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Nachrichten Senioren-WGs können ab April 2020 bezogen werden
Region Laatzen Nachrichten Senioren-WGs können ab April 2020 bezogen werden
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17:56 08.07.2019
Zimmermann-Geselle Paul Kaminke trägt den Richtspruch vor und prostet den anderen Handwerkern und Gästen zu. Quelle: Johannes Dorndorf
Ingeln-Oesselse

„Das ist ein Gewinn für diesen Ort“, schwärmt Ingeln-Oesselses Ortsbürgermeister Heinrich Hennies. „Hier entsteht etwas, was nachgefragt wird“, ergänzt Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne. Worte der Zuversicht gibt es bei Richtfesten oft – aber die Stimmen bei der Feier an der Dorfbrunnenstraße in Ingeln-Oesselse am Freitagnachmittag waren geradezu euphorisch.

Rund 90 Gäste wohnten dem Fest zur Fertigstellung des Rohbaus bei, der die beiden Flügel des historischen Stümpelhofs verbindet. Das Sehnder Unternehmen Beste Bau errichtet dort derzeit Räume für zwei vom DRK betreute Wohngemeinschaften, die ab Frühjahr 2020 bezogen werden sollen. Parallel wird das denkmalgeschützte Wohnhaus in eine Sozialstation mit 18 Tagespflegeplätzen umgebaut, in die alte Scheune im Westflügel soll eine Begegnungsstätte einziehen.

Aus Sicht Köhnes ist das ein Projekt, das in die Zukunft weist: Nach der Schließung des Seniorenheims Tannenhof im Jahr 2010 gibt es zurzeit keine solche Einrichtung für ältere Menschen im Ort. „Hier geht es um die Menschen, die im Ort bleiben und am Leben teilnehmen wollen“, sagte Laatzens Bürgermeister.

Selbstbestimmt wohnen im Alter

Tatsächlich sind die beiden ambulant betreuten Senioren-WGs etwas Besonderes: In den beiden Etagen im mittleren Flügel des Stümpelhofs entstehen eine Zehner- und eine Zwölfer-WG. Jeder der Bewohner hat ein eigenes Zimmer mit Dusche/WC sowie Terrasse oder Loggia, zusammen nutzen sie je eine Gemeinschaftsküche und eine Küchenzeile sowie zwei Aufenthaltsbereiche. Wie in einer richtigen WG können die Bewohner so selbstbestimmt wohnen wie sie möchten – und zugleich am Gemeinschaftsleben teilnehmen.

„Konzeptionell richtet sich das Angebot an Menschen mit beginnender Demenz“, sagt Valentina Schuljak, stellvertretende Geschäftsführerin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit beim DRK. Die Angehörigen will das DRK als besondere Netzwerkpartner einbinden. Interessenten gebe es schon jetzt, das DRK führe bereits eine Liste. Dabei wolle man insbesondere darauf achten, dass die Bewohner zum Konzept, aber auch zueinander passten.

Bürgermeister Jürgen Köhne lobt das Stümpelhof-Projekt. Quelle: Johannes Dorndorf

Zum Preis, der auch von der Intensität der Pflege abhängt, macht der Betreiber noch keine Angaben. „Aber er bewegt sich unterhalb oder auf gleichem Niveau wie die stationäre Versorgung“, sagt Mario Damitz, Geschäftsführer des DRK-Fachbereichs.

Projektidee entstand 2014

Bei der Begrüßung der Richtfestgäste berichtete Investor Dirk Berkefeld über die Anfänge des Projekts: Im März 2014 habe ihn die frühere Eigentümerin Waltraud Stümpel auf den ebenfalls vom DRK betreuten City-Wohnpark Sehnde angesprochen – und ob er sich vorstellen könnte, etwas Ähnliches in Ingeln-Oesselse umzusetzen. „Ich habe mir das Hofensemble dann angeschaut und war sofort verliebt“, erinnerte sich Berkefeld. Die ursprüngliche Idee war, am Eichengrund Reihenhäuser zu errichten und in den Hofgebäuden Eigentumswohnungen zu bauen. Bei einer Infoveranstaltung im Ort habe es dann allerdings ganz andere Wünsche gegeben. „Das kam so toll an, dass wir die Nummer komplett gedreht haben.“

Richtig zufrieden zeigte sich auch Waltraud Stümpel beim Richtfest. Auf den Wohnpark Sehnde sei sie zufällig beim Einkaufen in der Nachbarstadt aufmerksam geworden und habe daraufhin Kontakt mit Berkefeld aufgenommen. Der Hof habe lange leer gestanden. „Mein Ansinnen war, dass etwas Sinnvolles daraus entsteht.“

In der ehemaligen Scheune soll eine Begegnungsstätte entstehen. Quelle: Johannes Dorndorf

Begegnungsstätte auch für Vereine

In der Tat werden nicht nur die Bewohner, sondern auch der übrige Ort von dem Projekt profitieren: In der Scheune im Westflügel richtet Beste Bau Räume für eine Begegnungsstätte ein – darunter einen rund 89 Quadratmeter großen unterteilbaren Veranstaltungsraum. Zur Nutzfläche von rund 140 Quadratmetern zählen auch WCs, Flur und Lagerraum. Genutzt werden soll die Einrichtung nicht nur vom DRK mit Angeboten von Yoga bis Sitzgymnastik, sondern auch von anderen Institutionen wie dem SoVD und der AWO, die dann aus den Containern an der Grundschule ausziehen könnten. „Die Räume sind nicht nur für die Tagespflegegäste, sondern auch für die Bevölkerung und die Vereine, die hier etwas machen können, gedacht“, betonte Schuljak.

Architektonisch ist die Begegnungsstätte eine Herausforderung: Beste Bau plant, innerhalb der Scheune einen Kubus in Holztafelbauweise einzuziehen – quasi ein Haus im Haus, so das Unternehmen. Die Scheune als Hülle soll über Glaselemente sichtbar bleiben. Bereits begonnen haben die Arbeiter damit, die zum Hof hin schräg stehende Außenmauer senkrecht aufzurichten.

Köhne kündigte an, dass sich auch die Stadt bei der Begegnungsstätte engagieren will. Hinzu komme ein Angebot der Ebelingschen Stiftung im denkmalgeschützten Wohnhaus.

Das denkmalgeschützte Wohnhaus wird ebenfalls saniert. Quelle: Johannes Dorndorf

Bereits 2018 hatte Beste Bau Mietwohnungen auf dem hinter dem Hof liegenden Grundstück an der Straße Im Eichengrund errichtet, die längst bezogen sind. Im Frühjahr dieses Jahres folgte der Abriss des mittleren Hoftrakts. Dort entsteht nun der WG-Neubau. Das Unternehmen bleibt Eigentümer und will sich als Vermieter langfristig engagieren.

Fertig werden soll das komplett sanierte und teils neu gebaute Ensemble zum 1. April 2020, sodass das DRK den Betrieb der Sozialstation, der Tagespflege und der beiden Senioren-WGs aufnehmen kann. Nähere Informationen zu dem Projekt erteilt das DRK unter Telefon (0511) 3671340. Per E-Mail sind die Mitarbeiter unter ambulante-wohngemeinschaften@drk-hannover.de erreichbar.

Von Johannes Dorndorf

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