erwachsenwerden und mitunter auch um argwöhnische Nachbarn, überforderte Polizisten mit Vorurteilen und rassistische Übergriffe.

„Und Ruhe bitte“, ruft Producer Marko Pauli. Er weiß genau, was das auf die Klasse 10H2 gerichtetes Mikrofon alles an Geräuschen aufnimmt. Selbst das Rascheln der Manuskriptseiten gilt es bei den Aufnahmen zu verhindern – „sonst hören wir das hinterher beim Abspielen“. Die Jugendlichen machen konzentriert mit, auch wenn Pauli sie auffordert, bestimmte Worte und Sätze nocheinmal anders zu betonen oder tiefer zu sprechen.

NDR-Reporterin: „Das ist eine sehr talentierte Klasse“

„Wir sehen zu, dass immer so natürlich und authentisch wie möglich gesprochen wird“, betont NDR-Reporterin Juliane Bergmann, die voll des Lobes über die 15- bis 17-jährigen AES-Schüler spricht: „Das ist eine sehr talentierte Klasse.“

Die Szene, die die Zehnklässler an diesem Morgen einsprechen, spielen auf der Straße, auf dem Weg zum Afroshop und an einer Bushaltestelle, wo Omo und seine Freunde auf Polizisten treffen. "Darf man fragen, was los ist", fragt einer aus der Gruppe. „Da hinten brennt ein Auto, und ihr seht genau so aus, wie die, die das angezündet haben“, ist die Antwort.

Hintergrundgeräusche werden später aufgenommen

Während es bei der Aufnahme der verschiedenen Dialoge im Raum mucksmäuschen still sein muss, ist bei den finalen Aufnahmen auf dem Schulhof das Gegenteil gefragt: Gesprochen wird nicht, dafür werden atmosphärischen Hintergrund wie Schritte und Lachen, Wind- und Straßengeräusche für einen stimmigen Hintergrund aufgenommen. Beide Tonspuren werden später übereinander gelegt, sodass es wirkt, als sprächen die Jugendlichen auf der Straße miteinander.

Unter den verschiedenen vom NDR angebotenen Hörspiel-Produktionen für Schulen habe sie sich bewusst für die Geschichte von Susanne Amatosero entschieden, erzählt die AES-Lehrerin Alxeandra Stoichita: „Ich fand „A,B,C,D,E und ich“ passend für unsere Klasse, weil es Ausgrenzung und Rassismus thematisiert.“ Auch in Laatzen gibt es viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Zwei Wochen vor dem Aufnahmetag hatte sie mit den Zehntklässlern begonnen, das Manuskript zu lesen, die Sprechrollen einzuüben und sich inhaltlich mit dem ernsten Stoff auseinanderzusetzen.

Seit 2013 bietet der Norddeutsche Rundfunk das Projekt „Hörspiel in der Schule“ für alle Schulformen ab der dritten Klasse an. Gestartet wurde das Projekt ursprünglich für 100 Schulen, inzwischen werden aber nur noch 50 Termine nach dem Losverfahren vergeben. Die Bewerberzahl für die 50 Plätze lag zuletzt bei mehr als 500. Die Albert-Einstein-Schule hatte nach 2015 nun schon zum zweimal das Glück, von einem NDR-Team besucht zu werden und sich unter mehreren Geschichten, darunter auch Cornelia Funkes „Gespensterjäger auf eisiger Spur“ und „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, eine Hörspielsequenz auszusuchen. Auch am Erich-Kästner-Gymnasium hat der öffentliche Rundfunksender bereits mit Schülern ein Hörspiel aufgenommen: im Jahr 2017, das Stück hieß „Ausflug ins Grauen!“. Die AES hat bereits angekündigt, sich erneut bewerben zu wollen.

Knapp eine Stunde dauerte es am Donnerstag, bis die einzeln und in Gruppen gesprochenen Wortbeiträge und Hintergrundgeräusche aufgezeichnet sind. Danach zieht sich der NDR-Producer Pauli für mehr als zwei Stunden zum Schneiden in einen ruhigen Nebenraum zurück. Dann hören die AES-Schüler erstmals ihre eigene, rund siebenminütige Hörspielsequenz.

Voraussichtlich ab Montag kann der Beitrag auf der Internetseite www.NDR.de/hoerspielinderschule aufgerufen und gehört werden.

Von Torsten Lippelt

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