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Nachrichten Region hat Vorkaufsrecht für Waldflächen
Region Laatzen Nachrichten Region hat Vorkaufsrecht für Waldflächen
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00:17 20.01.2019
Das komplette Bockmerholz zählt zum neuen Naturschutzgebiet "Bockmerholz, Gaim". Quelle: Marcel Hollenbach, Region Hannover
Laatzen

Die Stadt Laatzen will insgesamt rund 26.000 Quadratmeter Waldf im Bockmerholz verkaufen. Die zehn verstreut liegenden Flächen sind auf Sehnder Gebiet und laut der Stadtverwaltung entbehrlich. Sie sollen im Losverfahren an den Höchstbietenden gehen.

Obwohl die Flächen nur einen geringen Wert haben, ist das Interesse an ihnen bereits groß. Zahlreiche Bürger haben laut Stadtsprecher Matthias Brinkmann bereits bei der Stadt nachgefragt. „Und das, obwohl das Bieterverfahren noch nicht einmal begonnen hat.“ Eröffnet werden soll es voraussichtlich im zweiten Quartal 2019.

Doch selbst dann könnten Landwirte oder andere Interessenten den Kürzeren ziehen. Denn wie die Stadt jetzt auf Nachfrage einräumte, hat die Region Hannover aufgrund der naturschutzrechtlichen Bestimmungen für die Waldflächen ein Vorkaufsrecht. Denn das gesamte Bockmerholz ist in diesem Monat nach einer Vorgabe der Europäischen Union als Teil des Naturschutzgebietes „Bockmerholz, Gaim“ ausgewiesen worden.

Flächen sind nur als reiner Wald nutzbar

„Wir haben der Region Hannover die unter Schutz stehenden Waldflächen bereits angeboten“, sagt Brinkmann. Eine Antwort stehe allerdings noch aus. „Wenn die Region die Flurstücke haben will, werden wir mit ihr über den Preis verhandeln.“

Dem Vorsitzenden der Waldbetriebsgemeinschaft Erbenholz Heinrich Hennies nach dürften die Flächen für Landwirte, die sie bewirtschaften wollen, ohnehin einen geringen Wert haben. Denn für die Waldstücke gelten durch die Ausweisung als Naturschutzgebiet strenge Einschränkungen. „Pro Hektar dürfen jeweils vier ältere Bäume nicht gefällt werden“, sagt der Landwirt, der selber Waldflächen im Bockmerholz besitzt. „Sie müssen als sogenannte Habitatbäume gekennzeichnet werden und stehen bleiben.“ Außerdem dürften in dem gesamten Naturschutzgebiet umgestürzte Bäume nicht entfernt werden. Dies alles erschwere die Bewirtschaftung der Forstflächen. Eine Entschädigung bekämen die Waldbesitzer jedoch nicht.

Auch eine andere Nutzung, etwa als Waldkindergarten oder Hundewald, kommt nicht in Frage. Denn in einem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung führen könnten. Dazu zählen unter anderem der Aufenthalt abseits von Wegen, Zelten und offenes Feuer. Hunde sind ausnahmslos an der Leine zu führen. „Die Flächen sind nur als reiner Wald nutzbar“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Wald soll Ingelner Schule gehört haben

Die betreffenden Waldflächen gehörten ursprünglich der politischen Gemeinde Ingeln. Mit der Gebietsreform 1974 fielen sie in den Besitz der Stadt Laatzen. Laut der Heimatfreunde Ingeln gehörten die Grundstücke vermutlich einst zur Schule Ingeln. Diese soll die Flächen einst bewirtschaftet und mit dem Holz die Schulräume geheizt haben. „Ich weiß noch aus Erzählungen von früher, dass die Schüler oft Holz hacken mussten“, berichtet die Vorsitzende Angelika Rohde.

Offenbar gelangten die Waldflächen im Zuge der sogenannten Verkopplung in der Zeit von 1841 bis 1845 in den Besitz der Schule. In dieser Zeit erhielten alle Ingelner Bauern sowie Kirche und Schule anscheinend mehrere schmale, lange Waldstücke im Bockmerholz. Eine alte Karte zeigt die Unterteilung der Waldfläche in mehr als 300 schmale Flurstücke. Diese stehen abschnittsweise entweder über- oder nebeneinander, sind mal kürzer, mal längere und allesamt mit Namen von Ingelnern, Oesselsern sowie Waldbesitzern aus Bledeln, Lühnde und anderen Orten versehen.

Um den Wald rankt sich eine alte Sage

Laut einer Sage soll der Wald einst durch drei Schwestern in den Besitz der Gemeinde Ingeln gefallen sein. Den drei Jungfrauen, so beschreibt es das Buch „Aus der Ortschronik Ingeln“, soll damals das Bockmerholz gehört haben. Eines Tages hätten sie sich im Wald verirrt und schworen sich, ihn an denjenigen zu verschenken, der sie rettet. Laut der alten Erzählung retteten die Kirchturmglocken der Oesselser Kirche die Schwestern, da sie am Morgen läuteten und den Verirrten so den Weg aus dem Wald wiesen. Daraufhin sollen die Schwestern das Bockmerholz der Oesselser Kirche geschenkt haben. Da die Gemeinden Ingeln und Müllingen zur Oesselser Kirche gehörten, sollen sie ebenfalls einen Teil des Waldes bekommen haben, wie es auch in dem Buch von Helmut Zimmermann „Die schönsten Sagen aus Hannover und Umgebung“ nachzulesen ist. Aus dieser Sage soll auch die Bezeichnung Erbenholz entstanden sein, die viele Ingeln-Oesselser dem Bockmerholz bis heute geben. zer

 

Von Stephanie Zerm

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