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Nachrichten Rat beschließt Einführung der Behördennummer 115
Region Laatzen Nachrichten Rat beschließt Einführung der Behördennummer 115
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00:16 23.12.2018
  Quelle: Arne Dedert
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Laatzen

Die Einführung einer einheitlichen Behörden-Rufnummer für Laatzen ist auf dem Weg: Der Rat der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung dem Antrag der rot-rot-grünen Ratsgruppe zugestimmt, dem sogenannten 115-Verbund zum 1. Januar 2020 beitritt.

Damit können sich Laatzens Einwohner künftig die einheitliche Telefonnummer 115 wählen, um sich mit Anliegen an die Stadt, aber auch an andere an den Verbund angeschlossene Behörden wenden. Die Mitarbeiter des angeschlossenen Servicecenters nehmen dann Mitteilungen, Hinweise und Anregungen entgegen und leiten diese an die Fachbereiche der Stadt weiter. Für die Beantwortung allgemeiner Auskünfte können die Mitarbeiter auf eine Wissensdatenbank zugreifen.

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„Damit entfällt die Suche nach der richtigen Behörde“, sagt Linken-Fraktionschefin Jessica Kaußen, die den Ratsantrag für die Mehrheitsgruppe gestellt hatte. Sie verwies auf positive Erfahrungen, die die Stadt Uetze als bislang einzige Kommune der Region mit der 115 gemacht haben. Laut einem Zwischenfazit der Uetzer Stadtverwaltung konnten die Mitarbeiter des Servicecenters in 91 Prozent aller Fälle den Anrufern weiterhelfen können: bei 61 Prozent sofort, bei 22 Prozent durch die Weiterleitung an einen Sachbearbeiter. In den übrigen 8 Prozent sei ein Rückruf des Sachbearbeiters binnen 24 Stunden erfolgt, in neun Prozent blieben Anrufe in diesem Zeitraum unbeantwortet.

Laatzen ist nicht die einzige Regionskommune, die das Behördentelefon etablieren will: Auf Regionsebene sei die Einführung der 115 bereits beschlossene Sache, teilt Regionssprecher Klaus Abelmann auf Anfrage mit. Darauf hätten sich die Bürgermeister der Regionskommunen im August bei einer Klausurtagung verständigt. Deshalb sei entsprechender Antrag der Linken-Regionsfraktion im Dezember gar nicht erst beschlossen worden. „Am 1. Januar 2020 führen alle 21 Städte und Gemeinden das Behördentelefon ein“, sagt Abelmann. Für die Umsetzung des Vorhabens sei eine Arbeitsgemeinschaft gebildet worden. Auch Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne begrüßt den neuen Service, verweist aber darauf, dass die Umsetzung noch am Anfang stehe.

Bundesweit haben sich bislang mehr als 500 von insgesamt rund 11.000 Kommunen sowie zwölf Bundesländer und zahlreiche Bundeseinrichtungen und -ministerien dem 115-Verbund angeschlossen. Niedersachsen ist allerdings genauso wenig dabei wie die meisten Kommunen innerhalb des Bundeslandes: Anwählbar ist die 115 bislang nur im Raum Braunschweig-Wolfsburg, im Bereich Friesland/Wilhelmshaven, Oldenburg-Bremen und Harburg.

Der Laatzener Ratsbeschluss sieht außerdem ein Gebärdentelefon für Gehörlose und Hörbehinderte vor. Erreichbar sein soll die 115 zum Festnetztarif. Der Starttermin war im Zuge der Beratungen verschoben worden: Hatte die Mehrheitsgruppe anfangs noch den 1. Juli 2019 angepeilt, wurde jetzt Anfang 2020 vereinbart.

Von Johannes Dorndorf