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Nachrichten Polizei beobachtet wegen Unfällen neun Punkte in Laatzen
Region Laatzen Nachrichten Polizei beobachtet wegen Unfällen neun Punkte in Laatzen
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12:52 12.09.2019
Im Juli 2016 stieß ein mit zwei Frauen besetztes Auto aus Celle in der Einmündung von Tordenskioldstraße und Hildesheimer Straße mit einer Stadtbahn zusammen. Quelle: Feuerwehr Gleidingen (Archiv)
Laatzen

Immer dann, wenn es im Straßenverkehr an einer Stelle häufiger kracht, und besonders dann, wenn Menschen schwer oder tödlich verletzt werden, schauen Polizei und Verkehrsbehörde genau hin: Gibt es Möglichkeiten, um die Unfälle zu verhindern oder zumindest die Gefahr zu reduzieren? Von den Bereichen, die aufgrund der Unfälle der letzten Jahre unter Beobachtung stehen und über die die Stadt zurzeit die Ortsräte informiert, gibt es derzeit neun – die meisten davon in Rethen. Während die Verkehrsbehörde der Stadt an einigen Stellen wie an der Erich-Panitz-Straße sowie auf der Kreuzung von Hildesheimer und Eichstraße in Alt-Laatzen bereits Maßnahmen ergriffen hat, wird für andere wie die Gleidinger Tordenskioldstraße über Möglichkeiten diskutiert.

Im Juni 2014 wurde eine Grundschülerin beim Überqueren der Erich-Panitz-Straße von einem Auto erfasst und getötet, als sie versuchte, vor der Ampelkreuzung von der Bushaltestelle direkt zu einer wartenden Stadtbahn zu laufen. Die daraufhin tagende Unfallkommission aus Vertretern von Polizei, Verkehrsbehörden und Kommunen veranlasste umgehend, die Bushaltestelle um 60 Meter direkt an die Ampelkreuzung zu verlegen, noch bevor der gesamte Bereich für den Hochbahnsteig neu gestaltet wurde.

Signalgeber wird abgehängt

Auch in Alt-Laatzen reagierten die Behörden nach mehreren Unfällen mit abbiegenden Fahrzeugen von der Hildesheimer Straße in die Kronsbergstraße: Sie entfernte die zusätzliche Linksabbiegerampel über der Kreuzung. Diese hatte Autofahrer im Geradeausverkehr offenbar verwirrt und bei Grün zum Losfahren animiert, obwohl sie selbst Rot hatten. „Seitdem der Signalgeber entfernt wurde, hat es unseres Wissens keine Unfälle mehr gegeben“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Seitdem die zusätzlichen Linksabbiegerampeln über der Kreuzung Hildesheimer Straße/Kronsbergstraße entfernt wurden, gab es nach Wissen der Stadt Laatzen keine Unfälle mehr. Quelle: Astrid Köhler

Verhältnismäßig einfache Mittel reichten offenbar, um nach einem Unfall im Juli 2018 die gefährliche Situation in der Zufahrt zum Campingplatz Birkensee auf der Bundesstraße 443 zu bannen. Dort ließ die Stadt Schilder aufstellen, die Autofahrer auf den möglichen abbiegenden Verkehr hinweisen, und mit weißer Farbe eine entsprechende Spur auf die Straße malen.

Im weiteren Verlauf der B 443 Richtung Pattensen, wo sich unter anderem 2017 ein tödlicher Unfall ereignete, als ein Autofahrer in den Gegenverkehr geriet, wurde nichts verändert. In diesem Fall ging die Polizei davon aus, dass der Mann abgelenkt worden war.

Auch die Bundesstraße 6 Richtung Norden steht nach mehreren schweren und tödlichen Unfällen unter Beobachtung: ein Abschnitt auf Gleidinger, ein anderer auf Rethener Gebiet. Auf der Strecke wurde 2018 das bundesweite Pilotprojekt Section Control gestartet, mit einer Streckenradarmessung über eine Länge von 1,8 Kilometern. Aufgrund eines rechtlichen Einspruch musste der Betrieb jedoch ausgesetzt werden.

Fünf Beobachtungspunkte in Rethen

In Rethen gibt es aktuell fünf Beobachtungspunkte. Zusätzlich zu den bereits genannten sind dies auf der Bundesstraße 6 die Auffahrt zur B 443 Richtung Osten sowie die Einmündung von der Hildesheimer in die Peiner Straße.

In Gleidingen wurden mehrere Zusammenstöße in der Einmündung der Hildesheimer zur Tordenskioldstraße gezählt. Im Juli 2016 war dort ein Auto aus Celle mit einer Stadtbahn zusammengestoßen. Auch wenn in diesem Fall ein Fahrfehler zugrunde lag – die Fahrerin war in falscher Richtung in der Einbahnstraße unterwegs – sehen Ortsratspolitiker dort insgesamt einen Handlungsbedarf. Bisher fahre die Stadtbahn mit 50 bis 60 Kilometern pro Stunde an der Einmündung vorbei, berichtete Miriam Friedrichs-Seidel (SPD), wobei Ortsfremde und Fußgänger, vor allem Kinder und Senioren, die Situation schlecht einschätzen könnten. Zur Entschärfung regte sie an, dort eine Ampel aufzustellen. Rolf Pieper (CDU) wiederum schlug „Tempo 30 für alle“ vor, auch für die Stadtbahn. Dies würde die Unfallgefahr erheblich reduzieren, meint er.

Stadt informiert gezielt Ortsräte

Erstmals informiert die Stadt derzeit alle Laatzener Ortsräte über den Bericht der Unfallkommission. Sie kommt damit einer Anregung von Teilnehmern des Verkehrsgesprächs nach. Jedes Jahr lädt die Verkehrsbehörde Kommunalpolitiker, den Seniorenbeirat sowie Vertreter der Verkehrsverbände Allgemeiner Deutscher Automobil-Club (ADAC), Verkehrswacht und Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) ein, um über das Unfallgeschehen und geplante Maßnahmen zu sprechen.

Für Grasdorf und Ingeln-Oesselse ist nichts vermerkt. Die jüngsten schweren Unfälle, wie der tödliche Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge auf der B 443 im Juni, der von einem betrunkenen Transportfahrer nahe dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Rethen verursacht wurde, werden in den Ratsvorlagen nicht berücksichtigt. Unfallschwerpunkte im Sinne der festgelegten Kriterien der Unfallkommission gebe es keine im Stadtgebiet von Laatzen, betonte die Verwaltung.

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Von Astrid Köhler

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