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Region Laatzen Nachrichten Politik will neue Jugendplätze für Laatzen-Mitte
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15:14 24.04.2019
Vorbild für Laatzen? In Davenstedt wurden Container zu Aufenthaltsbereichen für Jugendliche umgestaltet.
Vorbild für Laatzen? In Davenstedt wurden Container zu Aufenthaltsbereichen für Jugendliche umgestaltet. Quelle: Johannes Dorndorf
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Laatzen

Die Idee stammte ursprünglich vom Laatzener Jugendparlament: Vor 17 Jahren, im September 2002, schlug das Gremium vor, neue Treffpunkte für Jugendliche in Laatzen zu schaffen. Bis dato gab es immer wieder Ärger zwischen Jugendlichen und der Polizei, weil sich Anwohner über informelle Treffpunkte beschwerten. Daraufhin richtete die Stadt nach und nach sogenannte Jugendplätze ein – überdachte Treffpunkten, an denen sich Gruppe ganz offiziell treffen durften.

Nun will die rot-rot-grüne Ratsmehrheit einen neuen Anlauf unternehmen, um die Idee wiederzubeleben, denn ausgerechnet im dicht besiedelten Laatzen-Mitte gibt es inzwischen keinen einzigen solchen Jugendplatz mehr. „Alle, die mit offenen Augen durch die Stadt gehen, stellen fest, dass es an verschiedenen Stellen Treffpunkte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt“, sagt SPD-Ratsfrau Petra Herrmann – sei es an den beiden Schulzentren, zwischen Leine-Center und Wehrbusch oder auf der Galerie am Marktplatz.

Insbesondere am Erich-Kästner-Schulzentrum kam es zuletzt wiederholt zu Vandalismusschäden, die nicht nur die Schule, sondern auch die Laatzener Politik beschäftigten – einer der Auslöser des Antrags, den SPD, Grüne und Linke jetzt eingebracht haben. „Es gibt in Laatzen-Mitte keine vernünftigen Plätze, wo sich Jugendliche und junge Erwachsene treffen können, ohne dass es Stress gibt“, ergänzt Herrmann. Dies gelte insbesondere für die Sommermonate.

Konkret schlägt die Ratsgruppe die Einrichtung von vier neuen Jugendplätzen für Laatzen-Mitte vor. Vorbild könnte die Anlage auf der Fössewiese unweit des Davenstedter Marktes in Hannover sein. Dort hat die Stadt ausrangierte Container aufgestellt, mit Sitzgelegenheiten und Tischen möbliert und Teile der Wände herausgeschnitten. Ergänzt wurde die Anlage mit robusten Sitzblöcken, Balken, einer Hängematte und einem Basketballkorb. SPD, Grüne und Linke schlagen bewusst eine solche robuste Lösung vor, da der Jugendplatz am Stückenfeldteich 2018 als letzter verbliebener in Laatzen-Mitte wegen Vandalismusschäden abgerissen wurde.

Zum Konzept gehört auch eine Begleitung der neuen Treffpunkte durch Mitarbeiter der Jugendpflege und eine möglichst gleichmäßige Aufteilung auf Laatzen-Mitte. Dazu zählen SPD, Grüne und Linke die Bereiche Wehrbusch/Stückenfeldstraße, Pestalozzistraße/Kinder- und Jugendzentrum, Marktplatz/Erich-Kästner-Schulzentrum sowie die Albert-Einstein-Schule.

Erörtert werden soll das Thema am Donnerstagabend im Kinder- und Jugendhilfeausschuss. Im Vorfeld hat die Stadtverwaltung bereits erste Vorschläge gemacht: So könnten die Container des ehemaligen Spielkreises neben dem Jugendzentrum abgerissen werden, stehen bleiben würde dann nur das Dach darüber. Allerdings wird ein Teil der Containeranlage derzeit noch von Jugendgruppen als Bandraum genutzt.

Darüber hinaus plant die Stadt in diesem Jahr ohnehin, auf der neuen Jugendspielfläche neben dem Stadthaus eine Bühne aufzubauen. Diese könne auch als Aufenthaltsort für Jugendliche dienen. Eine Containeranlage nach Davenstedter Vorbild wäre hingegen auf dem ehemaligen IBM-Klub-Gelände neben dem Park der Sinne möglich. Dort plant die Stadt einen Jugendaktivpark.

Derzeit gibt es im Stadtgebiet insgesamt noch fünf Jugendplätze: an der Leinerandstraße in Alt-Laatzen, im Park und auf dem Festplatz in Rethen, am Sportplatz an der Oesselser Straße in Gleidingen und am Spielplatz Pappelallee in Ingeln-Oesselse. Die drei Jugendplätze in Laatzen-Mitte wurden in den vergangenen Jahren nach und nach abgebaut, teils wegen Bauvorhaben wie an der AES und der Grundschule Im Langen Feld, teils wegen Vandalismus wie neben dem Bolzplatz am Stückenfeldteich.

Jugendpflege stellt neues Spielmobil vor

Das neue Spielmobil der Stadt Laatzen ist eingerichtet – und soll nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Am Donnerstag, 25. April, haben interessierte Kinder und Erwachsene ab 17 Uhr die Möglichkeit, die Neuanschaffung auf dem Schulhof der Grundschule Gleidingen in Augenschein zu nehmen.

Im Anschluss beginnt dann um 18 Uhr in der Schule die öffentliche Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses, der unter anderem über den Antrag zur Neuschaffung von Jugendplätzen in Laatzen-Mitte spricht. Darüber hinaus werden der Entwurf für die neue Kita am Gleidinger Baugebiet Am Erdbeerhof und der Planungsstand zum Jugendaktivpark am Park der Sinne vorgestellt. Diskutiert wird auch über die Bolzplätze in Alt-Laatzen einschließlich der Altersbeschränkung für die Spielfläche am Lindenplatz und über Initiativen der Politik zur Tabakprävention und zur Sprachförderung in Laatzens Schulen.

Von Johannes Dorndorf