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Region Laatzen Nachrichten Schüleraustausch: Franzose engagiert sich beim VfL-Zeltlager als Betreuer
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12:14 12.07.2019
Die Austauschpartner Mathieu Verger (16, rechts) unf Jörn Christoffer (15) betreuen derzeit die Kinder beim Zeltlager des VfL Grasdorf. Quelle: Daniel Junker
Ingeln-Oesselse/Grasdorf

Austauschprogramme an Schulen gibt es viele – auch in Laatzen. Dass Jugendliche sich während der Schulzeit aber selbst darum bemühen, ins Ausland zu gehen, eine Fremdsprache zu vertiefen und dabei neue Erfahrungen zu sammeln, kommt hingegen seltener vor. Jörn Christoffer aus Ingeln-Oesselse hatte sich für das Programm Voltaire des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) beworben. Im August fährt er zu seinem Austauschpartner Mathieu Verger. Der 16-Jährige wohnt in Champvallon, einem Dorf mit rund 700 Einwohnern zwischen Dijon und Paris. Dort möchte Jörn seine Französischkenntnisse verbessern und tiefer in die französische Kultur eintauchen.

„Wir wollen neue Freunde finden“

Das Autauschprogramm läuft bereits: Derzeit ist Mathieu zu Gast in Laatzen. Seit Mitte Februar wohnt er bei Jörn Christoffers Familie in Ingeln-Oesselse und besucht die zehnte Klasse des Erich-Kästner-Gymnasiums. Sechs Monate lang taucht er dort in das Alltagsleben ein. „In den ersten zwei Monaten gewöhnt man sich erst einmal in das Leben in der Gastfamilie und in die neue Umgebung ein“, berichtet der 16-Jährige. Mit der Zeit sollen die Schüler aber selbstständiger werden und eigenen Interessen nachgehen – auch unabhängig von den Gastgebern. „Wir wollen unsere eigenen Erfahrungen machen und auch neue Freunde finden“, sagt Mathieu. Die neuen Erfahrungen wirken sich auf die Persönlichkeit aus. „Durch die Zeit im Ausland lernt man auch seine eigenen Wurzeln näher kennen.“

Familienurlaub in Dänemark, Brockentour und Klassenfahrt

Zusammen mit seinem Austauschpartner Jörn und dessen Familie hat Mathieu schon einen einwöchigen Urlaub in Dänemark verbracht. Auch auf den Brocken sind sie schon gewandert. Mit seiner Klasse war Mathieu zudem in Hamburg auf Klassenfahrt. Der junge Franzose hat sich gut in den deutschen Alltag integriert –und bekommt auch Einblicke in das Laatzener Vereinsleben: Zusammen mit Jörn ist der Gymnasiast als Betreuer beim Zeltlager des VfL Grasdorf dabei. „Hier ist eine sehr freundliche Stimmung, die Leute sind alle sehr nett, und auch die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Spaß.“ In Frankreich habe er selbst auch schon bei Veranstaltungen in seinem Heimatort mitgeholfen, da seine Mutter sich dort ebenfalls sehr engagiere.

Mathieu zieht nach fünf Monaten eine positive Bilanz

Zusammen gefunden haben sich Jörn und Mathieu über das Programm „Voltaire“ des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW). Beide hatten sich auf eigene Initiative für den Austausch beworben, aufgrund der Interessen seien sie als Austauschpaar ausgewählt worden. „Wir machen zum Beispiel beide gern Sport“, sagt der 15-jährige Laatzener. Mathieu sei im Bereich Triathlon und Badminton aktiv, Jörn beim Schwimmen und Judo.

„Ich finde den Austausch sehr cool“, sagt Mathieu, der nach fünf Monaten in Laatzen eine positive Bilanz zieht: „Man kann die Sprache gut lernen, neue Erfahrungen machen und neue Freunde finden.“ In den nächsten Wochen wollen die beiden noch einmal zwei Wochen lang Urlaub in Dänemark machen. Am 12. August geht es dann nach Frankreich – für Mathieu nach Hause und für Jörn beginnt dann die spannende Zeit im Ausland.

Das ist das Austauschprogramm Voltaire

Das Voltaire-Programm soll es Schülern ermöglichen, Auslandserfahrung zu sammeln und Sprachkenntnisse zu vertiefen, um sich später in einem deutsch-französischen, europäischen und internationalen Umfeld vertraut agieren zu können. Das Programm richtet sich grundsätzlich an Neun- und Zehntklässler von Schulen mit Sekundarstufe I und II. Mit Zustimmung des Kultusministeriums können auch Achtklässler sowie Realschüler an dem Programm teilnehmen, heißt es im Infoblatt.

Üblicherweise kommen zunächst die Franzosen Anfang März für sechs Monate nach Deutschland. Danach erfolgt der Gegenbesuch. Mindestdauer pro Auslandsaufenthalt: 23 Wochen. Der Austauschpartner wird nach den in der Bewerbung angegebenen Interessen ausgewählt. Jeweils eine Lehrkraft der Schulen aus beiden Ländern wird zum Tutor ernannt, und begleitet und unterstützt die Schüler während des Austausches.

Bewerber melden sich über das ab Juli verfügbare Formular, auf der Seite www.dfjw.org an und können später beim Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) einen einmaligen Zuschuss von 250 Euro sowie einen Fahrtkostenzuschuss beantragen.

Ins Leben gerufen wurde Voltaire beim deutsch-französischen Gipfel in Potsdam im Jahr 1998. Im Austauschjahr 2017/2018 beteiligten sich 214 Schüler. Die Kapazität ist für 300 Austauschpaare – also 600 Schüler – vorgesehen und somit längst noch nicht ausgeschöpft. ​

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