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Region Laatzen Nachrichten Wie bringt Europa für Laatzen? So war der Bürgerdialog
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16:52 29.03.2019
„Wenn Europa scheitert, haben neben der Politik auch die Schulen Europas versagt“, sagt EKG-Leiterin Hella Kohl beim Bürgerdialog im Stadthaus. Quelle: Katharina Kutsche
Laatzen-Mitte

Zwischen Brüssel und Laatzen liegen rund 500 Kilometer, gemessen vom dortigen EU-Parlament zum hiesigen Rathaus. Was man mit dem Auto in gut fünf Stunden erreichen könnte, fühlt sich für die Bürger politisch und real oft viel ferner an. Deshalb hatte die Europa-Union, eine Bürgerinitiative mit rund 17.000 Mitgliedern, zwei Monate vor der Europa-Wahl zum Bürgerdialog im Laatzener Stadthaus eingeladen, um die Distanz zu überwinden. Bei der Veranstaltung am Donnerstagabend fanden sich rund 50 Schüler und Erwachsene ein.

Für Bürgermeister Jürgen Köhne profitiert Laatzen von der geografischen Lage inmitten der EU. Die Messe ziehe regelmäßig Gäste aus dem Ausland an und die Verkehrswege, die sich bei Laatzen kreuzen, verbinden die Stadt mit dem Kontinent. Besonders greifbar werde die Nähe aber in den Partnerschaften, die die Stadt innerhalb Europas pflege – am längsten seit 1966 mit der französischen Stadt Grand Quevilly. „Ich selbst habe den Krieg nicht erlebt und hoffe, dass auch andere Generationen das nicht müssen. Der Europagedanke hat dazu sicherlich wesentlich beigetragen“, so Köhne.

Köhnes Impulsvortrag ist einer von vieren, die den Abend strukturieren – moderiert von Bernd Wolf von der Europa-Union. Ziel sei es, Europa in Laatzen erfahrbar zu machen, sagt Wolf. Das geht natürlich nicht nur über Gefühle, sondern auch übers Portemonnaie. So kann die Kommune Gelder aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den europäischen Sozialfonds (ESF) abrufen – in Niedersachsen stehen bis 2020 978,31 Millionen Euro EU-Mittel zur Verfügung. Aus den Fördertöpfen wurde etwa das Stadthaus teilfinanziert.

Jürgen Beckstette, Geschäftsführer der Leine-Volkshochschule nennt weitere Projekte, bei denen die VHS mithilfe von EU-Geldern arbeitet. Da sei das Projekt „Pace“, das den Übergang von der Schule zum Beruf unterstütze und in dem Jugendliche angeleitet werden, wie sie etwa eine Bewerbung schreiben. Auch Sprachkurse für Migranten seien zwischen 2009 und 2017 mit knapp einer Million Euro aus Brüssel gefördert worden, erreicht wurden rund 400 Menschen. Im Oktober sei eine fünftägige Bildungsreise nach Grand Quevilly geplant, die sich an Laatzener Vereine richtet und mit 200 Euro pro Kopf bezuschusst werde.

Für die Zuhörer im Stadthaus liegt der Fokus aber doch eher auf lokalen Fragen. So fragt eine Schülerin des Erich-Kästner-Gymnasiums (EKG), warum immer über das gesprochen werde, was man schon erreicht habe, und nicht über das, was noch zu tun ist. Es sei ja schön, dass das Rathaus erneuert werden soll, aber was sei mit den Schulen? Köhne räumt ein, in den Achtzigerjahren habe man Schulen und Kindergärten vernachlässigt. Heute bemühe sich die Stadt, sei aber an vielen Stellen überfordert: Die Liste der Bau- und Sanierungsmaßnahmen sei zwei Seiten lang, so der Bürgermeister, ganz oben stehe unter anderem das Gymnasium.

Ein wirkliches Europa-Gefühl beschwört letztlich EKG-Leiterin Hella Kohl herauf, das als Europaschule zertifiziert ist. Rechtsnationale Rattenfänger gäben immer mehr den Ton an – da seien gerade Schulpartnerschaften gefragt, den Alltag in fremden Ländern erlebbar zu machen und zu zeigen: Die sind gar nicht anders. „Wenn Europa scheitert, haben neben der Politik auch die Schulen Europas versagt“, sagt Kohl. Oft werde negative Stimmung gegen Brüssel gemacht, doch die Möglichkeiten eines europäischen Parlaments sehe man nicht.

Von Katharina Kutsche

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