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Region Laatzen Nachrichten Schützenfest: So feiert Ingeln-Oesselse
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00:17 18.06.2019
Das Schützenfest in Ingeln-Oesselse hat am Freitag begonnen, es geht bis Sonntag, 16. Juni. Quelle: Mario Moers
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Ingeln-Oesselse

So einen Vorfall hat es in 40 Jahren noch nicht gegeben. Seit 1979 ist das Firmenschießen ein fester Bestandteil des Schützenfests in Ingeln-Oesselse. Vereine, Kollegen und Freundeskreise ringen in dem Spaßwettbewerb um den eisernen Pokal, eigentlich immer fair, mit Spaß an der Sache. Dieses Jahr ist das anders, wie am Freitag zum Auftakt des Schützenfests an der Bergstraße bekannt wurde. „Zum ersten Mal mussten wir eine Mannschaft disqualifizieren“, sagt Andreas Aue. Zum Auftakt des dreitägigen Fests moderierte der Vorsitzende des Schützenvereins Horrido Ingeln den Kommers, den Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne mit einem Grußwort eröffnete.

Die Bekanntgabe der Plätze des Firmenschießens ist dort traditionell ein erster Höhepunkt. 52 Teams hatten sich an dem Schießen beteiligt, fast 300 Einzelschützen. Der Schummelversuch war bei der Auswertung der Treffer durch die Maschine aufgefallen. Drei Scheiben wurden dabei aussortiert. „Es ergibt keinen Sinn, diesen fairen Wettbewerb durch Tricks kaputt zu machen“, ärgert sich Aue. Wer die Schwindler waren, behalten die beiden ausrichtenden Schützenvereine allerdings für sich. Auf dem Festplatz sorgt die Schummelei dennoch für Gesprächsstoff.

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Das Schützenfest in Ingeln-Oesselse hat am Freitag mit dem Kommers im Festzelt begonnen, es geht bis Sonntag, 16. Juni Quelle: Mario Moers

Die Sieger beim Schießwettbewerb

Völlig unbestritten sind dagegen die Sieger des beliebten Wettbewerbs. Mit einem überlegenen Ergebnis holten Manuel Lopez und Philipp Mattern den Pokal für ihr Team der Firma Mattern Baumfällung (10,4 Gesamtteiler). Den zweiten Platz schossen die „Knallenden Reifen“. Die Seniorengruppe trifft sich eigentlich zum gemeinsamen Fahrradfahren. Aus dem Neubaugebiet am Laagberg holten die „Mohikaner“ den dritten Platz. Neben dem Applaus des voll besetzten Festzelts ernteten sie auch einige Schmährufe vom Tisch der Junggesellenschaft. Ein alter Streit um einen verschwundenen Wimpel sei wohl der Anlass, verrät „Mohikaner“ Hagen Meißner und lächelt. Solch kleine Nicklichkeiten gehören in einer Gemeinschaft eben auch dazu. „Wir stehen da drüber“, sagt Meißner. Und gefeiert werde am Ende doch gemeinsam.

Es geht auch ohne Schummeln: Denise Krause (18) vom Schützenverein Horrido Ingeln hat die Sterne im Visier Quelle: Mario Moers

Lustige Einlagen beim Schützenumzug

„Liebe IngelnerInnen, liebe OesselserInnen, ich gehe davon aus, dass hier drei Tage die Sonne scheint“, formulierte Laatzens Bürgermeister Köhne seine Begrüßung der Festzeltbesucher gendergerecht. Ganz sollte er nicht Recht behalten. Der Umzug am Sonntagnachmittag begann zwar bei Sonnenschein, endete aber mit einem ordentlichen Schauer. Die gute Stimmung sollte aber nicht abkühlen. Mehr als 30 Gruppen und sieben Musikkapellen zogen durch das Doppel-Dorf, dessen Ortsteile Ingeln und Oesselse in den Fünfzigerjahren begonnen haben, ein gemeinsames Schützenfest zu feiern.

Für die lustigste Einlage des Umzugs sorgten die Gäste der Gleidinger Schützen. Sie kamen mit Augenklappe und Totenkopfflagge als „Piratenkompanie“ auf den Festplatz. Als Beute im Gepäck: die Schützenflagge der Ingelner. Erobert hatten sie den historischen Stoff am letzten Wochenende auf dem Gleidinger Schützenfest. „Spät am Abend saß ich plötzlich allein am Tisch und da wurde die Flagge entwendet“, erklärte Ingelns Fahnenträger Kevin Steinhof den Verlust. Bei der humorvoll inszenierten Rückgabe heftete Gleidingens erster Schütze Christian Dawideit seinem Amtskollegen Andreas Aue und Fahnenträger Steinhof einen selbst kreierten Piratenorden an das Revers. Die Aktion sorgte für Lacher auf allen Seiten.

Von Mario Moers