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Nachrichten Baurecht für neues VW-Autohaus währt vorerst nur 15 Jahre
Region Laatzen Nachrichten Baurecht für neues VW-Autohaus währt vorerst nur 15 Jahre
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17:16 20.07.2019
Laatzens Eingangstor im Norden wird sich verändern. Direkt an der Stadtgrenze und neben dem Siemens-Bau auf der Ostseite (links im Bild) soll auf Wülfeler Gebiet für 19 Millionen Euro ein VW-Autohaus entstehen. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen/Wülfel

VW will direkt an der Stadtgrenze von Hannover und Laatzen für 19 Millionen Euro ein neues Autohaus mit Werkstatt, Ersatzteilhandel und Parkhaus bauen. Dorthin umziehen soll das Autohaus Bischoff & Hamel von seinem jetzigen Standort an der Hildesheimer Straße in Wülfel. Zwar liegt die Fläche noch auf hannoverschem Gebiet, doch auch die Stadt Laatzen profitiert nach langem Leerstand auf dem Gelände von dem Projekt und unterstützt den Neubau. Das Besondere: Das Baurecht hat der Bauherr, die Volkswagen Group Real Estate GmbH & Co. KG, vorerst nur für 15 Jahre beantragt.

Im vorderen Teil des Komplexes plant VW einen Schauraum, dahinter Werkstatträume sowie ein mehrgeschossiges Parkhaus. Quelle: Volkswagen Automobile Hannover

Dem in das Projekt involvierten Stadtplaner von Hannover, Hans-Heiner Schlesier, nach ist diese Beschränkung den aktuellen Debatten um ein verändertes Mobilitätsverhalten geschuldet. Stichworte sind Elektrofahrzeuge, autonomes Fahren und Carsharing ebenso wie Sammeltaxis, der viel beschworene Ausbau des Radwegenetzes oder eine verstärkte Förderung öffentlicher Verkehrsmittel. VW erwarte im Mobilitätssektor „starke Veränderungen“, darum wolle sich der Konzern offenkundig nicht langfristig binden, erklärte Schlesier: „Auch für uns zeigt das ein ungewöhnliches Maß an Flexibilität.“

Sollte das Wülfeler Autohaus in 15 Jahren noch eine Existenzberechtigung haben, könnte der Vertrag verlängert werden. Ist dies nicht gewünscht, erlöscht das Baurecht 2035 – und damit träten die alten Vorgaben, nach denen Einzelhandel in diesem Gebiet prinzipiell ausgeschlossen ist, wieder in Kraft. Mitte Juni hatte der Verwaltungsausschuss des Rates dem Einleitungsbeschluss für den vorhabenenbezogenen Bebauungsplan einhellig zugestimmt. In seiner jüngsten Sitzung billigte der Bezirksrat Döhren-Wülfel die Vorlage zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit.

Stadtplaner Schmidt: „Laatzen profitiert in der Wahrnehmung“

„Wir finden es sehr positiv, dass direkt an der Stadtgrenze etwas Neues entsteht, und der Standort nach zehn Jahren Leerstand neu belebt wird“, sagte Laatzens Stadtplaner Jörg Schmidt. 2009 hatte Iveco den Standort verlassen, 2017 waren die Gebäude abgerissen worden. Die Stadt profitiere zwar nicht in Bezug auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer, wohl aber in der Wahrnehmung. Grund: Das neue VW-Autohaus steht südlich des Laatzener Ortsschildes, aber tatsächlich noch auf einem kleinen Gebietsstreifen, der zu Hannover gehört. Außerdem sei der Weg für Laatzener Bürger zu einem VW-Händler künftig kürzer.

Fotovoltaikanlage auf Autohausdach

Der geplante Komplex von Volkswagen umfasst drei Teile. Im vorderen Bereich, an der Hildesheimer Straße, sind Schau- und Verkaufsräume für Neuwagen sowie der Ersatzteilverkauf untergebracht. In der oberen Etage des 13 Meter hohen Gebäudes ist eine Parkfläche für Gebrauchtwagen vorgesehen, auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage installiert. Es soll zwei Elektroschnellladesäulen mit vier Ladepunkten geben. Zudem will VW für Kunden, die einen Ersatzwagen benötigen, Elektroautos vorhalten.

Im mittleren Teil des Gebäudes befinden sich Werkstatträume und zwei Waschanlagen. Daran schließt sich ein Parkhaus mit mehreren Etagen an, auf dem nördlichen Bereich des Areals sind außerdem etliche Stellflächen unter freiem Himmel geplant. Insgesamt ist auf dem Grundstück Platz für 530 Fahrzeuge, die Zahl der Arbeitsplätze beträgt 115.

Siemens verlässt Standort in Alt-Laatzen

Während auf dem einen Gelände spätestens 2020 die Bagger anrollen sollen, steht auf dem Nachbargrundstück, bei Siemens, ein großer Umzug bevor. Das Unternehmen ist Hauptmieter des Gebäudes und zieht mit 750 Mitarbeitern in den Neubau auf dem Festplatz Laatzen. Was aus den alten Büroräumen in Alt-Laatzen wird, ist noch unklar. Die Stadt Laatzen unterstütze den Eigentümer dabei, neue Mieter zu finden, sagte Laatzens Stadtplaner Schmidt: „Wir sind aber auch bereit, mit ihm über andere Entwicklungen zu sprechen.“ Dabei würden die gleichen Einschränkungen wie auf hannoverscher Seite gelten: kein großflächiger Einzelhandel und keine hochverdichtete Wohnbebauung.

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Von Michael Zgoll und Astrid Köhler

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