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Nachrichten Schimmelbefall bei St. Marien: Gemeinde saniert Orgel
Region Laatzen Nachrichten Schimmelbefall bei St. Marien: Gemeinde saniert Orgel
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18:12 12.09.2019
Auch die Orgelpfeifen im Inneren der Orgel sind von Schimmel befallen. Quelle: Johannes Dorndorf
Grasdorf

Die Orgel in der St.-Marien-Kirche ist schon seit Längerem von Schimmel befallen – nun will die Gemeinde das Problem beseitigen: Im nächsten Jahr könnte das Instrument mit seinen 22 Registern saniert werden. Möglich wäre sogar eine Erweiterung um eine weitere Klangfarbe, sagt Kreiskantor Zoltan Suho-Wittenberg. Um die Verbesserungen zu finanzieren, lädt die Gemeinde für Sonnabend, 14. September, zu einem Benefizkonzert in das Gotteshaus ein.

Die Orgel auf der Empore der St.-Marien-Kirche ist eine eindrucksvolle Konstruktion. An der Seite findet sich eine kleine Tür, durch die man in das Innere des einige Meter hohen Instruments gelangt. Mehrere Leitern und Stege führen an dem Labyrinth der Orgelpfeifen entlang, die die Orgelbauwerkstatt Hammer in den Jahren 1953 bis 1958 dort eingebaut hat. Ganz oben, wo sich Hunderte Orgelpfeifen zu einer Art Pyramide auftürmen, sind die Schäden besonders gut zu erkennen. Suho-Wittenberg deutet auf weiße Flecken, die sich auf den Metallpfeifen abgesetzt haben: „Das deutet auf Schimmel hin“, sagt der Kreiskantor. Und genau dieser muss entfernt werden, um den langfristigen Bestand der Orgel zu sichern.

Weiteres Register würde Orgel aufwerten

Bei der Sanierung werden die Pfeifen vollständig demontiert, einzeln gereinigt und wieder zusammengesetzt. Auch das Klappern der sogenannte Traktur – der Verbindungselemente zwischen den Tasten und Pedalen der Orgel und den Pfeifen – könnte so abgestellt werden. „Dass die Sanierung stattfindet, ist keine Frage“, sagt Suho-Wittenberg. Darüber hinaus wünschen sich der Kreiskantor und Pastor Burkhard Straeck eine Renovierung. Nicht nur der Spieltisch, an dem der Organist sitzt, könnte dabei verbessert werden: Eine echte Aufwertung wäre der Einbau eines weiteren Registers mit einem neuen Klang.

Die Orgel der St.-Marien-Kirche ist ein Sanierungsfall: Die Gemeinde will das Instrument demnächst von Schimmel befreien lassen. Dabei könnte es durch ein neues Streicherregister erweitert werden.

„Eine Orgel ist wie ein Orchester“, sagt Suho-Wittenberg. Mit einem neuen Register käme gleichsam ein 23. Orchestermitglied hinzu. Bislang verfügt das Grasdorfer Instrument lediglich über die orgeltypischen Prinzipalklänge, einige Flötenklänge und die gesangsartige Vox Humana. Immerhin: Bei der bislang letzten Sanierung im Jahr 2000 hatte sich die Gemeinde den Einbau eines Fagottregisters geleistet, das von Organisten oft und gern eingesetzt wird. „Die Orgel klingt so viel voller“, erklärt Suho-Wittenberg. Streicher und Bläser fehlten hingegen bislang.

Ob sich der Wunsch erfüllt, hängt nun unter anderem von der Finanzierung ab. Am liebsten würde Suho-Wittenberg ein Streicherregister ergänzen. „Das erzeugt eine himmlische Atmosphäre im Raum“, schwärmt der Kreiskantor. Denkbar wären alternativ aber auch eine Trompete oder die – weniger aufwendige – Piccoloflöte. „Aber das muss baulich umsetzbar sein“, weiß Suho-Wittenberg, der die Pläne noch mit dem Orgelrevisor der Landeskirche abstimmen will.

Vorarbeiten sind abschlossen

22 Register hat die Orgel bislang - wünschenswert wäre aus Sicht der Gemeinde ein weiteres. Quelle: Johannes Dorndorf

Finanziert wird die Sanierung teils vom Kirchenkreis, teils über Spenden und das freiwillige Kirchgeld. Die ersten Angebote von regionalen Orgelbauern sind bereits eingeholt. Die Gesamtkosten schätzen Straeck und Suho-Wittenberg auf einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag. Auch die Landeskirche gibt etwas dazu – abhängig vom Eigenanteil der Gemeinde. Um diesen zu erhöhen, veranstaltet die Kirchengemeinde am Sonnabend, 14. September, ein Benefizkonzert. Der Erlös fließt vollständig in die Sanierung.

Benefizkonzert mit Liedern von Rheinberger, Bach und Langlais

Beim Liederabend am Sonnabend, 14. September, tragen Kreiskantor Zoltan Suho-Wittenberg (Bariton) und Johannes Schnabel (Orgel), Kantor bei St. Andreas in Springe, geistliche Gesänge mit Orgelbegleitung vor. Auf dem Programm stehen Lieder von Johann Georg Herzog und dessen Schüler Joseph Gabriel Rheinberger. „Dieses romantische Liedgut stellt die Hoffnung und Zuversicht im Leiden dar“, sagt Suho-Wittenberg. Zu hören sind auch die „Missa in simplicitate“ des französischen Komponisten Jan Langlais, Lieder von Johann Sebastian Bach, der 23. Psalm „Gott ist mein Hirte“ von Antonín Dvořák und ein Lied von Franz Schubert.

Das einstündige Konzert beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Gemeinde bittet um Spenden zugunsten der Orgelrenovierung. Im Anschluss stellt Suho-Wittenberg die Orgel vor und erläutert die Funktionsweise und die Besonderheiten.

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Von Johannes Dorndorf

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