Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Park der Sinne wird jetzt nachts überwacht
Region Laatzen Nachrichten Park der Sinne wird jetzt nachts überwacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 26.08.2018
Zuletzt kam es im Park der Sinne wiederholt zu Vandalismusschäden um umherliegendem Müll. Quelle: Stadt Laatzen
Anzeige
Laatzen-Mitte

Dieses Experiment ist gescheitert: Die Stadt Laatzen hat in den vergangenen Monaten probeweise darauf verzichtet, den Park der Sinne wie gewohnt nachts zu schließen. Das Resultat ist jedoch ernüchternd. In den vergangenen Monaten hat der Vandalismus im Park so sehr zugenommen, dass die Stadt die Grünfläche nun sogar nachts kontrollieren lässt.

Die Bilder, die sich den Mitarbeitern des Teams Grünflächen in den vergangenen Monaten an manchen Tagen morgens boten, sind erschreckend. Sie mussten umherliegenden Müll einsammeln lassen, der offenbar von nächtlichen Partys stammt, und verschmutzte Toiletten und Graffiti auf dem Mauerwerk genauso hinnehmen wie zerstörte Stühle am Gartenhaus und auf Grünplanzen und Beeten versprühten Feuerlöscher-Schaum. Auch wurde wiederholt illegal gegrillt – mit entsprechenden Schäden an den Grünflächen, teils auch an den Möbeln im Park. „Wir haben einen starken Anstieg von Vandalismus und Fehlnutzungen im Park verzeichnet“, beschreibt Fachbereichsleiter Jürgen Pagels die Entwicklung. „Unsere Gärtner haben schon Tränen in den Augen gehabt, weil sogar frisch angepflanzte Pflanzen über Nacht entfernt wurden – und dies in einer Größenordnung, die man nicht mit der Plastiktüte wegträgt.“

Anzeige

Die Zunahme hängt nur zum Teil mit den nachts geöffneten Toren zusammen. Schäden und nächtliche Besucher hätte es im Park schon immer gegeben, sagt Pagels. Aber der Pflanzendiebstahl beispielsweise sei neu – die Täter hätten die offenen Tore offenbar dafür genutzt, die Setzlinge mit Bollerwagen oder ähnlichen Transportmitteln im großen Stil abzutransportieren. Festgestellt hätten die Mitarbeiter auch kuriose Rituale wie Waschungen im Teich, möglicherweise mit einem religiösen Zusammenhang.

Gestartet hatte die Stadt die probeweise Öffnung zu Saisonbeginn, um auf diese Weise die mit der Spätschließung verbundenen Personalstunden – immerhin neun im Monat – einzusparen. Das Maß der Schäden hat allerdings dadurch so stark zugenommen, dass die Versuchsphase jetzt beendet wurde. Seit 20. August sind die Parktore wieder ab 6 Uhr morgens geöffnet und ab 20 Uhr geschlossen. Bis dahin müssen Besucher den Park verlassen.

Zusätzlich hat die Verwaltung einen Sicherheitsdienst damit beauftragt, auf die Einhaltung der Parkordnung zu achten. Die Mitarbeiter sollen stichprobenartig kontrollieren, ob sich Unbefugte nachts im Park aufhalten, die Verstöße dann aufnehmen und gegebenenfalls die Polizei alarmieren. Dies sei bereits beauftragt. Laut Pagels gab es solche Kontrollgänge bereits in den Anfangsjahren des Park – die Zeitarbeitsfirma Plural hatte die Stadt damals auf diese Weise unterstützt. Nach einigen Jahren sei dies jedoch eingestellt worden. Geplant ist nun eine Ausschreibung, so dass die Kontrollen ab 2019 zur festen Institution werden. Die Kosten stehen noch nicht fest, erst müsse ein Leistungsverzeichnis erstellt werden.

Von Johannes Dorndorf